Regenbogengruppe unterstützt belastete Kinder

Letzte Aktualisierung:

Schleiden. Die Regenbogengruppe der Eifeler Caritas in Schleiden ist ein Angebot für Kinder psychisch- oder suchtkranker Eltern.

Einmal die Woche haben die derzeit etwa acht- bis fünfzehnjährigen Mädchen und Jungen die Möglichkeit, über Dinge zu sprechen, die sie auf dem Herzen haben oder die sie im häuslichen Alltag beschäftigen. Sie können und sollen in dieser Zeit spielen, basteln, Spaß haben, eben „einfach Kind sein“.

Nun waren zwölf Kinder im Begegnungszentrum des Caritas-Gebäudes Schleiden zu Gast, um gemeinsam mit Theaterpädagogin Petra Knittel einen ganztägigen Theater-Workshop zu gestalten. Das Projekt wurde von den Caritas-Mitarbeiterinnen Irene Nellessen, Sylvia Hinzmann und Michaela Sand begleitet und wird jährlich von Spenden für die Regenbogengruppe ermöglicht.

„Petra Knittel begann das Projekt zunächst mit Spielen zum Kennenlernen, Übungen zum Aufeinander-Achtgeben und dem spontanen Umsetzen eigener Ideen der Kinder“, berichtet Irene Nellessen, Organisatorin des Projekts. „Für einen Großteil der jungen Teilnehmer war es eine große Herausforderung, vor anderen in den Mittelpunkt zu treten, zu sprechen und zu agieren.“ Mit Hilfe selbst gewählter Rollen und professioneller Begleitung konnte diese Barriere aber bald „spielend“ überwunden werden.

Thema des diesjährigen Workshops war „Die Schatzpiraten“. Im Verlauf des Tages wurden die Rollen einer Erzählerin, zweier Anführer und ihrer Mannschaften, einer Robbe und eines sprechenden Papageis vergeben. Auf einem großen Segelschiff stach die Piratenmannschaft mit einer beim Poker gewonnenen Schatzkarte in See, begleitet von Musik und wilden Stürmen. Währenddessen war eine kleinere Piratengruppe bereits mit dem Ruderboot auf der Insel angekommen und hatte den Schatz gefunden.

Irene Nellessen zeigte sich begeistert vom Resultat des Tages: „Morgens hatten einige junge Akteure mit uns vereinbart, auf keinen Fall bei der Präsentation mitzumachen, weil sie sich nicht trauen würden. Für schüchterne Kinder ist es schon ein großer Erfolg, überhaupt an dem Angebot teilzunehmen.“ Die Mitarbeitenden unterstützen die Kinder darin, ihre eigenen Gefühle wahr- und ernst zu nehmen und ihre Wünsche und Grenzen zu benennen.

Daher konnten sich die Kinder auch klar dazu entscheiden, alles mitzumachen, nur eben den Auftritt nicht. „Umso überraschender war es, dass am späten Nachmittag alle Kinder von sich aus den Wunsch äußerten, das erarbeitete Theaterstück vor ihren Familien bzw. ihren Erziehungsberechtigten vorzuführen“, führt Irene Nellessen weiter aus.

„Sichtlich stolz genoss die Theatertruppe zum Abschluss des Tages den Applaus von über 20 Zuschauern.“ Für die jungen Menschen war dies eine ganz neue und wertvolle Erfahrung. Bereits während der Mittagspause, für die eine Riesenpizza geliefert wurde, wollten sie wissen, ob sie im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfen. Mit dem größten Kompliment meldete sich später eine Mutter. Ihre Tochter hatte ihr am Abend nach dem Workshop gesagt: „Mama, das war der schönste Tag meines Lebens!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert