Querung Faulenbruchstraße: Sicher oder gefährlich?

Von: Ernst Schneiders
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Sicher oder nicht sicher genug
Sicher oder nicht sicher genug? Städteregion und Roetgens SPD-Fraktion sind bei der Querung der Vennbahn mit der Faulenbruchstraße unterschiedlicher Meinung. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Als große Attraktion bekommt der Ravel-Radweg, der jetzt Vennbahn heißt, Vorschusslorbeer ohne Ende. Doch auch bei diesem herbeigesehnten Premiumradweg steckt bisweilen den Teufel im Detail. Den glaubt die SPD-Fraktion jetzt an der Querung Faulenbruchstraße entdeckt zu haben.

Sie hat in einem Antrag Bürgermeister Manfred Eis gebeten, bei der Städteregion darauf hinzuwirken, dass an dieser Querung, an der die Radler wie an der Bundesstraße keinen Vorrang haben, zur Sicherheit der Pedaltreter, wie an der B 258, Bügel oder Vergleichbares installiert werden. Damit sollen die Radfahrer zu langsamem Fahren bewegt und so „die Gefahr einer Kollision mit Fahrzeugen auf der Faulenbruchstraße” deutlich gemindert werden.

An allen Querungen des Ravel-Radweges im Ort, mit Ausnahme der Bundesstraße und der Faulenbruchstraße, haben Radfahrer Vorfahrt. Für die Autofahrer sei dort maximal Tempo 30 vorgesehen, schreiben die Sozialdemokraten wobei die Erhebungen auf der Fahrbahn zur Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung zwängen.

Die Faulenbruchstraße sei gegenüber dem Ravel-Radweg vorfahrtberechtigt, es gebe keine Erhebungen auf der Fahrbahn und es sei Tempo 50 erlaubt, „welches meist überschritten wird”.

Außer einer Beschilderung gebe es für die Radfahrer keinen weiteren Hinweis auf die geänderte Verkehrssituation vergleichbar der Bundesstraße. Das habe in der Vergangenheit zu vermehrten Beinahe-Unfällen geführt. „Um Unfällen besser vorzubeugen, sollten zusätzliche Barrieren für die Radfahrer installiert werden”, verlangt die SPD, die von Anwohnern auf zuweilen äußerst brenzlige Situationen aufmerksam gemacht worden sei, wie Ratsherr Karsten Knoth, Vorsitzender des Bauausschusses, gegenüber unserer Zeitung erläuterte.

Für die Sozialdemokraten besteht Handlungsbedarf. Knoth: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der zumeist erst dann etwas unternommen wird, wenn etwas passiert ist. Da stellt sich doch die Frage, ob man nicht besser präventiv etwas unternehmen sollte.”

Mit derlei Fragen beschäftigt sich das Bauamt der Gemeinde Roetgen in diesem Falle nicht. Für die Vennbahn sei die Städteregion zuständig. Und auch was die Verkehrslenkung betreffe, könne die Gemeindeverwaltung nicht einfach hingehen und Veränderungen vornehmen, so Amtsleiter Hubert Pauls auf Anfrage: „Dafür müssen wir zunächst die Genehmigung der Straßenverkehrsbehörde einholen.” Und das ist wiederum die Städteregion.

Doch hat man an der Aachener Zollernstraße nicht das Empfinden, an der Querung Faulenbruchstraße derzeit etwas verändern zu müssen. Wie Pressesprecher Detlef Funken auf Anfrage erklärte, seien die Fachleute der Behörde der festen Überzeugung, „mit einer Drei- bis Vierfach-Sicherung” alles Notwendige für die Sicherheit getan zu haben.

Die Beschilderung sei unstrittig eindeutig. Zusätzlich habe man das Ende des Radweges gepollert und einen Hinweis auf den Poller angebracht. Eine Bordsteinkante und die aufgemalten „Haifischzähne”, wenn auch kein offizielles Verkehrszeichen, seien für die Radler weitere Hinweise, „jetzt endlich abzusteigen”. Die Autofahrer würden überdies mit einem zusätzlichen Verkehrszeichen, das in geringer Entfernung einen kreuzenden Radweg ankündigt, auf die besondere Situation hingewiesen.

Funken räumte ein, dass es über die bisherigen Maßnahmen hinaus sicherlich noch eines Lern- und Gewöhnungsprozesses bei Auto- wie Radfahrern bedürfe, sobald die Vennbahn offiziell freigegeben sei. Das Thema Faulenbruchstraße zeigt nach Worten des Pressesprechers, „wie intensiv sich die Fachabteilungen in unserem Hause mit jedem Quadratmeter des Radwegs beschäftigt haben”. Aus diesem Grunde und mit den eingebauten Mehrfach-Sicherungen „sehen unsere Fachleute den Radweg auch an dieser Stelle als sicher an”. Sollte sich herausstellen, das diese Beurteilung falsch sei, „sind wir jederzeit bereit, nachzubessern”.
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