Real-Mitarbeiter streiken in Düren

Von: ag
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Auch elf Mitarbeiter des Real-Marktes in Imgenbroich beteiligten sich Mittwoch am Streik in Düren: Sie fordern vor eine Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge. Foto: Gewerkschaft

Imgenbroich/Düren. Die Gewerkschaft Verdi hatte Mittwoch die Beschäftigten zweier Real-Märkte in Düren und die Mitarbeiter des Real-Marktes in Imgenbroich zum Streik und einer Kundgebung in Düren aufgerufen.

Die Beschäftigten im Einzelhandel fordern 5,5 Prozent mehr Lohn, beziehungsweise mindestens 140 Euro mehr Bruttogehalt. Eine weitere Forderung ist die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Von den rund 70 Angestellten in Imgenbroich ist etwa die Hälfte gewerkschaftlich organisiert. Elf davon waren Mittwoch in Düren dabei. „Viele sind zurzeit in Urlaub, wodurch sich die Zahl der am Streik Beteiligten zwangsläufig reduziert“, sagt der Betriebsratsvorsitzende, Sascha David. Außerdem sei die Streikbereitschaft durch die Ansiedlung des Kauflands im neuen Gewerbegebiet in Imgenbroich nicht so hoch wie sonst.

Weitere Streiks wahrscheinlich

Den Real-Mitarbeitern gehe es weniger um eine Gehaltserhöhung, viel mehr gehe es ihnen darum, auf die Schieflage im Einzelhandel insgesamt aufmerksam zu machen, sagt David.

Diese Schieflage entstehe, weil nicht alle Unternehmen an den Tarifvertrag gebunden seien. „In den vergangenen Jahren haben sich viele Unternehmen aus dem Tarifvertrag verabschiedet. Das setzt auch die anderen unter Druck“, sagt David. Am Ende würde das dann viele Beschäftigte im Einzelhandel zu Aufstockern machen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

„Vermeiden Sie Einkäufe bei nicht tarifgebundenen Unternehmen“, fordert die Gewerkschaft auf einem Flyer. Im Vergleich zu tarifgebundenen Einzelhandelsunternehmen hätten die Beschäftigten im nicht-tarifgebundenen Einzelhandel neben deutlichen Lohn- und Gehaltsnachteilen häufig mit weiteren Nachteilen zu kämpfen, heißt es auf dem Flyer.

Zu den Nachteilen zählt die Gewerkschaft unter anderem unbezahlte Überstunden und unbezahlte Vor- und Nacharbeiten, einen geringeren Urlaubsanspruch, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine tarifliche Altersvorsorge und keine Arbeitnehmervertretung in Form eines Betriebsrates.

„Im Vergleich zu den Beschäftigten in vielen anderen Unternehmen haben wir bei Real noch die Möglichkeit, uns gewerkschaftlich zu organisieren, zu streiken und auf Missstände aufmerksam zu machen“, sagt David.

Weil es in den ersten beiden Verhandlungsrunden keine Annäherung zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband gegeben hat, rechnet David mit weiteren Streiks, an denen sich auch die Realmitarbeiter erneut beteiligen werden.

„Im Arbeitgeberverband sitzen auch diejenigen, die sich nicht am Tarifvertrag beteiligen. Die haben wenig Interesse daran, dass dieser für allgemein verbindlich erklärt wird“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.

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