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Reichensteiner Viadukt: Große Mauerbrocken abgefallen

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
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Riesige Stücke des Ziegelsteinbauwerks am Viadukt bei Reichenstein sind vergangene Woche herabgestürzt. Die Stelle wurde von der Straßenmeisterei mit Warnbaken kenntlich gemacht. Foto: HeinerSchepp

Kalterherberg. Ob ein Autofahrer oder Fußgänger in der Nähe war, ist nicht überliefert. Falls ja, dürfte ihm oder ihr ein gehöriger Schrecken in die Glieder gefahren sein, als sich kürzlich aus einem alten Pfeiler des Viadukts drei große Steinblöcke lösten und unter vermutlich ziemlichem Getöse zu Boden stürzten.

Glücklicherweise kullerten die massiven Zielsteinklumpen nur bis zum Rand der Landesstraße zwischen Mützenich und Kalterherberg, kurz vor Reichenstein. Der Landesbetrieb Straßen.NRW veranlasste über die Straßenmeisterei Simmerath die Aufstellung von Warnbaken an der Absturzstelle. Diese warnen zwar die Autofahrer vor der Gefahrenstelle, würden aber weitere, herabfallende Steinklumpen kaum daran hindern, auf die Straße zu rollen. Warum die Steinstücke sich lösten, ist noch nicht bekannt.

Die herabgefallenen Steinstücke gehören zum alten, vor vier Jahren stillgelegten Teil des Viadukts über die Reichensteiner Straße, über das einst die Vennbahn schnaufte und heute die Radfahrer auf der Ravel-Route bzw. dem Vennbahn-Radweg sausen.

Die alte Säule hat keine statisch bedeutende Funktion mehr, nachdem die Städteregion Aachen, die für den Radweg und auch die Brückenbauwerke auf der Strecke zuständig ist, auch diese Brücke 2012 aufwendig sanierte und den Radweg anschließend verlegte, wie Holger Benend erläutert. „Da dieser Teil der Brücke nichts mehr mit der Vennbahn zu tun hat, ist die Städteregion hier auch nicht mehr zuständig“, verweist Benend auf die belgische Straßenverkehrsbehörde.

Beim Service Public Wallonie (SPW) war der Vorfall am Donnerstag jedoch noch nicht bekannt, wie der Distriktverantwortliche der Wallonischen Region, Jean Lafleur, unserer Zeitung auf Anfrage berichtete. „Die Brücke liegt in der Tat in unserer Zuständigkeit. Wir haben bislang aber noch von keiner Behörde auf deutscher Seite Kenntnis davon erhalten“, sagte Lafleur. Er kündigte an, kurzfristig mit der übergeordneten Stelle in Verviers zwecks Klärung Kontakt aufzunehmen.

Bis im Leyloch etwas passiert, sollten Autofahrer also mit höchster Aufmerksamkeit das Viadukt passieren.

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