Regierungspräsident Lindlar: „Wir stehen zur Hauptschule”

Von: Heiner Schepp
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Besuch in Klasse 7 der Hauptschule Monschau: „Wir lernen in Deutsch gerade, wie man eine Inhaltsangabe schreibt”, berichteten die Kinder Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Monschau, Simmerath und Roetgen sollen gemeinsam einen Weg finden, das Bildungsangebot im Bereich der weiterführenden Schulen für die Nordeifel „zukunftssicher zu machen”. Wo und wie im Eifeler Schulsystem der Zukunft welche Schule steht und arbeitet, dies ließ Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar bei einem Besuch der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen am Freitag offen.

Vergleichsweise kurzfristig hatte der oberste Dienstherr für 40.000 Lehrer in NRW am vergangenen Montag seinen Besuch der Monschauer Hauptschule angekündigt und damit zunächst einige Spekulationen genährt.

Vor dem Hintergrund gesunkener Schülerzahlen an der GHS Monschau-Roetgen und einer 5er-Eingangsklasse, die mit nur 14 Kindern ins laufende Schuljahr gestartet war, hatten sich in den letzten Monaten öffentliche Diskussionen über eine Zusammenlegung der Hauptschulen in Monschau und Simmerath oder die Bildung einer Verbundschule aus Haupt- und Realschule Monschau entwickelt. „Da geistern die wildesten Vorstellungen durch die Köpfe der Beteiligten”, wusste der RP um die aktuelle Schuldebatte im Monschauer Land.

Das neueste Gerücht kam dem Gast aus Köln dann in Monschau bei einem Gespräch mit Lehrern, Schülervertretern und Eltern unter, als er gefragt wurde, ob die Hauptschule Monschau mit der Förderschule Eicherscheid zusammengelegt werde. Hans-Peter Lindlar bestätigte keines des Gerüchte - dementierte aber auch keines: „Alle Wegen sind offen. Aber welchen Weg wir einschlagen, das wird nicht die Bezirksregierung bestimmen, sondern das legen wir bewusst in die Hand der Kommunen am Ort”, bekräftigte der Regierungspräsident.

Allerdings sind Monschau, Roetgen und Simmerath aufgefordert, „sehr bald einen Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen in der Nordeifel vorzulegen”, so der RP. Dabei gelte es, auf der Grundlage der Schülerzahlen für die nächsten fünf Jahre ein tragfähiges Gesamtkonzept zu entwickeln, das die bisherige Qualität des Angebots sichere.

Unverhältnismäßiger Lehrerbedarf

Konkret wurde Regierungspräsident Lindlar bei der Frage nach der Zukunft der Hauptschule(n) in diesem Konzept: „Wir stehen zur einzügigen Hauptschule im ländlichen Bereich und werden als Bezirksregierung diese Schulen auch bei Klassen unter 18 Schülern genehmigen”, so der Kölner RP klipp und klar.

Dabei nehme die bezirksregierung als Schulaufsichtsbehörde „auch einen aufwändigen und unverhältnismäßigen Lehrerbedarf” in Kauf. Wenn die Kommunen aber beispielsweise übereinkämen, die Hauptschule(n) im Verbund mit einer Realschule zu führen, dann werde man auch dies mittragen, kündigte Hans-Peter Lindlar an.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter wies darauf hin, dass die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, die täglich an den weiterführenden Schulen in Monschau unterrichtet würden, aus Nachbargemeinden kämen. Auch vor diesem Hintergrund brachte die Leiterin des Schulträgers erneut das Gespräch auf einen „Schul-Zweckverband Nordeifel”. Dieser müsse, so Ritter, „den Erhalt des vorhandenen Angebots als oberestes Ziel haben”.

Dass die Hauptschule in Monschau eine Zukunft hat, untermauerte der kommissarische Schulleiter Franz-Josef Prümmer bei seiner Präsentation des Schulprofils, das den Gast aus Köln sichtlich beeindruckte. Vor allem im Bereich der Berufsorientierung und -vorbereitung sei die Schule mit dem Berufswegeplan, dem Berufswahlpass, dem Berufsorientierungsbüro und ihren guten Kontakten zur Wirtschaft bestens aufgestellt, stellte Lindlar fest: „Diese Leistungen sind so bei keiner anderen Schulform zu finden”, lobte der Regierungspräsident.

Bei einem kurzen Rundgang punktete die GHS dann auch optisch: Eine exponierte Lage mit Weitsicht, gepflegte helle Räume und kleine Klassen machen das Lernen hier sehr angenehm, wie die Gäste feststellten.

190 Schülerinnen und Schüler

Apropos kleine Klassen: Das mit 14 Kindern gestartete fünfte Schuljahr besuchen mittlerweile 19 Mädchen und Jungen. Erst letzte Woche stießen Zwillinge zur Eingangsklasse. Die Gesamtschülerzahl der GHS hat sich mittlerweile wieder auf 190 erhöht.
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