Pumpspeicherkraftwerk am Rursee: Gut für die Eifel oder nicht?

Von: ag
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Die Diskussion hat gerade erst
Die Diskussion hat gerade erst begonnen: Alle Eifeler sind zu ihrer Stellungnahme eingeladen - nicht nur zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk, sondern auch zu den Themen Schulen, Monschauer Altstadt, Ravel-Radweg, demografische Entwicklung, Verkehr und Tourismus.

Nordeifel. Die Diskussion nimmt Fahrt auf. Ist das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee gut für die Eifel oder nicht? Die Eifeler Zeitung und die Eifeler Nachrichten haben zu Beginn des vergangenen Wochenendes ein Online-Forum eingerichtet, in dem man sich genauso Frust von der Seele schreiben wie auch konkrete und konstruktive Vorschläge machen kann.

Schwerpunkte sind die Themen demografische Entwicklung, die Monschauer Altstadt, der Ravel-Radweg, die Touristenströme, die Schulen und das Pumpspeicherkraftwerk. Zu letzterem Thema sind bereits einige Meldungen eingegangen.

Die Idee für das Pumpspeicherkraftwerk findet Jörg Bäumler grundsätzlich gut. Seiner Meinung nach gibt es aber auch einige negative Punkte zu berücksichtigen. Deshalb ist es für ihn wichtig, dass es für die Bürger und Kommunen aus der Region die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Beteiligung gibt, „damit die Eifel auch langfristig von dem Pumpspeicherkraftwerk profitieren kann”.

Die Entscheidung über ein Projekt in diesem Ausmaß, bedürfe einer umfassenden Bewertung aller Konsequenzen, meint auch Markus Haas. Daher sei es zu begrüßen, dass bereits frühzeitig über das Projekt informiert und diskutiert wird. Dennoch sind aus seiner Sicht vor allem zwei Aspekte noch nicht ausreichend geklärt: die technische Notwendigkeit und die Auswirkungen auf die Umwelt sowie auf die touristische Nutzung des Rursees.

„Bei der Nutzung von Atomstrom, dienen Pumpspeicherkraftwerke vornehmlich der Speicherung von Energie, die in der Nacht im Überfluss produziert wird. Nach der Energiewende entfällt diese Notwendigkeit. Als Ausgleich für nicht vorherzusehende Engpässe bei der Wind-, und Solarenergie, erscheint die Steuerung einer solchen Anlage kompliziert und lässt intensive Taktungen zwischen Speicherung und Erzeugung vermuten”, schreibt Haas im Online-Forum.

Bereits die Bauphase würde einen erheblichen Eingriff in die Natur darstellen, sagt Haas. Wesentlich unklarer seien jedoch die Auswirkungen im Betrieb. „In welchem Umfang ist mit Geräusch-Emissionen zu rechnen? Welche Konsequenzen hat der Pegelhub auf Steganlagen und touristische Nutzung des Rursees? Ist mit Strömungen und Aufwirbelungen unter Wasser zu rechnen und welche Folgen hätte das für die Wasserqualität und die Wasserlebewesen?”, fragt unser Leser.

Unter dem Strich sei die Frage zu stellen, „ob ein solches Projekt in einer Gemeinde, die als Tourismus- und Freizeitziel wahrgenommen werden möchte und darüber hinaus Anschluss zum Nationalpark Eifel hat, umgesetzt werden sollte?”

Es gelte die Interessen der Gemeinde, des Investors, der Bevölkerung und der Umwelt sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Daher sei es wünschenswert, wenn der Dialog weiterhin offen geführt werde. Eine Computer-Simulation wäre aus seiner Sicht hilfreich, um die Auswirkungen des Betriebs der Anlage zu verdeutlichen. Des Weiteren wünscht sich Haas eine Bürgerbefragung zu diesem Projekt, „um den eingeschlagenen Weg der Kommunikation nachhaltig weiter zu verfolgen”.

Die Bezirksregierung Köln beteiligt die Öffentlichkeit bis zum 15. Oktober am Raumordnungsverfahren für die Netzanbindung des Trianel-Wasserspeicherkraftwerks-Rur (TWR) an das überörtliche Hochspannungsnetz. Die Bürger haben somit Gelegenheit, sich aktiv an der Planung der Netzanbindung zu beteiligen.

Interessierte Bürger können sich über den Stand der Planung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Köln Nr. 34 informieren. Das Amtsblatt ist auch auf der Internetseite der Bezirksregierung Köln abrufbar.

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