Radtourismus statt Grundschule?

Von: fm
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Kalterherberg. Der Schulentwicklungsplan der Stadt Monschau sieht vor, spätestens nach dem Schuljahr 2016/2017 den Schulstandort Kalterherberg zu schließen. Teile des Schulgebäudes werden heute schon nicht mehr für schulische Zwecke genutzt.

In die freien Gebäudeteile sind bereits Kalterherberger Vereine eingezogen. Wenn in etwa drei Jahren die Schule schließt, stehen weitere Räume leer.

Grund genug für Ortsvorsteher Norbert Rader, bereits frühzeitig Pläne zu entwickeln, was mit den frei werdenden Räumen geschehen soll. Erste Anregungen dazu hatten ihm in einem Arbeitsgespräch bereits Bürgermeisterin Margareta Ritter und Städtregionsrat Helmut Etschenberg gegeben.

Alle Beteiligten dieses Arbeitsgespräches waren sich darin einig, in einem Informationsabend ihre Pläne der Öffentlichkeit vorzustellen. Nur wenn die angedachten Pläne in der Diskussion mit den Bürgern des Ortes eine breite Zustimmung finden, sollen die nächsten Schritte zu deren Realisierung angegangen werden.

Sanierungsstau

Was mit dem Schulgebäude geschehen soll, interessierte die Bürger des Ortes sehr. Es kamen viele Bürger zum Informationsabend. Norbert Rader eröffnete den Abend mit einem kurzen Hinweis auf das anstehende Thema und hoffte auf ein positives Ergebnis nach allen Diskussionsbeiträgen. Nacheinander führten Bürgermeisterin Margareta Ritter und Städtregionsrat Helmut Etschenberg ins Thema. Die Bürgermeisterin war für den praktischen Teil und der Städtregionsrat für den kreativen Teil verantwortlich.

Die Bürgermeisterin stellte klar, dass die Vereine nicht in der Lage seien, die Fortführung des Schulkomplexes alleine zu schultern. Es bestehe ein Sanierungsstau von etwa 500.000 Euro. Für den Verlust der Grundschule müsse ein Ausgleich geschaffen werden. Nach dem Muster des Nationalparktores in Höfen wäre eine touristische Nutzung des Gebäudes vielleicht ein Lösungsansatz.

Wie nach diesem Leitgedanken ein Modell für Kalterherberg aussehen könnte, dafür habe an diesem Abend Städteregionsrat Helmut Etschenberg den kreativen Teil übernommen. Helmut Etschenberg stellte zunächst heraus, wie sehr der Eifelraum heute touristisch anerkannt sei. Nationalpark, Eifel-steig, Ravelroute und die besondere Lage im Grenzgebiet zu den holländischen und belgischen Nachbarn und dem Bundesland Rheinland-Pfalz trage dazu entscheidend bei. Eine große Zukunft sehe er im Fahrradtourismus. Bereits heute würden in dieser Branche über neun Milliarden Umsatz erzielt. Für die Zukunft seien weitere Steigerungsraten zu erwarten.

Neben dem bereits bestehenden Kompetenzzentrum für Wanderfreunde im westfälischen Landesteil von NRW soll an anderer Stelle ein Kompetenzzentrum für den Fahrradtourismus entstehen. Angesichts des bereits vorhandenen sehr guten Radwegenetzes in der Region sah Helmut Etschenberg gute Chancen für die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Radwandern und Radfahren im Gebäude der Grundschule.

Neben den Seminar- und Schulungsräumen für das neue Kompetenzzentrum würden auch die Belange der Vereine berücksichtigt. Ihnen soll im neuen Kompetenzzentrum ein Bleiberecht eingeräumt werden. Wenn eine derartige Nutzungskonzeption im Ort eine breite Zustimmung finde, werde er gerne dieses Konzept weiter entwickeln und verfolgen.

Lebhafte Diskussion

Es folgten zahlreiche Diskussionsbeiträge aus der Zuhörerschaft. Es ging dabei um Fragen der Trägerschaft, der Anbindung der Ravelroute an den Ort und das neue Zentrum. Die Bündelung des Fahrradtourismus auf den Ort fand bei allen Zuhörern große Zustimmung. Den Fahrradtourismus sahen viele als Keimzelle für die Entwicklung neuer touristischer Angebote für die Region an.

Am Ende der lebhaften Diskussion fassten die Initiatoren des Abends, Ortsvorsteher Norbert Rader, Bürgermeisterin Margareta Ritter und Städteregionsrat Helmut Etschenberg zusammen, man werde diese Grundstimmung als Auftrag mitnehmen, weiter an dem angedachten Vorhaben zu arbeiten.

Zunächst soll ein konkretes Konzept für das neue Kompetenzzentrum erarbeitet und ein dazu passendes Gebäudekonzept entwickelt werden. Zum Gebäudekonzept werden die Vereine rechtzeitig gehört. Alle Initiatoren des Infoabends sehen gute Chancen für ein Radkompetenzzentrum in Kalterherberg.

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