Räder statt Dampfrösser: Vennbahnweg offiziell eröffnet

Von: ho
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Sieben Scheren und ein Gedanke. Städteregionsrat Helmut Etschenberg (Bildmitte) hatte die anwesende politische Prominenz zum entscheidenden Scherenschnitt um sich versammelt. Foto: Hoffmann
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Radfahrkneuel auf der Vennbahn: Geduld war teilweise angesagt, um in die eine oder andere Richtung zu kommen.
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Für die Versorgung der vielen Gäste waren die Lammersdorfer Vereine zuständig und konnten sich dabei über mangelnde Arbeit nicht beklagen.

Nordeifel/Lammersdorf. Vom Ausmaß der Veranstaltung bekam man schon auf der Lammersdorfer Bahnhofstraße einen kleinen Vorgeschmack, da diese auf der gesamten Länge auf einer Seite komplett zugeparkt war. Volksfeststimmung und Riesengedränge herrschte am Sonntag dann einen Steinwurf entfernt auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs an der Vennbahntrasse, wo deren offizielle Eröffnung durch die Städteregion Aachen stattfand.

So viele Menschen hatten sich dort seit Jahrzehnten nicht mehr in Feierlaune eingefunden und dürften in der Vielzahl höchstens bei der Einweihung der ehemaligen Bahntrasse zwischen Aachen und Monschau im Jahre 1885 anwesend gewesen sein.

128 Jahre später bestimmten allerdings keine Dampfrösser sondern Fahrräder in den verschiedensten Ausführungen und viele Schaulustige das Bild am Lammersdorfer Bahnhof. Ganze Radfahrgruppen, unter anderem aus dem Stolberger Stadteil Dorff, hatten sich zu der zentralen Veranstaltung eingefunden, die vom Team der Städteregion mit Unterstützung der Lammersdorfer Vereine hervorragend organisiert war.

Getümmel auf der Strecke

Sowohl die Städteregion, als auch die Rurseetouristik waren mit Infoständen vertreten, wo man Informationsmaterial rund um den 125 Kilometer langen Premiumradweg erhalten konnte. Hiervon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Astrid Juraschky, die Geschäftsführerin der Rurseetouristik, konnte an die vielen Interessierten manchen wertvollen Tipp weiter geben. Daneben lockten ein Bierwagen, der von den Lammersdorfer Karnevalsfreunden fachgerecht betrieben wurde und eine Würstchenbude unter Leitung der Laimisch Riders die zahlreichen Pedaltreter zur Stärkung an.

Zudem hatte sich das angrenzende Bauernmuseum herausgeputzt, wo Kaffee und Kuchen im Angebot waren. Kein Wunder, dass da allseits gute Laune und Volksfeststimmung aufkam, zu der die Broom Binder Band ein gehöriges Scherflein beisteuerte.

Getümmel gab es aber auch auf der Vennbahnstrecke, wo sich Radfahrer und Besucher in friedlicher Eintracht irgendwie einen Weg bahnten. Und selbstverständlich hatte sich auch viel politische Prominenz eingefunden, die teilweise, passend zum Anlass und zur Veranstaltung, mit dem Fahrrad auf dem Vennbahnradweg angereist war. Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns fanden mit ihren Pedelecs den Weg nach Lammersdorf.

In der Begleitung des Städteregionsrats befanden sich unter anderem Ministerin Isabell Weikmanns vom Ministerium für Tourismus der deutschsprachigen Gemeinschaft, Roetgens Bürgermeister Manfred Eis, Hermann Mertens von der Stadt Monschau, MDL Axel Wirtz, der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt und der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck. Ortsvorsteher Robert Johnen und Ortskartellvorsitzender Sascha Schlepütz vertraten bei der Eröffnungsfeier neben anderen Ratsvertretern die Lammersdorfer Farben.

Reichlich unspektakulär ging dann der offizielle Festakt über die Bühne. Nachdem das für diese Anlässe unumgängliche Band über die Fahrbahn des Radweges gespannt war, versammelte Helmut Etschenberg die mit Scheren bewaffnete politische Prominenz um sich und verkündete, dass er sich lange Reden für die Eröffnung sparen und schnörkellos zur Tat schreiten wolle. Sieben Scheren machten dann einmal „Schnipp“, womit die Vennbahntrasse zwischen Aachen-Rothe Erde und Kalterherberg offiziell eröffnet war.

Karl-Heinz Hermanns betonte, dass von dem 125 Kilometer langen Radweg durch Simmerather Gebiet zwar nur fünf Kilometer führen, aber diese für die Gemeinde von hoher Bedeutung in touristischer Hinsicht seien. „Ich weiß, dass die Touristiker schon an attraktiven Paketen basteln, um schöne Runden für Gäste zusammenzustellen und damit die Radtouristen hier ein neues Paradies entdecken können“, sagte Hermanns.

Gleichzeitig gab er ein großes Kompliment an alle Lammersdorfer Vereine weiter, die mit viel Engagement bei der Eröffnungsfeier mitgewirkt hatten.

Gefeiert wurde unter anderem auch in Kalterherberg, Monschau und Roetgen. Am Bahnhof in Kalterherberg hatte der Eifelverein für Speisen, getränke und Unterhaltung gesorgt. Am Monschauer Bahnhof kümmerte sich die Frauen- und Müttergemeinschaft um die Gäste während die Monschauer Musikvereinigung aufspielte. An der Wanderstation in Roetgen bot das Ortskartell ein buntes Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie an, zusätzlich spielte die Musikvereinigung Roetgen.

Hinweis: Den Satz zur Broom Binder Band haben wir geändert.

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