Nordeifel/Stolberg - Qualitäts-Tourismus ist auch eine Frage der Zeit

Qualitäts-Tourismus ist auch eine Frage der Zeit

Von: P. St.
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Nicht nur bei schönem Wetter kommen die Gäste gerne in die Eifel. Auf ihre Wünsche möglichst konkret einzugehen, ist das Ziel der Fortbildungsveranstaltungen der Eifel Tourismus GmbH. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel/Stolberg. Qualität im Tourismus ist im doppelten Sinne für touristische Betriebe eine Frage der Zeit: Einmal spielen die Bewertungsportale im Internet eine immer größere Rolle für die Entscheidung der Gäste, wohin sie reisen, auf der anderen Seite ist es gerade für kleine Betriebe oft problematisch, zusätzliche Zeit aufwenden, um am Markt präsent zu sein.

Dies ist eine zentrale Erkenntnis, die die Eifel Tourismus GmbH (ET) Prüm mit einem neuen Seminarangebot im Tourismusbereich gewonnen hat. Eingebunden in das Projekt „Aktiv-Akademie NRW“ von Tourismus NRW sind insgesamt zehn touristische Organisationen in NRW. Für ihren Zuständigkeitsbereich stellte die ET am Donnerstag im Kulturkino Vogelsang die nun beginnende zweite Schulungsphase vor und hielt Rückblick auf den Projektstart im vorigen Jahr.

Ziel der Fortbildung ist es, die touristischen Betriebe in der Eifel fit zu machen für die Zukunft und ihnen Handwerkszeug mitzugeben, das sie praxisnah anwenden können.

21 Termine für die zweite Phase

860 gewerbliche Betriebe und 2000 nicht gewerbliche Kleinbetriebe (z. B. Ferienwohnungen und kleine Pensionen) in der nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Eifel gehören zur Zielgruppe der Fortbildung, die sich bei einer Kostenbeteiligung von 35 Euro pro Seminartag und Teilnehmer als durchaus kostengünstig darstellt. Als die Akademie vor einem Jahr startete, meldeten sich für die 16 Termine insgesamt 200 Teilnehmer aus 70 Betrieben an. Es ist also noch reichlich Luft nach oben vorhanden, denn ET-Geschäftsführer Klaus Schäfer geht davon aus, dass rund die Hälfte aller Betriebe, also etwa 1000 an der Zahl, als Zielgruppe für die Fortbildungen in Frage kommen. Die restlichen Betriebe halten sich mit Aktivitäten am Markt zurück.

Gerne würde die ET noch mehr Betriebe erreichen, aber gerade bei den nicht gewerblichen Unternehmen mangelt es ganz einfach oft an der Zeit, und die Frage, ob sich der Aufwand für einen kleinen Betrieb denn überhaupt lohnt, hält so manchen Teilnehmer zurück. Dabei gilt es im Wettbewerb um die Gäste stets auf Ballhöhe zu sein, denn 90 Prozent der Kundenkontakte laufen heute über das Internet.

Für die zweite Schulungsphase, die in diesen Tagen begonnen hat, sind bislang 21 Termine festgelegt worden. Diese finden alle in Vogelsang statt. Schwerpunkte der Fortbildung, die übrigens zu rund zwei Dritteln von kleinen, nicht gewerblichen Betrieben in Anspruch genommen werden, sind Online-Marketing und thematische Wanderangebote. Gerade beim Wandern geht es darum in Verknüpfung mit Historie oder Legenden der Region ein typisches Gesicht zu geben, „denn die emotionalen Erlebnisse prägen sich beim Gast länger ein als die faktischen Erlebnisse“, weiß Klaus Schäfer aus 13-jähriger Erfahrung seit Gründung der Eifel Tourismus GmbH.

Aber auch Themen wie „Preisgestaltung, Werbung und Beschwerdemanagement gehören zum Fortbildungsangebot, das sich je nach Vorwissen in Grundlagen- und Aufbauseminare aufteilt, erläutert ET-Produktmanager Wolfgang Reh.

Experten touristischer Beratungsunternehmen konnten als Referenten gewonnen, so zum Beispiel Kohl & Partner, eines der führenden Consulting-Unternehmen in Österreich, dessen Mitarbeiter Bruno Leiminger herausstellte, dass man sich „am regionsspezifischen Bedarf“ orientiere.

Bis Ende 2014 läuft das Projekt „Aktiv-Akademie“ noch, das durch das Land mit 2,2 Millionen Euro für die zehn beteiligten Regionen gefördert wurde.

Die Qualitätsverbesserung im Tourismus hat sich auch die Prüfstelle Eifel zum Ziel gesetzt. Diese Prüfstelle ist seit zehn Jahren aktiv, um Betriebe nach bundesweit einheitlichen Standards zu zertifizieren und im besten Falle mit dem Siegel „Service-Qualität Deutschland“ auszuzeichnen oder aber mit dem Qualitätsmerkmal „Regionalmarke Eifel“.

Schon 600 Betriebe hat man seit 2003 laut Stephan Kohler, zuständig für das Qualitätsmanagement bei der ET, mitnehmen können. Bislang haben sich für 2014 bereits 39 Betriebe angemeldet, um das Qualitätssiegel „Regionalmarke Eifel“ zu erhalten; weitere 100 Anträge werden im Laufe des Jahres erwartet.

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