Radarfallen werden von Bürgern kritisch gesehen

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Sind durch den „Blitzmarathon
Sind durch den „Blitzmarathon” der vergangenen Wochen wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt: Verkehrskontrollen. Sie werden von der Bevölkerung durchaus kritisch gesehen. Foto: stock/Imagebroker

Aachen. Im Rahmen des Projektes „Vorfahrt für sicheres Fahren” haben sich die Schüler Lea Cool, Johannes Döring und Charlotte Schaffrath vom Inda-Gymnasium in Aachen-Kornelimünster mit dem Thema Radarfallen und Geschwindigkeitskontrollen beschäftigt.

Das Projekt wird unterstützt vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat e. V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der Initiative „Kavalier der Straße - Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tageszeitungen” und dem IZOP-Institut Aachen.

„Radarfallen? Da befragen sie mich besser nicht, zu viele schlechte Erfahrungen, das würde unsachlich werden!”. Solche und ähnliche Reaktionen bekamen wir von manchen Leuten in der Aachener Innenstadt zu hören, als wir sie in den letzten Wochen zum Thema „Akzeptanz von Radarfallen und Blitzen” befragen wollten. Eine Reaktion, mit der vermutlich viele gerechnet haben.

Umso überraschender war dann allerdings das schlussendliche Ergebnis der Befragung, denn 30 von 50 befragten Autofahrern (60 Proent, 57 Prozent männlich/43 Prozent weiblich) halten Radarfallen für sinnvoll und nützlich. Die Kommentare dagegen fielen eher negativ aus: „Radarfallen sind definitiv an den falschen Plätzen stationiert. Da stellen sie teilweise Blitzen an Autobahnen und Schnellstraßen auf, und dafür fehlen sie dann an Spielstraßen, in denen Kindern so viele Unfälle wegen schnellem Fahren passieren könnten!”

Weniger überraschend war die Bilanz, dass von allen Befragten jeder Einzelne schon mehr als einmal selbst geblitzt wurde. Im Gegensatz dazu halten sich jedoch 64 Prozent angeblich normalerweise an das vorgegebene Tempolimit, wobei wir doch bei dem ein oder anderen Befragten ein Zwinkern oder Zögern bemerkten. Am häufigsten hörten wir folgenden Kommentar: „Radarfallen sind lediglich Geldmacherei und dienen nur dem Staat, Autofahrern selbst bringen sie am Ende nichts!”

Erhebliche Unterschiede

Für einen befragten mittelalten Mann sind Radarfallen sogar eine Provokation: „Wenn ich weiß, dass ich an einer Blitze vorbeifahren werde, fahre ich häufig extra viel schneller als erlaubt!” Für uns war es auch wichtig, nicht nur verschiedene Altersstufen zu berücksichtigen, sondern auch Unterschiede in puncto Politik oder Beruf aufzuzeigen. Deshalb haben wir auch mit einigen Parteiaktiven über das heikle Thema gesprochen, denn auch hier gehen die Meinungen häufig auseinander.

Ein junger Anhänger der Piratenpartei hatte dazu eine sehr parteibezogene Meinung, er sieht die Radarfallen als zu starke Kontrolle des Staates und sprach ausgedehnt über GPS-Systeme und grundsätzliche Überwachung des Straßenverkehrs.

Ein aktiver SPD-Vertreter steht den Verkehrskontrollen dagegen positiver gegenüber, denn er ist der Überzeugung, Blitzen vermindern die Unfallrate, womit er zur Minderheit gehört. 58 Prozent verneinen die Frage, ob durch Radarfallen weniger Unfälle verursacht werden.

Eine verärgerte Anwohnerin aus Kornelimünster unterstützt diese Aussage: „Bei mir zu Hause steht manchmal ein Radarwagen. Dann beobachte ich, dass entgegenkommende Fahrzeuge von den anderen mit Lichthupe gewarnt werden. Dadurch kommt es nur zu einer kurzfristigen Temporeduzierung, und hinter der Blitze wird direkt wieder beschleunigt.”

Als wir einen Polizist ebenfalls befragten, ob er Radarfallen als sinnvoll empfindet, antwortete er: „Aus verkehrspräventiver Sicht muss ich dem zustimmen, halte jedoch die Auswahl einiger stationärer Blitzanlagen für zumindest fraglich.” Diese Meinung teilten sowohl das Ordnungsamt als auch einige Nonnen, die wir vor der Kirche trafen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Radarfallen von der Mehrheit der Befragten akzeptiert werden, obwohl der Sinn dieser von vielen Personen in Frage gestellt wird.
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