Reinartzhof: 400 kommen zur Andacht im Venn

Letzte Aktualisierung:
reinartzhof-bu
Die Pfarrer Peter Dries (Raeren) und Karl-Heinz Stoffels (Monschau) segneten das neu errichtete Kreuz aus Eichenholz an der Kapelle auf Reinartzhof. Das alte Kreuz war nach 34 Jahren in Wind und Wetter morsch geworden. Foto: dm

Nordeifel. Pfingstmontag auf Reinartzhof: Für ein paar Stunden kehrt das Leben in die stille Einsamkeit des Hohen Venns zurück - dorthin, wo einst Einsiedler sich um Pilger und Verirrte kümmerten, dorthin, wo noch vor mehr als 50 Jahren einige Familien ihre Bauernhöfe bewirtschafteten.

Seit 1973 laden die Pfadfinder aus Raeren alljährlich zur Andacht ein. Rund 400 Menschen hatten sich nun wieder vor der kleinen Kapelle versammelt, um miteinander zu beten und die Frohe Botschaft zu hören. Das Besondere in diesem Jahr: Die Pfadfinder hatten das alte Kreuz gleich neben der Kapelle durch ein neues ersetzt.

Für die Pfadfinder hieß Christoph Heeren die vielen Pilger auf dem Reinartzhof willkommen, darunter auch einige ehemalige Bewohner. Das war schon wie eine kleine Völkerwanderung: Auf allen Wegen, die nach Reinartzhof führen, kamen die Pilger - zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Auch hatte die Forstverwaltung die Wege für einige Pkw geöffnet. Vor allem vom Wanderparkplatz auf Schwerzfeld machten sich zahlreiche Pilger auf den knapp 40 Minuten weiten Weg nach Reinartzhof, der ja am neuen Eifelsteig liegt.

Zu Beginn der Andacht, die vom Kirchenchor Konzen durch mehrstimmige Gesänge musikalisch umrahmt wurde, zündete ein ehemaliger Bewohner von Reinartzhof in der geschmückten Kapelle eine Kerze an. Pfarrer Peter Dries aus Raeren, der gemeinsam mit Monschaus Pfarrer Karl-Heinz Stoffels die Andacht gestaltete, erinnerte an das Pfingst-Ereignis, bei dem Gottes Geist die Jünger erfasst und bewegt habe, hinaus in die Welt zu gehen, um die Menschen mit der Liebe Gottes anzustecken. Pfingsten, so Pfarrer Dries, sei immer da, „wo Liebe möglich ist und wir die Gelegenheit wahrnehmen, Frieden zu stiften”.

Pfarrer Karl-Heinz Stoffels freute sich in seinem Grußwort, dass Menschen aus „vielen Pfarreien” nach Reinartzhof gekommen und nun „in dem einen Glauben vereint” seien. Pfingsten bringe die Menschen in Bewegung und führe sie „auf dem Weg zu Gott in der Kirche weltweit zusammen”.

In der Stille des Hohen Venns, so hieß es dann in einem Gebet zu „unserer lieben Frau vom Reinart”, könne man darüber nachdenken, „dass unser Leben zu laut und zu emsig” sei, dass die Menschen in der Stille des Venns „die Ruhe des Waldes” in sich aufnehmen können. In den Fürbitten beteten die Pilger auch für die Verstorbenen von Reinartzhof, die „hier in der Abgeschiedenheit gelebt haben”. In das Gebet schloss Pfarrer Peter Dries auch Roger Decheneux ein. Der Förster vom Revier Ternell war am Morgen im Alter von 51 Jahren an einer schweren Krankheit verstorben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert