Simmerath/Roetgen - Restmüll soll sauberer werden

Restmüll soll sauberer werden

Von: P. St.
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So ist es recht: Elektrokleing
So ist es recht: Elektrokleingeräte werden im Rahmen eines Modellversuchs in den Kommunen Simmerath und Roetgen demnächst in einem Wertstoffsack getrennt erfasst. v. li.: Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (Simmerath), Karl Rambadt (Geschäftsführer AWA), Ulrich Reuter, Vorstand Regioentsorgung und Bürgermeister Manfred Eis (Roetgen). Foto: P. Stollenwerk

Simmerath/Roetgen. Der Rasierer läuft nicht mehr, der Föhn ist durchgebrannt, der Gameboy ist nicht auf dem neuesten Stand, das Bügeleisen bleibt kalt und die Bohrmaschine steht still: Was tun mit defekten Elektrokleingeräten?

Diese Geräte sind, wie der Abfallentsorger sagt, „tonnengängig”, und folglich wandern Akku-Schrauber, Babyphon, Eierkocher, Kofferradio, Toaster oder Handy in der Regel in die graue Restmülltonne.

Der Müllbürger hat kein gutes Gefühl dabei, daher werden solche Geräte häufig auf den Tonnendeckel gelegt, damit der Müllentsorger entscheiden kann, ob er eine Wertstoff-Trennung vornimmt, eine Methode, die nicht praxistauglich ist.

Dass Elektrokleingeräte einen Wertstoff darstellen, ist unbestritten. Daher startet die Regioentsorgung, die in der Nordeifel für die Kommunen Roetgen und Simmerath zuständig ist, nach den Sommerferien einen Modellversuch zur Erfassung von Elektrokleingeräten.

Die beiden Eifelkommunen sind laut Regioentsorgung dabei Modellregion für einen bisher in Deutschland einzigartigen Versuch, der am 15. September in der Gemeinde Roetgen und am 13. September in der Gemeinde Simmerath startet und am 25. November endet.

Im Rathaus in Simmerath stellten die Beteiligten jetzt das Modellprojekt Wertstofferfassung vor. Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Roetgens Bürgermeister Manfred Eis sehen im Modellversuch ein Signal gegen die „Wegwerfgesellschaft”, während die Regioentsorgung den gesetzlichen Auftrag zur getrennten Erfassung von Elektrogeräten jetzt weiter fassen möchte.

Bisher werden nun die Großgeräte, wie Waschmaschinen, Trockner und Herde getrennt erfasst, Haushaltskleingeräte und Unterhaltungselektronik landen noch viel zu oft in der Restmülltonne, auch wenn die viermal jährlich kostenlos am Schadstoffmobil abgegeben werden können.

Ulrich Reuter, Vorstand der Regioentsorgung, sieht diesen Versuch auch als Wegbereiter für die orange Wertstofftonne, die aber noch nicht gesetzlich verankert ist.

Gerade IT-Geräte und Produkte der Unterhaltungselektronik, von der elektrischen Zanhbürste bis zur Spielkonsole enthalten Edelmetalle und hochwertige Kunststoffe, die wieder verwertet werden können.

Wie soll die Erfassung nun in der Praxis ablaufen? Die Methode ist ebenso einfach wie effektiv: Die Bürger erhalten demnächst für den Versuchszeitrum zwei Wertstoffsäcke für Elektrokleingerät. Die befüllten Säcke sollen dann in die Altpapiertonne (am besten nach oben) gegeben werden.

Altpapier und Wertstoffe werden anschließend getrennt sortiert; die Ergebnisse werden durch die RWTH wissenschaftlich ausgewertet. Die Kleingeräte sollten 30 Zentimeter Kantenlänge nicht überschreiten. Ulrich Reuter: „Es geht darum, eine intelligente Lösung zu finden, die auch vom Bürger akzeptiert wird.

Was für die Bürger aber mindestens so wichtig ist: Das Modellprojekt führt definitiv zu keiner Erhöhung der Gebühren, da die zusätzlich entstehenden Sortierkosten mit den Wertstoff-Erlösen verrechnet werden.

Wichtig für die Effektivität der Sammlung ist, dass die Geräte nicht zerlegt oder verunreinigt sein dürfen. Bildschirme und Monitore gehören nicht in den Sack; sie werden wie auch Mini-Fernseher, bei der E-Schrott-Sammlung mitgenommen.

Auch Leuchtstoffröhren und Gasentladungslampen gehören nicht zu den Wertstoffen: Hierbei handelt es sich um Sondermüll, der bei den Terminen am Schadstoffmobil der AWA abgegeben werden kann.


Innerhalb der nächsten zwei Wochen erhalten alle Haushalte in Roetgen und Simmerath von der Regioentsorgung ein Informationspaket zum Thema Wertstoffsammlung.

Dieses Paket enthält zwei Zugbandsäcke für Elektrokleingeräte, Informationen zur Sammlung und alle Abfuhrtermine (eine Abgabe ist auch bei den mancherorts durchgeführten Vereinssammlungen möglich).

Das Infopaket enthält auch eine Bestellkarte für eine Altpapiertonne. In der Gemeinde Roetgen haben 81 Prozent aller Haushalte, in der Gemeinde Simmerath 75 Prozent aller Haushalte eine blaue Tonne.

Fragen rund um das Modellprojekt Wertstofferfassung beantworten die Regioentsorgung (Tel. 02403-5550666) oder die AWA-Abfallberatung (Tel. 0180607070).
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