Rat und Hilfe für schwerkranke Kinder und ihre Eltern

Von: dm
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Gisela Esser aus Konzen (Bildmitte) ist die Ansprechpartnerin des Förderkreises „Schwerkranke Kinder” in der Region Monschau, Simmerath und Roetgen, sie arbeitet eng mit dem Leitungsteam zusammen (von links). Volker Pöhlsen, Annemarie Priem, Elke Henche und Käthe Eilers. Foto: dm

Nordeifel. In mancher Familie herrscht bittere Not: Das Geld reicht nicht, Vater arbeitslos, Kinder krank und behindert, Mutter völlig überlastet, am Ende der Kraft. Dann gibt es noch Probleme mit der Krankenkasse, die nicht alle Hilfen bezahlt. Ohne den Förderkreis „Schwerkranke Kinder” könnten manche Familien es nicht mehr schaffen.

Wer ist das, der „Förderkreis Schwerkranke Kinder” in der Region Aachen, wie hilft er? Im Gespräch stellen Käthe Eilers, Elke Henche, Annemarie Priem und Volker Pöhlsen vom Leitungsteam gemeinsam mit Gisela Esser den Beratungs- und Betreuungsdienst vor.

Gisela Esser (62) aus Konzen ist Ansprechpartnerin des Förderkreises für den Bereich Monschau, Simmerath und Roetgen. 1994 haben betroffene Eltern, Mediziner, Krankenschwestern und Seelsorger des Uniklinikums Aachen den Verein gegründet. Das Ziel: sich um schwer kranke, oftmals mehrfach schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche und um deren Familien zu kümmern, um schwer kranke Frühgeborene, um Klein- und Schulkinder und Jugendliche.

Das geschieht auf mehrfache Weise: Der Förderkreis hat einen Beratungsdienst „Eltern helfen Eltern” eingerichtet. Betroffene Väter und Mütter können sich austauschen und einander Rat und Hilfe geben. Sofern nötig, hilft der Beratungsdienst auch bei bürokratischen Problemen.

Der Verein hilft bei finanziellen Engpässen mit Geld, gerade dann, wenn die Krankenkassen und andere Institutionen Kosten für notwendige Dingen und Therapien nicht übernehmen. So hat der Förderverein kürzlich noch einer Familie mit 2000 Euro bei einem Umbau in ihrem Haus geholfen: aus der Garage wurde ein behindertengerechtes Zimmer für den geistig und körperlich behinderten Jungen, der zudem noch auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Im Betreuungsdienst des Förderkreises sind speziell ausgebildete Krankenschwestern engagiert, sie versorgen die schwerstkranken Kinder und Jugendliche in der gewohnten Umgebung zu Hause.

Die Jahresbilanz für 2009 bisher: 32 Schwestern waren bei 56 Familien 1562 Stunden im Einsatz. Die Bilanz der vergangenen 15 Jahre seit Gründung des Förderkreises: 430 Schwestern leisteten in 524 Familien bei 3656 Einsätzen 18.060 Stunden.

Darin enthalten ist auch dieser Einsatz: Eine Schwester begleitet einen mehrfach behinderten Jugendlichen (etwa 16 Jahre alt) aus Roetgen, damit auch er einmal in eine Disco und zum Kegeln mit anderen Behinderten gehen kann.

Hinter diesen Zahlen steckt sehr viel Engagement und Hilfe für schwer kranke und behinderte Kinder und deren Familien: Entlastung, Erleichterung, Einfühlungsvermögen, beherztes Handeln, Liebe, Geduld. Der Einsatz der Schwestern ermöglicht, was selten und kostbar ist: eine gemeinsame Freizeit außerhalb der Wohnung für die ganze Familie.

Der Förderkreis „Schwerkranke Kinder” (derzeit rund 500 Mitglieder, darunter etwa 60 aus dem Bereich Monschau-Simmerath-Roetgen) braucht aber selbst Hilfe, um helfen zu können. Bei den Spenden kommt es auf jeden Euro an.

Gisela Esser hat in etlichen Geschäften und Arztpraxen Spardosen aufgestellt. Wer helfen will, kann Mitglied im Förderkreis werden, der Beitrag: ab 20 Euro im Jahr. Der Förderkreis „Schwerkranke Kinder” hat, was die Spenden anbelangt, eine sehr starke „Konkurrenz” mit dem Förderkreis „Hilfe für krebskranke Kinder”, der viel bekannter ist als der Förderkreis „Schwerkranke Kinder”. Die Arbeit beider Förderkreise ist eminent wichtig, beide Förderkreise brauchen Spenden, um kontinuierlich helfen zu können.
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