Rechtsprechung auf Japanisch ist der Traumberuf

Von: P. St.
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Ein Abstecher zum Kraremann durfte beim Kurzbesuch von Eva Zimmermann in Simmerath nicht fehlen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die Frikadellen von Oma Marlies und ein Spaziergang mit Opa Günther Wollgarten über den Westwallwanderweg dürfen nicht fehlen, wenn Eva Zimmermann auf Kurzbesuch in Simmerath weilt. Zweimal im Jahr ist die 25-jährige Referendarin und Absolventin der renommierten und weltbekannten University of Cambridge in England zu Gast in der Eifel.

Zu Simmerath hat die junge Frau eine ganz besondere Beziehung, nicht nur weil ihr Großvater Matthias Zimmermann einst Amtsdirektor in Simmerath war und eine Straßenbezeichnung im Gewerbegebiet seine Bedeutung für den Ort würdigt.

Die älteren Simmerather dürften Matthias Zimmermann noch vor Augen haben, der vom 1. Dezember 1947 bis zur kommunalem Neugliederung am 1. Januar 1972 Amtsdirektor des Amtes Simmerath war und bis zu seiner Pensionierung am 30. November 1973 noch für knapp zwei Jahre das Amt des Beigeordneten der neuen Großgemeinde Simmerath unter dem neuen Gemeindedirektor Leo Jansen bekleidete.

Eva Zimmermann wurde 1989 in Aachen geboren, lebte aber zeitweise in Rott und auch ein Jahr in Eicherscheid. Während dieser Zeit besuchte sie auch die Grundschule Simmerath. Mit Simmerath verbindet sie unvergessene Kindheitserinnerungen.

Nach dem Wegzug der Eltern aus Simmerath nach Ostwestfalen besuchte Eva Zimmermann ab dem zweiten Schuljahr die Grundschule Brake und ab dem Jahr 2000 das Marianne-Weber-Gymnasium in Lemgo. Die Eltern Peter und Monika Zimmermann stammen ebenfalls aus Simmerath.

Nach dem Abitur, das sie mit der Note 1,0 abschloss, begann für Eva Zimmermann eine intensive und spannende Zeit des Lernens. Ihr Weg führte sie durch die ganze Welt, beginnend mit dem Jura-Studium am College Gonville and Cains in Cambridge im Herbst 2009.

Nach einem kurzen Oster-Intermezzo in Simmerath befindet sich Eva Zimmermann jetzt wieder in England. Hier beginnt für sie im Sommer eine dreijährige Referendariatszeit in der Anwaltskanzlei Ashurst. Das in London ansässige Unternehmen beschäftigt tausende Mitarbeiter und ist im internationalen Wirtschaftsrecht weltweit tätig. Die Kanzlei besitzt auch eine Niederlassung in Tokio.

In der japanischen Metropole könnte sich Eva Zimmermann ihre berufliche Zukunft sehr gut vorstellen. Zum Land der aufgehenden Sonne, wo gerade die berühmte Kirschblüte stattfindet, hat sie eine besondere Beziehung, seitdem sie hier einen einjährigen Studienaufenthalt im Rahmen eines deutsch-japanischen Eliteaustauschprogramms der Martin-Luther-Universität Halle verbracht hat.

Ganze drei Teilnehmer aus dem gesamten Bewerbungsjahrgang wurden für das Projekt ausgewählt. Da Eva Zimmermann bereits während der Schulzeit in einem Leistungskurs die japanische Sprache neben Französisch, Englisch und Latein erlernte, hätten die Voraussetzungen für den Besuch in Fernost nicht besser sein können.

Ziel des insgesamt zweijährigen Uni-Programms, von dem ein Jahr in Tokio verbracht wird, ist der Erwerb eines Doppel-Masterabschlusses, also je eines Master-Abschlusses der Universität Halle und der Universität Keio (Tokio).

„Ich musste wie ein Kleinkind die japanische Sprache lernen“, sagt Eva Zimmermann lachend, denn obwohl sie zweifellos ein Sprachtalent ist, gibt es beim Japanischen keinerlei Beziehungen zum Europäischen Sprachraum, die hilfreich beim Lernen sein könnten. Auch die Vielzahl der Schriftzeichen zu lernen, ist eine ganz neue Art, sich mit Sprache zu beschäftigen.

Doch die japanische Sprache übt nach wie vor eine große Faszination auf Eva Zimmermann aus, nicht nur wegen des außergewöhnlichen Klangs und Schriftbildes. Auch die zahlreichen Höflichkeitsformeln, die ein großes Feingefühl voraussetzen, findet die 25-jährige höchst spannend, denn bei den vielen sprachlichen Abstufungen geht es auch darum, im Gespräch die Beziehung zu seinem Gegenüber richtig einzuschätzen.

Weitere Studienaufenthalte in Frankreich und den USA dank herausragender Leistungen runden den bisherigen beruflichen Weg von Eva Zimmermann ab, die aber überaus bodenständig geblieben ist. Wenn sie in Simmerath zu Gast ist, dann fällt ihr auf, dass der Ort in Folge anhaltender Bautätigkeit immer mehr sein Gesicht verändert. Etwas anderes aber lässt sich zur Freude von Eva Zimmermann nicht so schnell verändern: „Immer wenn ich in die Eifel komme, genieße ich es, den vertrauten Dialekt zu hören. Das ist einfach schön.“

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