Regen, Sonnenbrand und acht Plattfüße

Von: ho
Letzte Aktualisierung:
5654328.jpg
Nach sieben Tagen und 679 Kilometern ist die Radgruppe „Staubwolke“ in Sachsen angekommen. Die „glorreichen Sieben“ um Altbürgermeister Hubert Breuer (4.v.l.) präsentierten sich erschöpft und stolz vor dem Festzelt im sächsischen Strauch. Foto: Hoffmann

Simmerath/Strauch. Die zwölfköpfige Radfahrgruppe mit dem vielsagenden Namen „Staubwolke“ um Altbürgermeister Hubert Breuer war am 24. Mai zu morgendlicher Stunde vom Dorfplatz in Strauch gestartet. Vor der Brust hatten die Herren, von denen Breuer mit 69 Jahren der Alterspräsident ist, stolze 679 Kilometer quer durch die Bundesrepublik in Richtung Osten ins sächsische Strauch, einem Ortsteil von Großenhain im Landkreis Meißen.

Dort kam man am Fronleichnamstag gegen Mittag bei kühlen elf Grad und leichtem Nieselregen an und ließ sich trotz der niedrigen Temperaturen zunächst einmal das Willkommens-Bier schmecken.

Es war ein herzliches Willkommen, denn die Straucher Sachsen hatten für ihre Gäste aus der Eifel einen Bierwagen kommen lassen und ein Partyzelt aufgebaut. Das trug natürlich zur Linderung der Schmerzen in den Beinen der Pedalritter gewaltig bei, auch wenn man zunächst etwas steif von den Rädern gestiegen war.

Sieben Tage hatte man für die Tour gebraucht, wobei man in Eisenach einen Ruhetag eingelegt hatte. Dort hatten sich dann auch fünf Radfahrer vom Rest der Gruppe verabschiedet und die Heimreise angetreten. Die verbliebenen „glorreichen Sieben“ nahmen dann die drei Restetappen in Angriff.

Bei allen Touren dabei

Zu den Etappen stellte Hubert Breuer am Ziel fest: „Die härtesten sind die ersten beiden.“ Die erste Etappe über stolze 144 Kilometer führte von Strauch nach Dreifelden im Westerwaldkreis. „Und am zweiten Tag sind wir eigentlich nur hoch und runter gefahren, 130 Kilometer lang“, ergänzte Breuers Sohn Dirk. Hubert Breuer kennt die Strecke im übrigen wie seine Westentasche, da er bei allen sechs Radtouren seit 1995 dabei war. Da die Etappenziele seit dem festgeschrieben sind, ist man bei den Wirten auch schon bekannt.

Auch auf dieser Tour hatte sich die Crew im Begleitfahrzeug um die Versorgung mit Brötchen und zuckerhaltigen Getränken gekümmert. Natürlich hatte man dort auch Reparaturutensilien parat. Acht „Plattfüße“ holten sich die Straucher auf ihrem Trip durch die Republik. Unfälle und größere Pannen blieben ihnen jedoch erspart. Regen allerdings nicht. Zwei Tage lang hat es während ihrer Tour geregnet, einen davon stark. Auf den 100 Kilometern nach Eisenach schüttete es aus Kübeln. Zum Ausgleich holten sich einige Radler im Saaletal in Richtung Naumburg einen Sonnenbrand.

Dass dann am Ziel der Regen gleichfalls kein Erbarmen zeigte, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. In dem 300 Seelenort in Sachsen hat man sich auf die Radler aus dem Westen gefreut. Dazu merkt Raimund Löhrer, einer der ersten vier Straucher, die 1995 sächsischen Boden betraten, an: „Ich habe mich hier immer wohl gefühlt, fast heimisch.“ Die Sachsen hatten zu Ehren der Wessi-Radler einiges organisiert. Ab Samstagnachmittag stand im Rahmen eines Dorffestes ein buntes Kinderprogramm sowie Aktivitäten des Schützenvereins und der Feuerwehr, die mit großer Drehleiter anrückte, an.

Am Abend wurde schließlich ins Festzelt zu fetziger Musik geladen. Hier lüftete Hubert Breuer auch das Geheimnis seiner Fitness. Etwa 2500 Fahrradkilometer hat er bisher allein in diesem Jahr zurückgelegt. Für die Rückfahrt in die Eifel werden dazu allerdings keine weiteren kommen, da man sich am Sonntag Richtung Straucher Heimat mit Begleitfahrzeug und Pkw auf den Weg machte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert