Radaranlagen: 21.405 Mal geht den Autofahrern ein Licht auf

Von: Heiner Schepp
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Mit 55 km/h über die Kontaktschleifen an der Kalltalschule, wo Tempo 30 gilt: So sieht das Erinnerungsfoto aus, das Autofahrer von der Städteregion bekommen. Foto: Schepp

Nordeifel. Und wieder hat es „Blitz!“ gemacht. Nein, eine zusätzliche Beleuchtung der Kreuzung an Fringshaus ist wirklich nicht notwendig, schließlich hat es hier im ersten Halbjahr rein rechnerisch alle knapp 54 Minuten geblitzt – Tage wie Nächte und Winter wie Sommer eingerechnet.

4825 Mal hat der Blitz der stationären Geschwindigkeitsmessanlage an der Kreuzung der B 258 mit der Hoscheiter Straße (B 399) von Januar bis Ende Juni ausgelöst. Damit war die Anlage an Fringshaus in Fahrtrichtung Monschau im ersten Halbjahr die fleißigste der aktuell 13 betriebsbereiten Anlagen in der Nordeifel.

13 Kameras für 39 Standorte

Allerdings waren und sind diese 13 Standorte nicht immer auch mit einer Kamera ausgestattet. „Aktuell verfügt die Städteregion Aachen über 39 betriebsbereite stationäre Standorte, die mithilfe von 13 Frontkameras und einer Heckkamera bestückt werden. Die Heckkamera dient insbesondere der Ahndung von Verkehrsverstößen, die durch Kradfahrer begangen wurden. Die Kameras werden ‚reihum‘ eingesetzt – unter Berücksichtigung der Gefahrenlage an den einzelnen Standorten, zum Beispiel Schulwegsicherung und Hauptverkehrsachsen“, erklärt Robert Flader, Sprecher der Aachener Behörde.

Dabei waren im ersten Halbjahr von den 13 Nordeifeler „Starenkästen“ allerdings nur neun betriebsbereit, wie Flader erläutert: „Die Standorte in Höfen, Rollesbroich in Fahrtrichtung Strauch, Konzen Blumgasse und in Rott wurden im ersten Halbjahr 2015, zum Teil aufgrund von Instandsetzungsarbeiten, nicht bestückt. Diese werden jedoch in Kürze ebenfalls ausgerüstet“, kündigte der Sprecher an.

Trotz der reduzierten Anzahl von Standorten waren die Geschwindigkeitsmessungen in der Nordeifel auch im ersten Halbjahr zumindest für die Kämmerei der Städteregion lukrativ, spülten doch alleine die festen Eifeler Anlagen mehr als eine halbe Million Euro, exakt 523.496,75 Euro, in die klammen Kassen.

Den Bärenanteil steuerten dazu die Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Roetgen bei, wo mit den Messstellen Fringshaus und Meilenstein die beiden „blitzfreudigsten“ Anlagen – beide über 4800 Blitze seit Januar – beheimatet sind. Auch die einstmals „ertragreichste“ Anlage am Pilgerborn und trotz 70 km/h-Tempolimit offenbar zu Recht installierte „Knipse“ auf der Himmelsleiter trugen reichlich zu 12.712 Verstößen und den insgesamt 263.470,45 Euro Buß- und Verwarnungsgeldern aus der kleinsten Nordeifelgemeinde bei. In der Gemeinde Simmerath summierten sich die festgestellten 5499 Verstöße an den beiden Lammersdorfer Standorten, an der besagten Anlage in Rollesbroich sowie in Einruhr („nur“ 377 Blitze) zu 137.831,45 Euro Strafgeldern.

Bei nur einer aktiven Anlage, nämlich jener in Mützenich, kamen auf Monschauer Stadtgebiet immerhin 3194 Geschwindigkeitsverstöße und 122.194,85 Euro Verwarnungs- und Bußgelder zusammen. Am Roetgener Meilenstein, wo 50 km/h erlaubt sind, beging ein Autofahrer dabei auch den gröbsten Verstoß, als er bei 119 Stundenkilometern erwischt wurde. Schneller war da nur ein eiliger Fahrer auf der Hahner Straße, der außerorts mit 84 km/h über den erlaubten 70 einer mobilen Kontrolle ins Netz ging.

Ansonsten hielt sich die Zahl der groben Tempoverstöße im Rahmen: Nur bei 418 der insgesamt 21.405 Verstöße in der Eifel musste die Städteregion eine Geldbuße von 160 Euro und mehr und somit ein Fahrverbot von mindestens einem Monat verhängen.

Generell darf man, zumindest anhand der Statistik der stationären Anlagen, von einer guten Moral der Verkehrsteilnehmer (oder von guter Kenntnis der Standorte?) sprechen, denn 21.405 Verstöße machen bei insgesamt 4,612 Millionen gemessenen Fahrzeugen an allen neun betriebsbereiten Standorten gerade einmal 0,464 Prozent aus. Für ein umfassendes Bild müsste man zu dieser Zahl allerdings noch die bei mobilen Kontrollen festgestellten Verstöße hinzu addieren.

Rückläufig ist indes auch der Vandalismus an den Messanlagen, wie der Sprecher der Städteregion festhält: „Im ersten Halbjahr 2015 wurden keine Schäden an den Anlagen infolge von Vandalismus festgestellt“, bilanziert Robert Flader. Ausnahmen seien „kleinere“ Sabotageakte wie zum Beispiel das Überstülpen von Kartons (in der Johannisnacht) oder Müllsäcken.

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