Rettung der Förderschule: Schulverband hebt Auflösungsbeschluss auf

Von: Peter Stollenwerk
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Schon leichte Vorfreude: Das Ende des Förderschule Nordeifel in Eicherscheid zum Ende des Schuljahres 2017/18 war bereits beschlossene Sache. Die neuen politischen Machtverhältnisse in NRW machen es nun vielleicht möglich, den Standort zu erhalten. Foto: Andreas Gabbert

Nordeifel/Eicherscheid. Bei der bereits beschlossenen Auflösung der Förderschule Nordeifel gibt es eine Kehrtwende. Möglicherweise kann die in Eicherscheid angesiedelte Schule nun doch erhalten bleiben, selbst wenn aktuell im Schulgebäude an der Bachstraße nur noch knapp 30 Kinder unterrichtet werden.

Nachdem die NRW-Landtagswahl im Mai einen Regierungswechsel zugunsten eines CDU/FDP-Bündnisses herbeiführte, änderten sich auch die politischen Vorzeichen.

Die im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung vereinbarten, veränderten Prioritäten in der Schulpolitik betreffen auch die akute Sicherung des Förderschulangebotes. Demnach soll es bei der Mindestgröße von Förderschulen Ausnahmeregelungen geben. Kommunale Schulträger sollen zudem bei der Entwicklung regionaler Schulentwicklungspläne unterstützt werden.

Das Aus kam vor zwei Jahren

Die Versammlung des Förderschulverbandes Nordeifel zögerte aufgrund dieser neuen Faktenlage bei ihrer Sitzung am Montagabend in Simmerath nicht lange, griff den Ball, wie vom Vorsitzenden der Schulverbandsversammlung, Günter Scheidt, beantragt, noch vor den Sommerferien auf und hob den bereits gefassten Auflösungsbeschluss für die Förderschule wieder auf. Vor gut zwei Jahren, am 27. April 2015, hatte die Verbandsversammlung beschlossen, die Förderschule zum Ende des Schuljahres 2017/18 auslaufen zu lassen.

Die neue Chance für den Erhalt der Förderschule, möglicherweise auch in Form einer Teilstandortlösung, findet auch die Unterstützung der Bezirksregierung Köln und der Städteregion Aachen, die in die intensiven Vorgespräche in den zurückliegenden Wochen eingebunden waren.

Ferner beauftragte die Versammlung Schulverbandsvorsteher Karl-Heinz Hermanns, entsprechende Gespräche zu führen, in welcher Form ein Schulangebot für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Nordeifel aufrecht erhalten werden kann. Begrüßt wurde auch die Initiative des Simmerather Bürgermeisters, der die neue NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer zu einem Informationsgespräch nach Eicherscheid einladen möchte. Bei dieser Gelegenheit soll dann die besondere Situation der Förderschule dargelegt und um die Unterstützung der Ministerin geworben werden. In dem geänderten Beschluss sah die Schulverbandsversammlung in erster Linie ein Signal nach Düsseldorf und Köln, wie hoch man in der Nordeifel die Bedeutung eines Förderschulangebotes vor Ort einschätzt.

Die neue Verordnung liege zwar bislang nur als Entwurf vor, „aber wir werden sehen, welche Möglichkeiten dieses Papier zulässt“, sagte Hermanns, der versprach, „alle Hebel in Bewegung setzen, um die Förderschule Nordeifel zu erhalten“. Der CDU/FDP-Antrag wird am heutigen Mittwoch im Landtag beraten.

Entscheidend sei jetzt, so Hermanns weiter, „ein neues Konzept zu erarbeiten, wie ein ortsnahes Förderschulangebot in der Nordeifel erhalten werden kann“. Unmittelbar nach Veröffentlichung des Koalitionsvertrages hatte Hermanns auch den neuen Ministerpräsidenten Armin Laschet um Unterstützung gebeten.

Eigentlich schien im Frühjahr 2015 das Schicksal der Förderschule Nordeifel bereits für alle Zeiten besiegelt. Damals beugte sich die Schulverbandsversammlung schweren Herzens der 9. Änderung des NRW- Schulgesetzes, das neue Mindestgrößen für Förderschulen festsetzte. Die Verbandsversammlung der Förderschule Nordeifel setzt sich aus den Kommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath zusammen. Von Seiten des Schulministeriums war die Förderschule Nordeifel als „nicht bestandsfähig“ eingestuft worden.

Auch Schulleiter Robert Knauf zeigte sich gestern ebenfalls erfreut über die neue Entwicklung: „Wir sind froh, dass aller Wahrscheinlichkeit ein sonderpädagogischer Standort in der Eifel erhalten bleibt. Jetzt gilt es, ein entsprechendes Konstrukt dafür zu schaffen.“

Die Gemeinde Simmerath als Eigentümerin des Schulgebäudes in Eicherscheid hat bislang noch keine Gespräche über eine möglich Nachfolgenutzung geführt. „Das Gebäude steht nach wie vor uneingeschränkt zur Verfügung“, betont Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns.

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