Projektarbeit sorgt für Aufsehen: Antrieb für Drehherdöfen entwickelt

Von: ale
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Tobias Schumacher, Michael Treutwein und Michael Boltersdorf (v. li.) bewiesen Können, Einfallsreichtum und Beharrlichkeit bei ihrer Projektarbeit, die zurzeit in einer Garage in Schmidt steht. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Mit großem Aufwand haben drei junge Männer eine Projektarbeit erstellt, die jetzt Aufsehen erregte: Die Arbeit von Michael Boltersdorf, Tobias Schumacher und Michael Treutwein wurde vergangene Woche in einer Garage in der Meerheck vorgeführt und begutachtet.

Die drei jungen Männer besuchen eine Abendschule, sie wollen an der Fachschule für Technik in Düren den Abschluss zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Mechatroniker erlangen. Dazu gehört eine halbjährige Projektarbeit, deren Ergebnis die Drei nun nach etwa 1000 Arbeitsstunden vorstellten: Sie entwickelten einen neuen Antrieb für einen Drehherdofen und stellten ihn selbst her.

Als Partner des Projektes fanden sie die Firma BSN Thermprozesstechnik GmbH in Simmerath, die weltweit sogenannte Drehherdöfen vertreibt. „Uns war bewusst, dass bei unseren Öfen ein Optimierungsbedarf im Bereich des Antriebs besteht“, sagt Dirk Freyaldenhoven von der Firma BSN, der gemeinsam mit Mario Hoch die jungen Männer bei ihrem aufwendigen Projekt betreut hat. Nach klärenden Gesprächen gewannen die Drei das Vertrauen der Firma BSN und bekamen von dort nicht nur die nötigen Materialien, sondern auch Ermutigung und Unterstützung.

Michael Boltersdorf aus Schmidt ist bei der Firma SEM in Rollesbroich als Feinwerkmechaniker beschäftigt, Tobias Schumacher arbeitet als Mechatroniker in Hürth in der Instandhaltung einer Spedition, und Michael Treutwein hat ebenfalls den Beruf des Mechatronikers erlernt, er ist bei Dürr beschäftigt. Sie bilden ein ehrgeiziges Trio, die gestellte Aufgabe war eine echte Herausforderung. „Der Antrieb für den Drehherdofen sollte weniger wartungsintensiv und dabei kostengünstiger werden“, berichtete Michael Boltersdorf, „wir machten uns mit Elan an die Planung. Das erste Problem war die Unterbringung unseres Prototyps, er hat nämlich 3600 mm Durchmesser. Zum Glück stellten meine Eltern eine Garage zur Verfügung.“

Über ihre Berechnungen und die einzelnen Arbeitsschritte informierten die Jungs am Donnerstag ihre Lehrer von der Fachschule und die Betreuer von der Firma BSN; der neue Antrieb lief wie geschmiert – bereits seit einer Woche. Und er lief überaus exakt, man blickte in staunende Gesichter, wenn sich die Kommission auch mit ihrer Bewertung eine ganze Woche Zeit lässt.

Mit einem Gewicht von 10,5 Tonnen – das haben die Drei mittels Ziegelsteinen fachgerecht angebracht – dreht sich das ganze Getriebe, es hält an mehreren Positionen exakt an, ohne zu ruckeln: Ein rohes Ei und ein Glas Wasser hatte man demonstrativ oben draufgestellt! „Die Genauigkeit ist sehr wichtig“, erläuterte Michael Treutwein, „in der Automobilindustrie werden beispielsweise Roboter eingesetzt, da muss die Maschine äußerst genau die Positionen halten.“ Schon wurde der Arbeit eine hohe Präzision bescheinigt, man konnte am Gesichtsausdruck der Lehrer und Betreuer jedenfalls eine deutliche Zufriedenheit ablesen. „Das ist schon toll, klasse“, ließ sich von Marcus Gompelmann, einem der Lehrer, vernehmen, „die Schüler müssen in einem solchen Projekt zeigen, dass sie nicht nur Techniken beherrschen, sondern darüber hinaus sich auch Spezialwissen der Auftrag gebenden Firma aneignen. Das ist hier passiert.“

Mit Lob hielt sich Dirk Freyaldenhoven von der Firma BSN nicht zurück, seine Feststellung „das könnten wir 1:1 anwenden, hier kann man einen unserer Öfen draufsetzen“ bedeutete zweifellos eine hohe Anerkennung. Auch die anderen anwesenden Vertreter der Firma BSN, beispielsweise der Gesellschafter Frank Niehsen, fanden Worte des Lobes. Ein solches Projekt sei für Schüler und Firma eine „Win-Win-Situation“, stellte Marcus Gompelmann fest. Mit Spannung, aber auch mit Zuversicht erwarten die jungen Männer nun die Bewertung ihrer Projektarbeit.

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