Projekt Inklusion: Kooperation in der Eifel

Von: hes
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Nordeifel. Mit dem Begriff „Inklusion“ verbinden die meisten derzeit die Diskussion um die schulische Bildung von Menschen mit Beeinträchtigung. Der Begriff ist jedoch keineswegs auf das gemeinsame Unterrichten von Behinderten und Nicht-Behinderten beschränkt.

„Inklusion ist gelungen, wenn jeder Mensch von der Gesellschaft akzeptiert wird – genau so, wie er ist, und weil Unterschiede normal sind.“ Mit dieser Aussage wirbt die auch aus dem Fernsehen bekannte „Aktion Mensch“, dafür, dass aus dem Nebeneinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein Miteinander wird.

„Wir alle“ heißt das von der „Aktion Mensch“ geförderte trägerübergreifende Inklusionsprojekt von Stadt und Städteregion Aachen, das im vergangenen September erfolgreich angelaufen ist und jetzt in den Sozialausschüssen der Nordeifelkommunen Monschau und Simmerath vorgestellt wurde.

Das Gesamtgebiet der Städteregion wurde für das Projekt in vier Sozialräume aufgeteilt: in Aachen die Bereiche Nord, Am Westpark und Burtscheid sowie im Süden ein Bereich Monschau/Simmerath. „Für Inklusion gibt es viele Erfolgsrezepte. Aber jeder Sozialraum hat seine eigenen Voraussetzungen und seine eigenen Herausforderungen“, sagte Marc Inderfurth, Geschäftsführer der Caritas Lebenswelten, einem der sechs Träger, bei der Vorstellung des Projekts. Der Trägerverbund für „Wir Alle“ besteht aus dem ABK-Hilfswerk, der Josefsgesellschaft Vinzenz-Heim, dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen, den Caritas-Lebenswelten, den Alexianern und der Lebenshilfe Aachen.

Für drei Jahre ist die finanzielle Förderung mit insgesamt 450.000 Euro mit einem Träger-Eigenanteil über 30 Prozent gesichert. Für ABK und Caritas Lebenswelten beispielsweise liegt der Eigenanteil für den Sozialraum Monschau/Simmerath bei ca. 17.500 Euro. Den Kommunen als Kooperationspartner entstehen keine unmittelbaren Kosten.

Diese Eckpunkte sind auch Teil des Kooperationsvertrages, den nun sowohl die Stadt Monschau, als auch die Gemeinde Simmerath jeweils einstimmig mit den beiden Trägern geschlossen haben.

Was konkret kann und soll das Projekt leisten? „Vor allem soll es die Bürger für den Gedanken der Inklusion informieren und sensibilisieren“, so Marc Inderfurth im Monschauer Sozialausschuss. Auch das Erkunden und Fördern bereits vorhandener inklusiver Angebote im Bereich Freizeit, Mobilität und Wohnen gelte es zu erkunden und zu fördern. Und gemeinsam mit Kooperations- und Netzwerkpartnern seien neue Angebote mit inklusivem Profil (Workshops, Bürgerforen) zu schaffen.

Marc Inderfurth wurde noch konkreter: Es sei ein hervorragendes Beispiel der Inklusion, wenn jedes Jahr die Bewohner des Höfener Josefsheimes am Karnevalsumzug teilhaben und mitgehen könnten. „Oder wenn jemand einen Behinderten einfach mal zum Fußballtraining mitnimmt“. Inklusion bedeute nicht, ein Grillfest für behinderte Mitmenschen zu veranstalten, sondern es gemeinsam mit ihnen zu organisieren, so der CLW Geschäftsführer.

Der Weg dorthin sei, da waren sich alle Beteiligten einig, noch lang und sei „ein Weg der vielen kleinen Schritte“, so Benno Palm, CDU-Sprecher im Monschauer Sozialausschuss. Man müsse nun sehen, dass die Umsetzung der Menschenrechtskonvention „in die richtige Richtung kommt“, so Palm. Auch Roland Krökel (SPD) sprach von einem „bedeutenden gesellschaftspolitischen Thema“, für das es „höchste Zeit“ werde.

Nachdem in den ersten Monaten am Netzwerk (zu dem auch das Helena-Stollenwerk-Haus Simmerath gehört) gebastelt und vor allem Öffentlichkeitsarbeit betrieben wurde, ist in den nächsten Monaten konkret das Erstellen, Verteilen und Auswerten eines Fragebogens zu den Themen „Mitfahrgelegenheit“ und „Wohnen“ vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Lebens von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung geplant. Zudem ist jeder Bürger eingeladen, die Idee mitzutragen und mit umzusetzen.

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