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Pumpspeicherkraftwerk: Emotionale Wanderung auf der Baustraße

Von: P. St.
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Projekt-Information vor Ort: Bei der Wanderung der Eifeler Grünen zum Thema Pumpspeicherkraftwerk Rursere prallten in die Meinungen aufeinander. Foto: P. Stollenwerk
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Auch Kinder wurden von den Gegnern aufgeboten, um den Protest der gegen das Pumpspeicherkraftwerk zu signalisieren. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Es wurde kein gemütlicher Sonntagnachmittag-Spaziergang im Frühlings-Sonnenschein, als die Eifeler Grünen jetzt zu einer informativen Wanderung rund um das Thema Pumpspeicherkraftwerk Rursee eingeladen hatten.

Bei diesem kontrovers diskutierten Vorhaben war aber auch nicht unbedingt zu erwarten, dass die Teilnehmer sich damit begnügen würden, die Ruhe des Waldes zu genießen. Auf dem Weg vom Buhlert durch hinunter ins Schilsbachtal herrschte großer Diskussionsbedarf, zumal sich auch eine stattliche Anzahl von kompromisslosen Gegnern des geplanten Großprojektes der Energiewende eingefunden hatten.

Rund 50 Teilnehmer konnte der Simmerather Grünen-Fraktionsvorsitzende Klaus Stockschlaeder am Ausgangpunkt der Wanderung an der Landstraße 246 nahe dem Windpark Michelshof begrüßen, darunter auch den Grünen-Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer und MdL Gudrun Zentis, beide aus dem Nachbarkreis Düren, Städteregionsratmitglied Werner Krickel (Monschau) und als fachliche Wegbegleiter Dr. Christoph Schöpfer und Dr. Markus Hakes vom Projekt-Initiator Trianel.

Schon nach kurzer Wegstrecke griffen dann die Emotionen auf de möglichen Baustraße hinunter ins Schilsbachtal Platz. Mehrere Aktivisten der Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“, die ihre Erregung über das Projekt deutlich zum Ausdruck brachten, ließen Christoph Schöpfer nur ansatzweise die Chance, den Umfang des bei Strauch geplanten Oberbeckens bei Strauch zu erläutern. 30 Hektar Wald sowie die landwirtschaftlichen Flächen links der L 246 in Richtung Schmidt sollen dem insgesamt 81 Hektar großen Oberbecken (einschließlich Wallanlage) Platz machen.

Maximal 25 Meter tief soll das Oberbecken werden und knapp 10 Meter über das jetzige Niveau der Fläche herausragen. Laut Auskunft von Trianel seien in diesem Bereich keine schützenswerten Tierarten heimisch. Rund 600 Bauarbeiter sollen bei der Herstellung des Oberbeckens, dass wallartig durch den Aushub aufgeschüttet wird, im Einsatz sein.

Mit Unverständnis wurde die Einlassung der Gegner quittiert, dass es sinnvoller sei, ein Speicherkraftwerk dort zu bauen, wo die Natur z. B. durch den Braunkohletagebau ohnehin bereits vorgeschädigt sei. Werner Krickel räumte ein, dass der Bau eines Pumspeicherktaftwerks selbstverständlich einen Landschaftseingriff darstelle, „aber wir brauchen Energiespeicher für die Zukunft“.

„Der Rursee wird nicht kaputt gemacht“, wies Christoph Schöpfer plakative Behauptungen der Kraftwerksgegner vehement zurück. Im Zuge des Verfahrens würden sämtliche Bedenken geprüft. Bei diesem Prozess werde sich nicht nur die Machbarkeit des Projektes klären sondern auch generell die Frage der Wirtschaftlichkeit für Trianel.

Trotz mehrfacher Versuche, die Diskussion zu versachlichen, gewannen die Emotionen immer wieder die Oberhand, erst recht als am Zielpunkt im Schilsbachtal Vertreter der Bürgerinitiative (große wie kleine) die Wandergruppe bereits erwarteten und mit beschrifteten Plakatkartons auf der Uferstraße Position bezogen hatten.

Am Ende der dreistündigen Veranstaltung blieb viel Ratlosigkeit zurück und eine Teilnehmerin der Wanderung hatte mehr erwartet: „Eigentlich wollte ich mich informieren und keine ideologische Grundsatzdebatte hören.“

Für Dr. Christoph Schöpfer hingegen, inzwischen erprobt beim Aufeinandertreffen der Fronten, war der Ablauf der Veranstaltung nicht sonderlich überraschend. Immerhin biete sich aber auch die Chance in Einzelgesprächen zur Aufklärung und Versachlichung beizutragen.

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