Monschau - Projekt „Zusammenrücken“: Spenden für Flüchtlinge

Projekt „Zusammenrücken“: Spenden für Flüchtlinge

Von: mon
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Im Beisein von Margareta Ritter, Monschaus Bürgermeisterin und Schirmherrin der Chair-ity Aktion „Zusammenrücken“ gingen drei Schecks zugunsten der Flüchtlinge an Einrichtungen aus Imgenbroich, Simmerath und Roetgen. Foto: V. Monterey
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Jenke von Wilmsdorf beteiligte sich ebenfalls an der chair-ity Aktion der Monschauer Fotografinnen und posierte mit dem roten Playmobilstuhl.

Monschau. Ein kleines rotes Playmobilstühlchen sorgt seit Wochen in der Region für lebhaften Gesprächsstoff, und längst ist die Chair-ity Aktion „Zusammenrücken“ der drei Fotografinnen Sarah Steffens, Christina Breuer und Bianca Kaußen zu einem „Selbstläufer“ geworden.

Unzählige Prominente, Privatpersonen und Geschäftsleute folgten dem Aufruf sich für einen Mindestbeitrag von 5 Euro abbilden zu lassen, um mit dem Erlös der anschließenden Versteigerung der Fotos die Flüchtlingsfamilien in der Region zu unterstützen. Viele zahlten darüber hinaus weitaus mehr. „Mit der Versteigerungsaktion haben wir einen netten Betrag zusammenbekommen“, so die Fotografinnen während der Spendenübergabe am vergangenen Donnerstag im Rathaus Monschau.

Drei Schecks über jeweils 888 Euro gingen an die Einrichtungen in Imgenbroich, Simmerath und Roetgen, die sich für die Flüchtlinge engagieren. Dorle Stebani, in Vertretung für den Flüchtlingsrat in Roetgen, Raimund Löhrer, Vorsitzender des Kuratoriums der Sozialstiftung Simmerath und Vera Rupp-Franksen, stellvertretend für Inge Theißen des Café International in Imgenbroich nahmen die Schecks dankbar entgegen.

„Eine tolle Idee“, lobte Schirmherrin Bürgermeisterin Margareta Ritter die „lebhafte“ Aktion, Kreativität mit sozialem Ansatz zu verbinden. Angeschafft werden sollen Lehr- und Arbeitsmaterialien für den Deutschunterricht, Kleidung, Schulbedarf und vieles mehr. Ein großer Dank ging auch an Weiss-Druck für die „größte Einzelspende“ und an die Bevölkerung für die zahlreichen Sachspenden, vor allem in Form von Winterkleidung. Den ehrenamtlichen Mitarbeitern, wie De Debdatta, Bildungsberatungsbote der Städteregion Aachen und Richard Abshof aus Simmerath, wurde ebenfalls gedankt.

Zufälliger Fund des Stühlchens

Die sogenannten „Brückenbauer“ helfen wo es nötig ist, um den Auswandern das Leben zu erleichtern. „Ich begleite die Menschen zum Amt oder zum Arzt, übersetze und helfe beim Schriftverkehr“, erzählt der aus Ostindien stammende Gesteinshüttenkundler, der vier Sprachen spricht. Als Rentner Zuhause zu sitzen und „Däumchen zu drehen“ käme für ihn nicht in Frage. „Es macht Spaß anderen zu helfen“ und täte einem selber gut, bei der „großen Dankbarkeit“ die zurückkomme.

Die Spende an sich sei eine „tolle Sache“ für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die so Anerkennung erfahren, erklärt Rupp-Franksen. „Mit ihrer Hilfe schaffen wir das ein bisschen mehr“.

Die einzelnen Keilrahmenbilder, Schwarz-Weiß-Fotografien mit eben jenem roten Stühlchen, „welches mir beim Aufräumen der Playmobilkiste in die Hände fiel“, so Steffens und die mit der Unterstützung der Eifeler Kabarettisten Achim Konejung und Hubert vom Venn im Hotel Horchem versteigert wurden, haben sicher längst einen Platz an der Wand gefunden.

Prominente wie Reinhold Messner, Stephan Brings, Erika Berger, Margarethe Schreinemakers, Jenke von Wilmsdorf und viele andere haben sich mit dem Stühlchen, welches sinnbildlich für „Zusammenrücken“ steht, abbilden lassen.

Mal steht es auf der Hand, sitzt auf der Nase, auf dem Kopf, mal hier mal da und zieht sich so wie ein roter Faden durch die Exponate und sorgt für Gespräche. So auch an diesem Tag der Spendenübergabe im Rathaus, wo alle drei Institutionen zusammentrafen und es deutlich wurde, wie groß der Gesprächs- und Handlungsbedarf sowie die Zusammenarbeit untereinander ist.

Hilfsbereite Unterstützung

In vielen Fällen fehle es an der „gesetzlichen Grundlage“ berichtete Debdatta und die Bürokratie mache die Situation nicht besser. Einige der Flüchtlinge gingen gerne wieder in ihr Land zurück, doch haben Haus und Hof zurücklassen müssen und alles verloren, andere möchten hier ein neues Leben anfangen, leben aber stets mit der Ungewissheit, wie es in Zukunft weitergehen soll. Da zählt jede Hilfe, sei es bei der Unterbringung, bei der Wohnungssuche und Einrichtung, beim Deutschunterricht, Schulbesuch, der Freizeitgestaltung oder dem Transport.

„Der privat angeschaffte Kleinbus für acht Personen muss auch für die Flüchtlinge zum Einsatz kommen“ so Ritter. So kämen die Flüchtlinge von Langschoß zum Café International und zurück. Außerdem könne dessen Fläche als Werbefläche genutzt werden, wodurch die Spendenbereitschaft noch einmal viel größer werden würde, ebenso wie es die Chair-ity Aktion bewiesen hat.

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