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Pumpspeicherkraftwerk-Pläne am Rursee schon beendet?

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
Im Blickpunkt bei der Planung
Ein vertrauliches Trianel-Papier rät, die Arbeiten am Pumpspeicherkraftwerk zu stoppen. Foto: P. Stollenwerk

Aachen/Simmerath. Steht das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee bereits vor dem Aus? Die Trianel GmbH spricht jedenfalls in einem vertraulichen Projektbericht vom Dezember 2012 davon, nach dem Ende des Regionalplan­änderungs- und des Raumordnungsverfahrens die Arbeiten am geplanten Standort am Rursee zu beenden.

Als Begründung heißt es in dem Bericht, der als Vorlage für zukünftige Partner dient und unserer Zeitung vorliegt, dass sich eine Weiterführung am Rursee als „technisch und kommunikativ sehr aufwendig“ darstelle. Außerdem weise der Standort „die größten Risiken und die schlechteste wirtschaftliche Voraussetzung“ der möglichen drei Standorte auf. Doch heißt es auch, dass grundsätzlich die Möglichkeit bestehe, dass ein Dritter die Projektentwicklung am Rursee fortsetze.

Der Stadtwerkeverbund mit Sitz in Aachen prüft in NRW und Thüringen Standorte für ein Wasserspeicherkraftwerk. Für eines dieser Vorhaben – das Speicherkraftwerk Nethe im Kreis Höxter – sind das Regionalplanänderungs- und das Raumordnungsverfahren bereits abgeschlossen. Mit den beiden Verfahren für das umstrittene Kraftwerk am Rursee mit Oberbecken zwischen Strauch und Schmidt und dem zweitgrößten Stausee Deutschlands als Unterbecken beschäftigt sich der Regionalrat am nächsten Freitag in Köln. Auch noch keine Entscheidung ist für das Trianel-Vorhaben im Thüringer Wald gefallen. Dort wird mit einem Votum im dritten Quartal gerechnet.

„Erst nach Abschluss dieser Verfahren wird eine Priorisierung der Standorte erfolgen“, sagte gestern Elmar Thyen, der Leiter der Trianel-Unternehmenskommunikation. Diese Entscheidung sei vor dem Hintergrund getroffen worden, „dass auf Grundlage der Untersuchungen alle drei Standorte wirtschaftlich zu betreiben sind und man erst nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens eine seriöse Zwischenbewertung durchführen kann“.

Für Samstag hat die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ ab 11.55 Uhr zu einer Demons­tration an den Staudamm Schwammenauel aufgerufen.

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