Nordeifel - Rauchmelder: Eigentümer sollen in Sicherheit investieren

Rauchmelder: Eigentümer sollen in Sicherheit investieren

Von: Andreas Gabbert
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Auch in der Eifel hätten Rauchmelder schon öfter Schlimmeres verhindert, sagt Kreisbrandmeister Bernd Hollands und verweist auf die Einsatzprotokolle der Feuerwehr. Trotzdem sei vielen noch nicht klar, wie wichtig die Installation der Geräte sei. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 400 Menschen bei Bränden – die meisten davon in den eigenen vier Wänden an einer Rauchvergiftung. Zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht. Deshalb empfiehlt die Feuerwehr schon seit vielen Jahren die Installation von Rauchmeldern. Seit dem 1. Januar sind sie jetzt in allen Wohnungen und Wohnhäusern Pflicht.

Aber noch vor einem Jahr waren nach Erkenntnissen der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen gerademal 25 Prozent der Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet. Zum Ende des Jahres sei diese Quote auf schätzungsweise 40 Prozent angestiegen, da viele Wohnungsbaugesellschaften die Rauchmelder nachgerüstet hätten, erklärt Kreisbrandmeister Bernd Hollands.

Nicht auf den Hund vertrauen

Auch in der Eifel hätten Rauchmelder schon öfter Schlimmeres verhindert, sagt Hollands und verweist auf die Einsatzprotokolle der Feuerwehr. Trotzdem sei vielen noch nicht klar, wie wichtig die Installation der Geräte sei. Einige vertrauten darauf, dass ihr Hund oder ihr Nachbar den Brand bemerke und rechtzeitig Alarm schlage.

Das sei aber eine gefährliche Fehleinschätzung, betont der erfahrene Feuerwehrmann. „Das ist wie mit dem Sicherheitsgurt im Auto. Auch hier musste der Gesetzgeber helfen, damit die Leute etwas für ihre Sicherheit tun“, erinnert Hollands an die Einführung der Gurtpflicht Anfang der 1980er Jahre. „Es ist letztlich die eigene Sicherheit, die hier zur Debatte steht“, sagt er.

Eigentümer sind in der Pflicht

Seit dem 1. April 2013 bestand die Rauchmelderpflicht schon für Neu- und Erweiterungsbauten, ab 1. Januar 2017 gilt sie für alle Wohnungen und Wohnhäuser. Laut Gesetz liegt die Installationspflicht bei den Bauherren beziehungsweise den Eigentümern. Wenn diese ihrer Pflicht nicht nachkommen, sollten Mieter auf ihren Vermieter zugehen, empfiehlt der Verband der Feuerwehren in NRW.

Die Wartung der Geräte muss der Mieter selbst übernehmen. „Haben Mieter bereits Rauchmelder installiert, dürfen diese weiter betrieben werden, sofern der Vermieter zustimmt. In diesem Fall muss sich der Vermieter allerdings von der ordnungsgemäßen Installationen und Betriebsbereitschaft überzeugen und sollte diese auch dokumentieren“, schreibt der Verband der Feuerwehren.

Mit Rauchmeldern ausgestattet werden müssen alle Schlafräume und Kinderzimmer. Auch in Fluren, die zu den Aufenthaltsräumen führen und die Rettungswege sein könnten, müssen Rauchmelder installiert werden. Flure in Kellern, in denen sich keine Aufenthaltsräume befinden, müssen hingegen nicht berücksichtigt werden.

Zusätzlich empfiehlt Kreisbrandmeister Hollands die Installation weiterer Rauchmelder, zum Beispiel in der Nähe der Waschmaschine. „Die Waschmaschine ist ein typischer Brandherd. Hier gibt es zwar keine Verpflichtung, die Installation sollte aber ein Faktor der Vernunft sein“, sagt Hollands. Auch der Schutz von Werten sei nicht zu vernachlässigen, etwa von Archiven im gewerblichen Bereich.

Angebracht werden sollten die Rauchmelder an der obersten Stelle in der Mitte des Raumes, mindestens jedoch 50 Zentimeter von einer Wand oder Einrichtungsgegenständen entfernt. „Warme Luft steigt auf und sammelt sich dort“, erklärt Hollands den Hintergrund. Wer auch Küche und Badezimmer absichern wolle, müsse auf spezielle Hitzemelder zurückgreifen, sagt Hollands.

Beim Kauf empfiehlt der Kreisbrandmeister auf das CE-Kennzeichen oder auf das Qualitätskennzeichen „Q“ zu achten. Die Funktionsweise der Melder sei im Prinzip gleich. „Ein Polo fährt genauso wie ein Porsche.“ Während bei günstigen Geräten die Batterien etwa alle ein bis zwei Jahre gewechselt werden müssten, entfalle dies bei den etwas teureren Zehnjahresmeldern. Unter dem Strich ergebe sich mit Blick auf die Kosten in etwa die gleiche Größenordnung, sagt Hollands. Erhältlich sind die Geräte im Fachhandel, in den Technikabteilungen der Kaufhäuser und in Baumärkten.

Der Kreisbrandmeister und der Verband der Feuerwehren empfehlen ein über Funk oder Kabel vernetztes Meldesystem. „Wenn ein Melder geht, lösen alle anderen auch aus“, sagt Hollands. „Eine Funkvernetzung ist vor allem dann vorteilhaft, wenn die zu überwachenden Bereiche weit voneinander entfernt oder sogar mehrere Etagen verteilt liegen“, schreibt der Verband der Feuerwehren. Zum Beispiel könnten Eltern so rechtzeitig mitbekommen, wenn etwa im Kinderzimmer ein Brand entstehe.

Welche Konsequenzen drohen, wenn man der Pflicht nicht nachkommt und es zu einem Brand kommt, ist nicht klar. Das müsse im Einzelfall geprüft werden, heißt es von der Polizei und der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Kontrollen gibt es jedenfalls nicht.

Deshalb sollte man auch stutzig werden, wenn sich jemand als Feuerwehrmann oder Mitarbeiter der Kommune ausgibt, um die Rauchmelder zu überprüfen. Solche Fälle soll es im vergangenen Jahr auch in Rohren gegeben haben. Der Polizei lag zwar keine Anzeige vor, aber dennoch sah sie sich veranlasst, grundsätzlich vor solchen Trickbetrügern zu warnen.

In einer Information des Landesministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr heißt es, dass Rauchwarnmelder „als Frühwarnsystem ausschließlich dem Schutz der sich in einer Wohnung aufhaltenden Personen dienen“. Demnach könne gegen Versicherungsklauseln nicht verstoßen werden. Wie die Versicherungen mit der Abwicklung solcher Schadenfälle umgehen werden, müsse die Erfahrung zeigen, meint Hollands.

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