Radler nehmen Ravel-Weg schon in Besitz

Von: P. St.
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Was nun? Radfahrer, Wanderer und sogar Hunde sind ratlos: Nicht allen Nutzern ist klar, dass der Ravel-Radweg derzeit noch Stückwerk ist und in Lammersdorf an der B 399 Ende ist. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Kaum, dass die ersten Meter auf dem Ravel-Radweg in Roetgen asphaltiert waren, waren die ersten Testfahrer nicht mehr fern. Jetzt, nachdem das erste zusammenhängende Teilstück zwischen Roetgen und Lammersdorf komplett fertiggestellt ist, werden die Neugierigen geradezu in Massen angelockt.

Am Pfingstsonntag, einem perfekten Tag für einen Familienausflug, konnte man schon erahnen, wie es demnächst auf dem Premium-Radweg aussehen wird.

Familien mit großen und kleinen Fahrrädern, ambitionierte Freizeit-Radler, zügige Rennfahrer, Fußgänger, Inline-Skater, Skiker, Hunde und ganz viele Neugierige waren auf der jungfräulichen Strecke unterwegs, die noch längst nicht offiziell in Betrieb ist. Es sollen sogar schon Reiter auf der Ravel-Strecke gesichtet worden sein.

Das ebenfalls fertig gestellte Teilstück zwischen Raeren und dem Bahnhof Roetgen hält die Radfahrer derzeit noch ab, da die Überquerung der Himmelsleiter mit Bauzäunen so hermetisch abgeriegelt ist, dass man sich schon durchs Unterholz kämpfen muss, um auf die andere Seite zu kommen, wobei die Überquerung der Himmelsleiter gerade am Wochenende nichts für Ängstliche ist.

Am Wochenende, davon darf man künftig ausgehen, dürfte der Ravel-Weg fest in der Hand der Tagesausflügler sein, und für sportliches Fahren dürften andere Tage deutlich besser geeignet sein.

Der Ausflug auf dem Ravel-Radweg endet aber fürs erste kurz hinter dem Bauernmuseum in Lammersdorf, wo die Unwissenden dann oft ratlos Ausschau nach der Fortsetzung des Weges halten. Doch auf der gegenüberliegenden Seite der Straße erkennen sie nur Wildwuchs und ein riesengroßes Bauschild, das den Radweg als Projekt mit europäischen Ausmaßen beschreibt.

Inline-Skaten gestattet

Inzwischen wurden auch die ersten Verkehrsschilder am Ravel-Radweg aufgestellt. Die kleinen, quadratischen blauen Schilder weisen den Weg als für Radfahrer und Fußgänger zulässig aus.

Was ist aber nun mit den zahlreichen Inline-Skatern, die auf der außergewöhnlich harmonisch verlaufenden Strecke beste Bedingungen antreffen? Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Inline-Skater den Radweg benutzen, denn bei kombinierten Rad-/Fußwegen gelten Inlineskater als Fußgänger.

Fertig ausgebaut führt der Radweg einmal von Kornelimünster über Monschau, Weismes und Sankt Vith bis ins luxemburgische Ulflingen, insgesamt handelt es sich um 130 Kilometer mit eisenbahntypischen, sehr geringen Steigungen (maximal drei Prozent). Die Fertigstellung ist im Jahr 2013 geplant. Auf deutschem Gebiet wird der Bau durch die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen sowie die Kommunen Roetgen, Simmerath und Monschau mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert.

Die durch das Gebiet der Städteregion Aachen führenden Teilstücke sollten ursprünglich schon 2011 fertiggestellt sein. Die Teilstrecke von Weismes nach Sankt Vith wird bereits touristisch genutzt und hat seit Herbst 2007 einen Anschluss nach Prüm in der deutschen Eifel. Probleme gibt es im deutschen Bereich bei der Querung der Bundesstraße 258. Für die Himmelsleiter ist inzwischen die Entscheidung gefallen: die Fahrbahn wird untertunnelt.

An zwei Stellen gibt es noch Interessenkollision mit dem Naturschutz. Zwischen Kalterherberg und Sourbrodt führt die Route durch ein Natura-2000-Gebiet, in dem die sehr selten gewordenen Braunkehlchen brüten. Hier soll eine Ausweichtrasse angeboten werden.

Stillstand herrscht auch auf dem Stück zwischen Lammersdorf und Konzen. Hier soll noch das sensible Birkhuhn vorkommen. Der Naturschutzbund fordert aus Gründen des Artenschutzes, die bereits mehrfach vorgeschlagene alternative Trassenführung zwischen Lammersdorf und Konzen umzusetzen.
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