„Reformation und Musik” in Roetgen

Von: js
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Am vergangenen Freitag war es
Am vergangenen Freitag war es wieder so weit: Nach zwei Jahren fand in Roetgen das traditionelle Gemeindekonzert statt. Diesmal stand es unter dem Leitmotiv „Reformation udn Musik”. Foto: Josef Schreier

Roetgen. Regelmäßig alle zwei Jahre treffen sich die Kirchenmusiker der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land zu einem „Gemeindekonzert”. So auch wieder am vergangenen Freitag in Roetgen. Diesmal stand es unter dem Leitmotiv „Reformation und Musik”.

Dieses Motto steht für die Evangelische Kirche in ganz Deutschland über dem ganzen Jahr 2012, und zwar als Teil der sogenannten Reformations-Dekade. Im Jahre 2017 wird nämlich der 500. Gedenktag des Beginns der Reformation durch Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg begangen. In den zehn Jahren zuvor hat jedes Jahr einen eigenen Themenakzent.

Besondere Klangschönheit

Dass die Reformation mit Musik und der musikalischen Entwicklung der Neuzeit sehr viel, ja Entscheidendes zu tun hat, darauf wies Pfarrer Jens-Peter Bentzin in seiner Moderation des Abends wiederholt hin. Luther war nicht nur theologischer, sondern auch musikalischer Inspirator. Er hat klar den wichtigen Anteil der Musik an der Verkündigung erkannt und gefördert.

Der Gemeindegesang, als aktive Teilnahme der Gläubigen am Gottesdienst, wurde zu einem grundlegenden Faktor der persönlichen Frömmigkeit. So wurde im Roetgener Gemeindekonzert auch nicht nur Musik „konsumiert”, vielmehr war die Zuhörerschaft als Gemeinde in das musikalische Geschehen selber integriert. Insgesamt dreimal stimmte die Gemeinde mit ein.

Die Aktivität der gemeindlichen Kirchenmusiker - professioneller wie auch ehrenamtlicher - wurde darüber hinaus vielfältig und klangfarbenreich demonstriert. Drei Organistinnen und Organisten boten ihr Können auf der Barockorgel dar: Christoph Goffart vor allem mit dem sehr schönen Largo aus J.S. Bachs Triosonate c-moll, Claudia Buske mit einem Präludium C-Dur des gleichen Komponisten, Ulrike Scheytt schließlich (die eigens aus Görlitz angereist war) mit neueren Stücken von Sigfrid Karg-Elert und Louis Vierne.

Einen besonderen Akzent setzte die Mitwirkung der beiden Posaunenchöre Roetgen und Broichweiden. Posaunenchöre als Bestandteil der Kirchenmusik sind etwas spezifisch Evangelisches und stammen aus dem Pietismus. Es war in Roetgen bewegend zu erleben, wie der feierliche Klang der Blechbläser die Wirkung der Musik vertiefte. In dieser Hinsicht war die Motette von Johann Pachelbel „Singet dem Herrn ein neues Lied” sicherlich einer der Höhepunkte des Abends. Hier konnten auch die vereinigten Gemeindechöre Roetgen und Monschau mit besonderer Klangschönheit hervortreten.

Pfarrer Bentzin hob in seinen begleitenden Gedanken hervor, dass die Reformation auch auf die Katholische Kirche reformierenden Einfluss ausgeübt hat. Die sogenannte „Gegenreformation” war einerseits Abwehr, aber doch auch produktive Fortentwicklung der älteren Kirche selbst.

Auch dies konnte an dem Abend musikalisch belegt werden mit einer der Mysteriensonaten des Salzburger fürsterzbischöflichen Hofkapellmeisters H.I.F. Biber. Die letzte dieser - eigentlich für Violine geschriebenen - Sonaten (sie ist dem „Schutzengel eines Kindes” gewidmet) wurde in Roetgen von Uwe Gäb in einer Fassung für Viola virtuos darboten - ein weiterer Höhepunkt des Abends.

Der Dank der Gemeinde galt vielen: den Solisten wie auch den verschiedenen Ensembles mit ihren Dirigenten. Der größte Dank galt der Organisatorin des Abends und Leiterin des Monschauer Gemeindechors: Ingeborg Gäb.
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