Ravel-Radweg: Brücken rücken in den Blickpunkt

Von: Heiner Schepp
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Auch an den kleinen Brücken im Bereich der „Boverei” am Ortsrand von Mützenich hat der Zahn der Zeit genagt. Ob die Bauwerke nun abgerissen oder ertüchtigt werden müssen, ist auch eine Frage der Kosten. Foto: H. Schepp

Monschau. Wenn man über die ehemalige Vennbahntrasse von Kalterherberg nach Konzen wandert, sind die vielen Brücken auf der Strecke ein charakteristisches Merkmal. Alleine sechs alte Brücken überspannen die frühere Gleisstrecke, andere, wie im Leyloch oder an der Grillhütte in Mützenich, führten einst die Eisenbahntrasse über ein Tal.

Nun, im Zuge der Planung des Ravel-Radweges auf der einstigen Vennbahntrasse (wir berichteten), rücken auch die Brücken an und auf der Strecke wieder ins Blickfeld. Doch es ist dabei nicht gut bestellt um die Zukunft der meist über 100 Jahre alten Bauwerke zwischen Kalterherberg und Mützenich.

„Nach einer ersten Bestandsaufnahme sind alle Brücken zumindest sanierungsbedürftig, ja einige sogar baufällig und höchst gefährlich”, erläuterte Manfred Strang, Projektleiter des Vennbahnradweges, nun im Monschauer Wirtschaftsausschuss. „Die Brücken wurden einst für Ochsenkarren gebaut, aber nicht für schweres Gerät, das die Landwirtschaft heute nutzt”, verwies der Bauexperte auf das Gewicht einer modenen Zugmaschine mit einem 30-Kubik-Güllefass.

Deshalb habe die zuständige Städteregion Aachen kürzlich auch bereits eine der Brücken (Bereich unterer Steindriesch) für jeglichen Verkehr gesperrt.

Allerdings scheint die amtliche Vollsperrung von den Nutzern der Brücke noch nicht wirklich akzeptiert zu werden, denn Baken, Warnleuchten und Sperre liegen derzeit am Wegesrand oder in einer nahen Hecke.

„Wir haben die Absperrung schon mehrfach wieder aufgebaut, doch am nächsten Tag liegt sie dann wieder im Graben”, bedauert Manfred Strang das eigenmächtige Vorgehen einiger Zeitgenossen.

Dennoch - oder gerade deshalb - möchte die Städteregion alle weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit den Brücken in enger Abstimmung mit der Bevölkerung, den Ortsvorstehern und den Hauptnutzern der Wege, sprich der Landwirtschaft, treffen.

Ein Problem dabei ist die unklare Zuständigkeit für die Bauwerke. Von Deutschland im Zuge des Vennbahnbaus um 1875 errichtet, wechselten Besitz und Zuständigkeit für die Brücken mit dem Versailler Vertrag (1919) zu den Belgiern, die ihrerseits nun wieder die deutschen Nachbarn und hier konkret die Städteregion in der Verantwortung sehen, da diese für den Straßenverkehr zuständig ist.

Fakt ist auch, dass die Brückeninstandsetzung Teil des Förderantrags mit Interreg-Mitteln ist, aus denen auch der Bau des Vennbahnradweges finanziert wird, so Amtsleiter Hubert Philippengracht im Wirtschaftsausschuss.

In Abstimmung mit den Landwirten, der Stadt Monschau und den belgischen Beörden soll nun zeitnah entschieden werden, welche Brückenbauarbeiten wo sinnvoll sind und wo Brücken möglicherweise komplett abgerissen und Umfahrungen neu gebaut werden müssen.

Etwas klarer ist die Lage im Falle des mächtigen Viadukts, der den künftigen Premiumradweg mit herrlicher Aussicht über das Leyloch führen wird. „Hier werden wir die Bögen ertüchtigen und das Geländer auf der Brücke erneuern”, erwartet Manfred Strang bei Reichenstein einen der attraktivsten Haltepunkte der gesamten Ravelroute.
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