Reiteranlage in Roetgen: Anwohner haben viele Fragen

Von: ag
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Die Reittherapieanlage in Roetgen soll auf einem Areal von rund 1800 Quadratmetern entstehen.

Roetgen. Die Gegner der an der Bahnhofstraße in Roetgen geplanten therapeutischen Reitanlage sind am Dienstag zahlreich zur Sitzung des Gemeinderates erschienen, um der Verwaltung und den Politikern einen umfangreichen Fragenkatalog vorzulegen.

Damit war die Aufforderung verbunden, sich bis zur nächsten Ratssitzung am Dienstag, 24. Juni, mit den Fragen zu befassen und sie zu beantworten. Die Verwaltung kündigte an, die Fragen bis zum Anfang der nächsten Woche zu beantworten.

Die Reittherapieanlage soll auf einem Areal von rund 1800 Quadratmetern entstehen. Dazu gehören u.a. eine Reithalle, ein Mistplatz, eine Sattelgasse, Stallungen und Parkplätze. Hinzu kommen weitere Außenbereiche. Die Investorin, der das Haus und die Wiesen an der Bahnhofstraße gehören, beabsichtigt, auf der Anlage Platz für 15 Pferde zu schaffen. Die Planung basiert auf 20 Patienten/Reitern pro Tag. Hauptkritikpunkt der Initiatoren des Protestes ist, dass die Wiesen, auf der die Anlage entstehen soll, in einem Landschaftsschutzgebiet liegen.

Die Fragen der Kritiker lauten: „1. Ist für die Errichtung einer Reithalle mit Stallungen im Landschaftsschutzgebiet Grölisbachtal eine Ausnahmegenehmigung geplant; wenn ja, mit welcher genauen Begründung?

2. Die vorliegenden Prognosen nach Begutachtung der zu erwartenden Emissionen wurden durch ein durch das Architekturbüro beauftragtes Unternehmen erstellt. In unseren Gärten hat niemand Messungen durchgeführt. Sind im Landschaftsschutzgebiet unter realen Bedingungen mehrfache Messungen durchgeführt worden?

3. Auf Grundlage welchen Annahmen oder Daten sind diese Gutachten erstellt worden?

4. Was wurde zu diesen Plänen mit der Landschaftsbehörde der Städteregion besprochen?

5. Werden die Entscheidungsgrundlagen des Bauausschusses offengelegt?

6. Worin besteht die von der Verwaltung beschriebene ‚Bereicherung‘ der Gemeinde genau? (Verkleinertes Landschaftsschutzgebiet, aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger?)

7. Warum wurde der Antrag so kurzfristig in den Bauausschuss gebracht, obwohl er seit Januar vorliegt?

8. Warum hat sich schon im Februar die Städteregion mit dem Thema befasst, der Punkt wurde dann aber nicht regulär auf die Tagesordnung des Bauausschusses gesetzt, sondern in letzter Minute untergebracht, obwohl seit Januar mehrere Ausschusssitzungen stattfanden?

9. Gibt es Informationen über die geplante Finanzierung von Auf- und gegebenenfalls Rückbau der Anlage (zum Beispiel bei Konkurs)?

10. Was passiert bei einem Konkurs oder Eigentümerwechsel (Umwidmung, andere Nutzung der Gebäude)?

11. Wurden im Bauausschuss mögliche Beeinträchtigungen der Nachbarschaft durch Betrieb der Anlage an 365 Tagen im Jahr ausreichend bedacht?

12. Gibt es einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand einer solchen Anlage zur vorhandenen Wohnbebauung?

13. Gibt es grundsätzliche Überlegungen oder Pläne, wie die Gemeinde Roetgen zukünftig mit dem Thema ‚Verwendung von Landschaftsschutzgebieten‘ umgehen will?“

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