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Rauchmelder: Was wahr ist und was Lüge

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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So soll es sein: Auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands weiß aus langjähriger praktischer Erfahrung als Brandschützer um die Bedeutung von Raumeldern in Wohnungen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Rauchmelder retten Leben: Das sagt nicht nur die Feuerwehr, das weiß auch jeder Bürger. Doch dieses Wissen um die Bedeutung des kleinen Vorwarnsystems mit großer Wirkung führt bis heute noch nicht zu dem Effekt, dass sich Rauchmelder flächendeckend im Wohnbereich verbreitet haben.

Gerade einmal 25 Prozent der Wohnungen sind nach Erkenntnissen der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen mit Rauchmeldern ausgestattet.

Auch in Eifel liegt die Quote nicht höher, bestätigt Bernd Hollands, Kreisbrandmeister in der Städteregion Aachen. Wenn man mit den Bürgern über die Bedeutung von Rauchmeldern rede, dann höre man häufig die Antwort „Mein Hund weckt mich, wenn es brennt“ oder auch: „Ich habe ja einen Feuerlöscher.“

Solche Argumente aber sind für den erfahrenen Brandschützer Bernd Hollands nicht nachvollziehbar sondern ein folgenschwerer Irrtum.

Trickbetrüger unterwegs?

In den zurückliegenden Wochen geriet die Rauchmelder-Thematik plötzlich in den Blickpunkt, weil sich in den sozialen Medien wie ein Lauffeuer die Meldung verbreitete, dass in mehreren Kommunen in NRW „falsche Feuerwehrleute“ an den Haustüren klingelten, die angeblich den Auftrag hätten, zu überprüfen, ob im Haus auch Rauchmelder installiert seien. In Wirklichkeit aber handelte es sich offenbar um eine neue Masche von Trickbetrügern, die die Unkenntnis und die Verunsicherung von Bürgern ausnutzen, um Häuser auszuspionieren.

Hintergrund der Masche sind die seit dem 1. Januar 2016 in 13 von 16 Bundesländern (ausgenommen sind Berlin, Brandenburg und Sachsen) vorgeschriebenen Rauchmelder in Wohnungen und Wohnhäusern. In NRW gibt es eine sogenannte Übergangsfrist von einem Jahr. Hier werden die Rauchmelder ab 1. Januar 2017 Pflicht.

Nach unbestätigten Angaben sollen Anfang des Jahres auch in Rohren Personen an Wohnungstüren geklingelt und sich als Rauchmelder-Kontrolleure ausgegeben haben. Der Polizei liegt zwar keine Anzeige vor, aber dennoch sah sie sich veranlasst, grundsätzlich vor solchen möglichen Trickbetrügern zu warnen.

Zum Thema Kontrolle stellt Kreisbrandmeister Bernd Hollands unmissverständlich fest, dass es nicht Aufgabe der Feuerwehr sei, die Einhaltung der Rauchmelder-Vorschrift zu kontrollieren. Einen solchen Auftrag werde die Feuerwehr auch niemals erhalten.

Das Gesetz sieht vor, dass der Eigentümer die Erstinstallation der Rauchgaswarnmelder übernehmen muss. Für Pflege, Wartung und den Batteriewechsel ist dann der Mieter verantwortlich.

Der Hauseigentümer kann einen Dritten mit der Wartung beauftragen. Solche Dienste werden beispielsweise verstärkt von Schornsteinfegern angeboten. Mit den zusätzlichen Kosten werden dann in der Regel die Mieter belastet.

Dass Rauchmelder effektiv sind, kann Bernd Hollands mit Fakten belegen. Bei rund zehn Feuerwehreinsätzen pro Jahr in der Städteregion sei nachweislich größerer Schaden verhindert worden, weil das Gerät rechtzeitig vorgewarnt habe. Dass es durch die Verwendung von Rauchmeldern auch zwangsläufig zu mehr Feuerwehreinsätzen komme, sei eine logische Folge, aber im Sinne des Brandschutzes in Ordnung.

Inzwischen Teil der Bauabnahme

Dass es überhaupt einer gesetzlichen Vorschrift für Rauchmelder bedürfe, habe allein damit zu tun, „dass die Menschen nicht eingesehen haben, dass es nur ein paar Euro kostet, Leben zu retten“. Also habe der Gesetzgeber handeln müssen. Für die Ausstattung eines normalen Einfamilienhauses mit langlebigen Rauchmeldern kann man rund 100 Euro veranschlagen. Je nach Produkt geht es auch preiswerter. Bernd Hollands: „Auch Billigprodukte können ihren Dienst tun.“

Der Stichtag der gesetzlichen Rauchmelderpflicht ist der 1. April 2013. Für Wohnungen, die nach diesem Zeitpunkt genehmigt wurden, sind Rauchmelder verpflichtend, das heißt sie sind Teil der Baugenehmigung, und ohne installierte Rauchmelder erfolgt auch keine Abnahme.

Allen anderen Hausbesitzern könne die Ausstattung mit Rauchmeldern nur dringend angeraten werden, meint auch Bernd Hollands. Zwar gebe es bislang noch keine Signale, dass Gebäudeversicherungen ihre Schadensregulierung in einen Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Rauchmeldern stellten, „aber man wird sehen, wie die Versicherungsbranche nach dem 1. Januar 2017 reagiert“.

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