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Pumpspeicherkraftwerk: CDU kritisiert Parteifreunde aus der Rureifel

Von: P. St.
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Simmerath. „Solange Trianel keine Detailplanung vorgelegt hat, sollte von politischer Seite auch keine Festlegung erfolgen“, warnte Bruno Löhrer, seit nahezu 20 Jahren Straucher Ortsvorsteher und von 1999 bis Mitte 2012 Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat Simmerath, vor Schnellschüssen gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk Rursee und gegen den Betreiber.

Der Ort Strauch ist besonderem Maße von dem Großprojekt (die Kostenschätzungen reichen von 700 Millionen bis zu einer Milliarde Euro) in besonderem Maße betroffen, da zwischen Strauch und Parkplatz Buhlert das Oberbecken mit 7,6 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen gebaut werden soll. So nutzte Bruno Löhrer, der seinen Rückzug aus der kommunalpolitischen Arbeit angekündigt hat, den kürzlich stattgefundenen Parteitag des CDU-Ortsverbandes Strauch, um Stellung zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk zu beziehen.

Die jüngst aufgestellten Forderungen der FDP Simmerath, die auf kritische Distanz zum Pumpspeicherkraftwerk ging, könne er in großen Teilen nur unterstützen, sagt Löhrer im Gespräch mit der Lokalredaktion. Bei der Realisierung eines solchen Großprojektes seien dauerhafte Nachteile für den Tourismus und die Wasserqualität des Rursees nicht hinnehmbar. Löhrer: „Es wäre doch verrückt, wenn wir die äußerst positive touristische Entwicklung am Rursee der letzten Jahre aufs Spiel setzen würden.“ Von daher sei es auch im Sinne der Simmerather CDU, dass bestimmte Forderungen eingehalten werden müssten.

Nicht vertretbar sei es für ihn allerdings, dass „von vorneherein die schlimmsten Befürchtungen angenommen werden.“ Auch vor Ort stehe man in der Verpflichtung und der Verantwortung, insbesondere nach der Katastrophe von Fukoshima, die Energiewende nach vorne zu bringen.

„Kein Verständnis“ zeigt er somit auch für die Haltung der Parteifreunde aus Nideggen und Heimbach, die den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Rursee kategorisch ablehnten. Damit falle man auch der Bundes-CDU in den Rücken bei deren Bestrebungen den Ausbau erneuerbarer Energien zu forcieren. Bruno Löhrer: „Mit einer einer starren Anti-Haltung erzielt man keinen Fortschritt sondern erzeugt Stillstand“, appelliert er auch an die Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber.

Zum Pumpspeicherkraftwerk Rursee erhofft sich Bruno Löhrer jetzt bald klare Aussagen durch den Betreiber, zumal ja auch der Wasserverband Eifel-Rur einen umfangreichen Forderungskatalog aufgestellt habe. Die kritischen Stimmen seien auch deshalb so laut geworden, weil „Trianel bei einigen Detailfragen durchaus etwas offensiver hätte informieren können.“

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