Reittherapie: Pferde machen Schüler stark

Von: hes
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Der Umgang mit den ausgebildeten Therapiepferden auf dem „Green Hill Stable” in Kalterherberg macht den Kindern und Jugendlichen sichtlich Spaß und hilft, ihre Lern- und Entwicklungsblockaden zu lösen. Dritte von rechts Lehrerin Uta Frantzen, die Leiterin des Projekts. Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Hoooh”, sagt Sabrina (Name geändert) entschlossen, das Pferd neben ihr verlangsamt seinen Schritt und bleibt schließlich stehen. So lange, bis das Mädchen den Befehl zum Weitergehen gibt.

Sabrina ist Schülerin der Gemeinschaftshauptschule Monschau und dort eine von 14 Schülerinnen und Schülern im gemeinsamen Unterricht (GU), in dessen Rahmen Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Regelschule integriert werden sollen.

Das Pferd als Partner

Sabrina und vier weitere Jugendliche sind an diesem Tag zum ersten Mal bei der Reittherapie, die Lehrerin Uta Frantzen im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts seit kurzem anbietet.

Die Pädagogin betreibt neben ihrer Tätigkeit an der Hauptschule eine Praxis für Reittherapie in Kalterherberg, der „Green Hill Stable” ist ein großzügiges Areal mit Pferdestall und -wiesen, genau dort, wo bis vor Monaten der alte Kalterherberger Kindergarten stand.

Die Reittherapie bietet Uta Frantzen nun auch an ihrer Schule an, weil sie überzeugt ist, dass Lernbehinderungen und Entwicklungsstörungen über die pferdegestützte Therapie sehr erfolgversprechend behandelbar sind.

„Der Partner Pferd dringt die Schüler in einen Beziehungsaufbau , der Persönlichkeitsentwicklung und Lernerfolge möglich macht. Lern- und Leistungsblockaden werden durch den regelmäßigen Umgang mit dem Co-Therapeuten Pferd gelöst, die Schüler werden offen für neue Eindrücke.

AbHS, Lese-Rechtschreibprobleme und viele Verhaltensauffälligkeiten im Bereich emotionaler und sozialer Ebene können nachhaltig vermindert werden”, erläutert die Pädagogin.

Schon die erste Gruppenstunde zeigt: Die Schüler vertrauen sich schnell dem Lebewesen Pferd an. Sie respektieren meist sofort sein Verhalten und seine Bedürfnisse, so dass sie auch Verantwortung übernehmen wollen.

Dazu gehören nicht nur Putzen, Füttern oder Führen des Tieres, sondern werden auch die Regeln des Umgangs mit dem Partner Pferd erarbeitet. „Durch den Umgang mit dem Pferd wird die Wahrnehmung geschult und werden alle Sinne angesprochen: Sehen und Beobachten, Hören, Tasten und Berühren, Riechen, Schmecken, das Gleichgewicht und die Orientierung”, so Uta Frantzen.

Das Projekt soll künftig einmal wöchentlich nachmittags zusätzlich zum normalen Unterricht stattfinden. Die Kosten hierzu übernimmt voraussichtlich das Jugendamt des Kreis Aachen in Zusammenarbeit mit dem Schulamt des Kreis Aachen. „Die Teilnehmerinnen werden in die Übermittagbetreuung mit einer warmen Mahlzeit eingebunden, und nach Kalterherberg fahren sie mit ihrem School-Plus-Ticket”, erläutert Uta Frantzen die Abwicklung des neuen Angebots.

Nach eineinhalb Stunden ist die Reitstunde der besonderen Art für heute zu Ende. „Das habt ihr toll gemacht”, lobt Uta Frantzen die Schülerinnen. Nächsten Donnerstag werden sie wieder kommen - in den Pferdestall nach Kalterherberg, zu „ihrem” Pferd.
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