Projektorchester Eifel lässt Elvis aufleben

Von: Peter Stollenwerk
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Bei der Elvis Tribute-Show des Projektorchesters Eifel in der Tenne Eicherscheid präsentierten sich die Blasmusiker, Elvis-Interpret Kay Zenner und der Chor „Soul Sisters“ als musikalische Einheit. Foto: P. Stollenwerk

Eicherscheid. Im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Paukenschlag hat das Projektorchester Eifel sein erstes Gastspiel in der Nordeifel eröffnet.

Die wuchtig und pathetisch klingende symphonische Dichtung „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss erfüllte die Tenne in Eicherscheid, als der stattliche Klangkörper loslegte, um dann kontrastreich überzuleiten in den Blues-Klassiker „C. C. Rider“. Mit diesem Song hatte Elvis Presley 1973 sein legendäres Konzertereignis „Aloha from Hawai“ eröffnet – und auch 45 Jahre später klingt er immer noch frisch und mitreißend.

Nur wenig Publikum

Mit einer Elvis-Tribute-Show hatte sich das Projektorchester, das sich aus Solisten aus den Kreisen Düren, Euskirchen und der Städteregion Aachen zusammensetzt, einen hohen Anspruch gestellt. Das Experiment stieß aber nur auf dürftiges Publikumsinteresse, denn mit nur rund 60 Besuchern befanden sich im Saal ebenso viele Menschen wie auf der Bühne. Weder Mitorganisator Hubert Förster von der GbR Tenne, noch Projektleiter Günter Sengersdorf oder Dirigent Christoph Fahle konnten sich dieses Desinteresse erklären, hatte die Präsentation der gleichen Show vor anderthalb Jahren im Dürener Haus der Stadt doch rund 500 Zuschauer begeistert.

Vielleicht fehlte den Musikinteressierten in der Nordeifel die Bindung des Projektorchesters in die nähere Region, obschon auch Aktive aus den Musikvereinen Rohren, Roetgen, Kalterherberg, Schmidt, Vossenack im Orchester agieren, das in Eicherscheid mit 58 Musikern, einschließlich des fünfköpfigen Chors „Soul Sisters“ auftrat.

Im Blickpunkt der Show stand Elvis-Interpret Kay Zenner. Der 47-Jährige aus Stolberg will kein Elvis-Imitator sein, weshalb die Zuschauer auch optisch Abstriche machen mussten, da der berühmte weiße „Eagle-Anzug“ nicht zur Ausstattung des Rockabilly-Solisten gehört, und er auch stimmlich seinem Vorbild nicht mit aller Kraft nacheifern möchte.

Vielmehr galt es für Zenner, sich gegen die geballte Bläserkraft durchzusetzen. Die Elvis-Evergreens in der Interpretation eines Blasorchesters lassen als musikalische Mutprobe aufhorchen, doch dank der Arrangements von Christoph Fahle wirkte die Darbietung in vielen Phasen fein dosiert und mitunter auch mitreißend. Das Projektorchester konnte seine Qualitäten ausspielen und unterstrich seine Bigband-Qualitäten. Frische und flotte Blasmusik zu präsentieren, die die Generationen verbindet, lautet ja auch das Ziel.

Herausragend im ersten Teil war der Song „Fever“ mit extrem sparsamer Instrumentierung und Gospel-Einfärbung durch den Chor. Kay Zenner gefiel besonders bei „I Just Can‘t Help Believin‘“ und „Suspicious Mind“. Bei den Zugaben „My Way“ und „Viva Las Vegas“ lief das gesamte Bühnenpersonal noch einmal zu Bestform auf.

Trotz der zurückhaltenden Resonanz in Eicherscheid hat das Orchester seinen nächsten Auftritt fest und motiviert im Blick. Dieser findet statt am 16. Juli beim Weltmusikfest in Kerkrade, wo nur noch zwei weitere Orchester aus Deutschland in der Kategorie symphonische Blasorchester an den Start gehen. Dirigent Christoph Fahle möchte dort mit seinem Orchester beweisen, dass man auch internationalen Maßstäben gerecht werden kann..

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