Regen, Regen, Regen: Bis zu 70 Liter pro Quadratmeter

Von: fel/dpa
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Unwetter
Heftige Regenfälle haben dazu geführt, dass die Gullis mancherorts in der Region verstopften und somit ganze Straßenzüge zeitweise unbefahrbar waren, wie hier im Bild in Aachen am Kopfende der Kaiser-Friedrich-Allee. Foto: Ralf Roeger

Region/Brüssel/Paris. Starke Regenfälle haben am Wochenende in Nordrhein-Westfalen und Nordfrankreich zahlreiche Straßen und Keller überschwemmt. Insbesondere in der Region mussten die Feuerwehren allerdings hunderte Einsätze fahren.

Die Lage in der Region und im Rest des Landes entspannte sich erst am Sonntag. Immer noch führen allerdings die Inde im Aachener Südkreis sowie im Ruhrgebiet die Ruhr und ihre Nebenflüsse Hochwasser. Der Regen hatte am Samstag auch Autobahnen überflutet. Tausende Helfer waren im Einsatz. In 24 Stunden fielen örtlich über 70 Liter Wasser vom Himmel - so viel wie sonst in einem ganzen Monat.

Laub, Wasser und Gullis

Nach Auskünften der Polizeileitstellen in Heinsberg und Aachen seien Blätter das Hauptproblem, nicht unbedingt die tatsächlichen Wassermassen. „Wenn es so stark regnet, werden die Blätter mit dem Regen weggespült und gehen dahin, wo das Wasser auich hin fließt: In den nächsten Gulli. Da verstopft das Laub in kürzester Zeit den Gulli, und dann steht eben das Wasser”, erklärte Adolf Freh von der Aachener Polizei die Lage.

In Aachen war besonders der Norden der Stadt und einige Straßenzüge im Südviertel betroffen, wo kurzfristig mehrere Straßen gesperrt werden mussten. „Letztlich sind es aber fast alles kleinere Einsätze”, erläuterte Freh weiter. „Die Feuerwehrleute suchen den Gulli, entfernen die Blätter, das Wasser kann in die Kanalisation ablaufen.” Nach Angaben der Polizei waren etwa 100 Feuerwehrleute und 25 Feuerwehrfahrzeuge alleine im Aachener Stadtgebiet unterwegs, sie rückten zu 84 Einsätzen aus.

Alles andere als lustig war die Lage am frühen Nachmittag in einem Wohnhaus an der Monschauer Straße in Aachen. Ein Bach im hinter dem Haus liegenden Wald hatte wegen Laub und Ästen kurzerhand sein Bachbettverlassen und war stattdessen in den Keller des Wohnhauses gelaufen - jede Menge zu tun also für die Feuerwehr.

In Kornelimünster stieg unterdessen der Pegel der Inde deutlich an - auf bis zu 1,50 Meter. Zwischenzeitlich legte das Geläuf um bis zu zehn Zentimeter in der Stunde zu. Nach Angaben der Feuerwehr wird es kritisch für den Benediktusplatz (Markt) ab 1,70 Meter. Vorsorglich seien Sandsäcke befüllt worden, sagte ein Feuerwehr-Mitarbeiter am Abend. Letztlich wurden die letzten Feuerwehrleute in der Nacht um halb vier vom Markt in Kornelimünster abgezogen.

Im Kreis Heinsberg war die L42 zwischen Süggerath und Nirm sowie an der Grenze bei Scherpenseel zeitweise überflutet und gesperrt. Auch dort waren die örtlichen Feuerwehren im Dauereinsatz.

In Elsdorf verunglückte auf regennasser Straße eine 36-jährige Mutter mit ihren beiden neun und vier Jahre alten Kindern. Bei starkem Regen war sie mit ihrem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Alle drei kamen schwer verletzt ins Krankenhaus.

Zwei Tote in Belgien

„In der Nacht hat es noch geregnet, aber nicht mehr so ergiebig wie am Samstag”, sagte Fabian Ruhnau vom Wetterdienst Meteomedia am Sonntag in Bochum. Ein Ende der Niederschläge erwartete er in der Nacht zum Montag. Die Regenmengen der vergangenen Tage waren enorm. Der meiste Regen wurde im sauerländischen Meinzerzhagen gemessen, wo von Donnerstag bis Sonntag insgesamt fast 112 Liter Regen pro Quadratmeter niedergingen. Das langjährige Mittel für den gesamten November liegt dort bei 130 bis 140 Litern.

In Belgien starben bei den Überschwemmungen zwei Menschen. Wie der belgische Sender RTBF am Sonntag berichtete, kamen in der Nacht eine Frau und ein Mann in der Ortschaft Solre-St. Géry im Süden des Landes unweit der französischen Grenze ums Leben.

Auch im Norden Frankreichs gingen Wassermassen nieder und führten am Sonntag zu Evakuierungen und Sperrungen von Hauptverkehrsachsen. In Orten wie Fourmies oder Granville traten Flüsse über die Ufer und überschwemmten nach Behördenangaben Teile der Innenstädte.
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