Regenmassen statt Hitzewellen im August

Von: kjl
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Der stete Wechsel zwischen wolken- und regenreichem Wetter und nur kurzen Sommerepisoden war charakteristisch für den August 2010. Nachfrontales „Aprilwetter” sorgte dabei aber auch immer wieder (wie hier im Venn) für faszinierende Wolkenbilder. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Der Sommer 2010 verlief äußerst kontrastreich. Nach einem kühlen Frühjahr dauerte die Schafskälte im Juni äußerst lange, und erst zum kalendarischen Sommeranfang begann eine vierwöchige Hitzewelle während der Fußball-WM in Südafrika.

Die Sommerhöchstwerte vom 10. Juli wurden im August nicht mehr erreicht, im Gegenteil, unwetterartige Gewitter leiteten Ende Juli bereits eine monsunähnliche, extrem nasse Augustphase ein (wie 2006 auch).

Ungewöhnlich hohe Niederschlagssummen für den Monat August wurden im Kreis Aachen gemessen, meist lagen die Werte zwischen 140 und 250 l/qm. Es gab aber auch einige wenige sommertaugliche Tage zum Monatsbeginn und um den 20. des Monats.

Die Passage von Sturmtief „Erina” mit Sturmböen und Starkregen - am ersten Schultag nach den Sommerferien - beendete das Regentrauma des letzten Sommermonats. Seither regiert der Altweibersommer mit kurzen Unterbrechungen.

Schauen wir uns die einzelnen Parameter des Wetters genauer an im Aachener Kreisgebiet und beginnen wir mit dem Verlierer des Monats, dem Regen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel fiel die zwei- bis vierfache Menge Wasser auf unsere Böden. Im Raum Roetgen gab es kreisweit die höchsten Regenmengen. Hier eine Übersicht: Roetgen 248 l/qm (Rekord seit August 1996 damals 253 l/qm), Monschau Schulzentrum 233 l (303 des Mittels; Rekord 292 l im Jahr 1969), Mützenich 217 l, Perlenbachtalsperre 200 l; Kalterherberg 198 l, Kalltalsperre 195 l (1969 sogar 284 l/qm), Simmerath 194 (273), Höfen 186 l (Rekord 1996 mit 293 l) und Aachen 139 l (183).

Auch wenn der Südwesten Nordrhein-Westfalens von der Sonne begünstigt war, fiel die Sonnenscheinbilanz dennoch um 10 bis 20 Prozent zu niedrig aus. In Aachen waren es 145 Stunden (77), in Eschweiler 163, in Schöneseiffen 165 und in Kalterherberg nur 126 Stunden.

Für die Statistik bleibt der wärmste Augusttag (21.) mit 29 Grad fast unbedeutend. Es gab auch in Aachen keinen einzigen Tag über 30 Grad.

Sommertage von 25 Grad gab es zwar sechs in den Niederungen, doch dass sind gut fünf zu wenig gegenüber den Langzeitwerten.

Betrachtet man die Summe aller Tages- und Nachttemperaturen, so errechnet sich für den August 2010 eine Mitteltemperatur in Kalterherberg von 14,1 und in Simmerath-Strauch von 14,9 Grad (Aachen 17,0 Grad; Abweichung -0,1). Im Vergleich zum 30-jährigen Mittelwert war der August meist 0,1 bis 0,8 Grad zu kühl, kein Wunder.
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