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Pumpspeicherwerk: FDP geht auf Distanz

Von: P. St.
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Die touristische Attraktivität des Rursees darf durch ein Pumpspeicherkraftwerk keinen Schaden nehmen. So lautet eine der zentralen Forderungen der FDP Simmerath, die die Parteifreunde im Regionalrat bei der Bezirksregierung vor der anstehenden Entscheidung entsprechend einstimmen möchte. Foto: Archiv/P. Stollenwerk
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Hat kritische Fragen zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk Rursee: Simmeraths FDP-Fraktionsvorsitzender Herman-Josef Bongard.

Simmerath. Die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“, die kürzlich im Antoniushof zu einem erneuten Schlag gegen den Netzwerkverbund Trianel ausholte, um die Planungen für das Pumpspeicherkraftwerk Rursee zu stoppen, forderte bei dieser Gelegenheit, dass nun noch die „Simmerather Bastion“ geknackt werden müsse, um den Widerstand zu verstärken.

Man könnte fast meinen, dass die FDP-Ratsfraktion Simmerath dieser Aufforderung schon umgehend gefolgt ist, wenn man die aktuellen Forderungen zum Wasserspeicherkraftwerk Rursee zu Gesicht bekommt, doch die Simmerather Liberalen hatten bereits drei Tage vor der Veranstaltung im Antoniushof eine Stellungnahme an die FDP-Fraktion des Regionalrates bei der Bezirksregierung gerichtet.

Im Vorfeld der Entscheidung des Regionalrates am 15. März über die Genehmigungsfähigkeit des Oberbeckens und des Trassenführung des Erdkabels möchten sich die Simmerather Liberalen noch mit den Parteifreunden aus dem Kreis Düren abstimmen.

In ihrer Stellungnahme geht die FDP Simmerath auf Distanz zum Pumpspeicherkraftwerk. So lässt der Simmerather Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Bongard wissen, dass die FDP Simmerath die Bedenken vieler Bürger teile. Mit vielen privaten und öffentlichen Mitteln sei der Tourismus am Rursee neu belebt worden und ein bedeutender Wirtschaftszweig in der Region. „Dies darf nicht leichtfertig, auch nicht vor dem Hintergrund der begonnen Energiewende, aufs Spiel gesetzt werden,“ warnt Bongard.

Eine Rechtfertigung für dieses Projekt könne es nur dann geben, wenn durch den Bau und den Betrieb des Speicherkraftwerkes eine nachhaltige Beeinträchtigung der Nutzung des Rursees und damit des Tourismus ausgeschlossen werden könne. Bongard: „Die bisherigen Fachbeiträge geben leider auf die drängenden Fragen der Strömungsverhältnisse, der Sedimenterosion und des Pegelhubs keine schlüssigen Antworten und verstärken eher den Eindruck, dass diese Probleme nicht zufriedenstellend gelöst werden können.“

Trotz dieser ungelösten Probleme stelle der Fachbetrag Tourismus lapidar fest, dass keine Beeinträchtigungen der Erholungsfunktion und des Tourismus durch den Betrieb des Kraftwerkes zu erwarten seien. Nicht zuletzt deswegen sei dieser Fachbeitrag von der FDP Simmerath in der Sitzung des Strukturausschusses der Gemeinde Simmerath am 19. Juni 2012 als völlig unzureichend kritisiert worden. Hermann-Josef Bongard: „Derzeit verstärkt sich der Eindruck, dass Trianel die technischen Probleme und den politischen Widerstand unterschätzt hat und das Projekt am Rursee zumindest nicht mehr die höchste Priorität besitzt.“

Für die touristische Attraktivität sei es unerlässlich, dass der Rursee die Vielfalt der wassersportlichen Nutzung durch die Schifffahrt, die Segel- und Ruderboote, Kanuten, Surfer, Angler und Badegäste widerspiegele. Denn ein „toter“ See würde ein Vielfaches seiner Attraktion verlieren.

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