Provida-Kräder der Polizei jagen wieder die Raser auf zwei Rädern

Von: Ernst Schneiders
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Wer von einem Provida-Krad als zu schnell gemessen worden ist, der wird oft direkt zur Kasse gebeten. Foto: psm

Nordeifel. „Provida” heißt die Formel, mit der die Polizei vor allem in der Eifel verstärkte Anstrengungen unternimmt, um Motorradfahrer aus dem Verkehr zu ziehen, die wie von allen guten Geistern verlassen durch die Landschaft rasen. Denn hinter solche Raser klemmt sich ein Kradfahrer der Polizei auf einem so genannten Provida-Motorrad.

Die Maschine ist mit modernster Technik ausgerüstet, um die Geschwindigkeit des Vorausfahrenden feststellen zu können. Doch wie man weiß, hat auch modernste Technik ihre Tücken.

Anfang März hatte die Physikalisch-Technische-Bundesanstalt den zuständigen Landesbehörden mitgeteilt, dass es bei extremen Kurvenstrecken und in Schräglagen zu hohen Ungenauigkeiten bei den Messergebnissen komme.

Am 25. März relativierte die Bundesanstalt ihre Erkenntnisse, wie Wolfgang Baldes von der Pressestelle des NRW-Innenministeriums erläuterte. Die Fachleute hatten herausgefunden, dass es unbedenklich sei, mit Provida-Krädern auf Geradeausstrecken und bei so genannten Aufrechtfahrten die Geschwindigkeiten zu messen. Baldes: „Es wird seitdem auch wieder gemessen, und zwar nur bei den Senkrechtfahrern.” Die Techniker müssten allerdings noch überprüfen, ob die beispielsweise in der Eifel eingesetzten Kräder überhaupt mit diesen Problemen behaftet seien.

Unabhängig von diesen Untersuchungsergebnissen dürften die technischen Schwierigkeiten keine Rolle spielen, so Baldes, weil ohnehin nur auf den Geradeausstrecken die hohen Geschwindigkeiten gefahren würden, die man den Fahrern später zur Last lege. „Wenn jemand in einer 100-er-Zone mit 160 fährt und vor einer Kurve auf 120 herunterbremst, dann werden ihm ohnehin nicht später die 120 zur Last gelegt, sondern die 160”, nennt Baldes ein Beispiel.
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