Radler in die richtigen Bahnen lenken

Von: P. St.
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Radfahren im Nationalpark Eifel: die Interessen von Zweiradfahrern und Wanderern gilt es vernünftig zu koordinieren. Foto: P. Stollenwerk
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Durch ein rotes Symbol sind die für Radfahrer erlaubten Wege im Nationalpark Eifel gekennzeichnet.

Nordeifel. Wie gelingt es, einen Radfahrer in die richtigen Bahnen zu lenken? Diese Frage stellt sich auch im Nationalpark Eifel. Weil aber für so manchen Zweiradfahrer nicht eindeutig zu erkennen ist, welche Wege für das Radfahren freigegeben sind, kommt es immer wieder zu Kollisionen.

Von den insgesamt 240 Kilometern ausgewiesenen Wanderwegen im Nationalpark dienen 105 Kilometer auch gleichzeitig als Radwege. Für die Nationalparkverwaltung ist klar, welche Wege das sind. Auf den insgesamt 91 Besucher-Informationstafeln, die rund um den Nationalpark aufgestellt sind, ist auf großflächigen Karten markiert, welche Wege Wanderer und Radfahrer sich teilen müssen.

Im Gelände selbst sind die für Fahrradfahrer zugelassenen Wege zusätzlich durch ein rotes Fahrradsymbol gekennzeichnet. Was den Initiatoren dieser Idee eindeutig erscheint, lässt für die Nutzer anscheinend Raum zur Interpretation. Weil mancher Fahrradfahrer schließt, dass alle Wege, die nicht ausdrücklich für Radfahrer gesperrt sind, benutzt werden dürfen, kommt es zu Missverständnissen und manchmal auch zu Diskussionen mit dem Personal des Nationalparks.

Inzwischen denkt man aber auch bei der Nationalparkverwaltung darüber nach, „ob die jetzige Beschilderung die optimale Lösung ist“, sagt Michael Lammertz, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. „Wir sind da immer für Anregungen offen.“ Lammertz erinnert daran, dass ein Jahr nach der Ausweisung des Nationalparks Eifel im Jahr 2004 mit vielen Beteiligten ein Wegeplan zur Besucherlenkung aufgestellt worden sei.

Man überlege, die Nationalpark-Wanderkarten zusätzlich mit Piktogrammen für Fahrradwege zu versehen. Auch plane man, die Hinweise darauf, auf welchen Wegen Radfahren erlaubt ist, auf den großen Informationstafeln noch deutlicher zu kennzeichnen. Es sei aber derzeit nicht daran gedacht, im Gelände weitere Wegweiser aufzustellen. Lammertz: „Wir wollen schließlich keinen Schilderwald produzieren.“

Grundsätzlich mache es Sinn, nicht alle Wege für Radfahrer zu öffnen. Lammertz nennt hier beispielsweise den Schöpfungspfad mit seinen teilweise unübersichtlichen Felspassagen oder auch den Weg vom Parkplatz Schwarzes Kreuz im Kermeter hinunter zur Urfttalsperre. Hier habe man sogar Drängelgitter aufgestellt, damit diese gerade bei Mountainbikefahrern beliebte Strecke nicht verbotenerweise befahren werde.

Über die Konzeption der Beschilderung will die Nationalparkverwaltung auch noch einmal im Bereich „Wilder Kermeter“ nachdenken. Michael Lammertz kann bestätigen, dass es gerade auf dem barrierefreien Wegestück zur Hirschley immer wieder zu Problemen mit Radfahrern kommt. Dieser Weg, der eigens für die Belange von Sehbehinderten ausgelegt worden sei, könne man allein schon aus Sicherheitsgründen nicht für Radfahrer freigeben.

Radfahrern sei zuzumuten, dass sie etwa 500 Meter von der Wegekreuzung zur Hirschley zu Fuß zurücklegen. Seitens der Nationalparkverwaltung denke man darüber nach, ein Angebot zu schaffen, damit Radfahrer ihre Gefährte abstellen und anschließen könnten. Lammertz: „Hier gilt es, einen vernünftigen Kompromiss zu finden.“

Grundsätzlich hält Lammertz fest, dass es ohnehin mit der Masse der Radfahrer keine Probleme gebe. Schwierigkeiten bereiteten allenfalls die schnellen Radfahrer und die Mountainbiker. Gerade im Hinblick auf die Mountainbiker hofft Lammertz aber auf Entspannung, wenn die gemeinsamen Bestrebungen vom Kreis Düren und der Städteregion Aachen außerhalb des Nationalparks einen Mountainbikepark mit mehreren hundert Kilometern Strecke auszuweisen, einmal Gestalt annehmen.

Dass gerade bei Mountainbikern und Wanderern das Konfliktpotential besonders hoch ist, wurde Michael Lammertz durch einen bösen Brief bestätigt, den ihm seinerzeit ein Ehepaar aus dem Kreis Starnberg in Bayern schrieb. Das Ehepaar war auf dem „Kaller Pädchen“ unterwegs als es von einem bergab fahrenden Mountainbiker fast überrollt wurde.

In dem Brief hieß es, dass man nach diesem Schock umgehend abgereist sei und niemals in die Eifel zurückkehren werde. Solche Begegnungen, so Lammertz, müssten unbedingt vermieden werden.

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