Priesterjubiläum: Mit Weltkirche und Ortsgemeinde vertraut

Von: Peter Stollenwerk
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Der Kirche, der GdG Monschau und der Wahlheimat Höfen verbunden: Professor Dr. Dr. Heino Sonnemans feiert am Samstag, 29. Oktober, sein goldenes Priesterjubiläum. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. „Wir sind nicht die Herren über Euren Glauben, sondern die Diener Eurer Freude.“ Dieses Zitat aus dem zweiten Korintherbrief (1/24) beschreibt für Professor Dr. Dr. Heino Sonnemans auf den Punkt genau seine Sichtweise auf den Beruf des Priesters. Der in Höfen lebende Seelsorger hat sich ein Leben lang mit Religionsphilosophie und Glaubensinhalten beschäftigt und diese auch anderen vermittelt.

Sein Lebenslauf schlägt den großen Bogen zwischen der Weltkirche und den kleinen Gemeinden mit ihren Alltagssorgen vor Ort. Auch drei Schriften über Glauben und Kirche hat er verfasst.

Heino Sonnemans ist jetzt seit 50 Jahren Priester. Am 10. Oktober 1966 er empfing er in Rom in der Kirche Sant’Ignazio di Loyola die Priesterweihe. Seit 25 Jahren lebt der frühere Lehrstuhlinhaber bereits in Höfen – etwas versteckt hinter einer ortstypischen hohen Buchenhecke in einem Fachwerkhaus mit tief herunter gezogenem Dach. Diesen Platz hat er sich ganz gezielt ausgesucht. Am kommenden Samstag feiert die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Monschau in der Höfener Pfarrkirche St. Michael gemeinsam mit Heino Sonnemans das Jubiläum.

Ob bei den sonntäglichen Eucharistiefeiern oder auch bei anderen kirchlichen Feiertagen: Gemeinsam mit seinen Mitbrüdern leiste er „einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung der Eucharistiefeiern in der GdG“, heißt von Seiten der GdG und des Pfarreirates Höfen im jüngsten Pfarrbrief.

Heino Sonnemans wurde am 26. September 1940 in Viersen geboren. „In Viersen war das Ursprungsgeschäft von Kaisers Kaffee“, erzählt der Jubilarpriester, den es aber nicht lange in seiner Heimat hielt. Von 1960 bis 1969 studierte in Rom, exakt während der bewegten Zeit des II. Vatikanischen Konzils, Theologie und Philosophie. Der Bischof aber nahm ihm das Versprechen ab, dass er wieder in seine Diözese zurückkehren müsse. Er lehrte dann am Leoninum in Bonn, war in der Pfarre Heilig Geist in Aachen Kaplan und über 20 Jahre als Subsidiar in St. Laurentius tätig.

Seit 1977 bekleidete er einen Lehrauftrag an der RWTH Aachen, zunächst als Dozent, später als Professor. Von 1998 bis 2005 war er Professor für Fundamentaltheologie, Religionsphilosophie und Theologie der Religionen an der Uni Bonn, und Mitte der 80er-Jahre auch für ein halbes Jahr Studien-Dekan in Jerusalem – eine Zeit, die ihm einen umfassenden Blick auf die Weltkirche eröffnete. Er war an der Uni Bonn der dritte Nachfolger von Kardinal Joseph Ratzinger, und just an jenem Abend im Frühjahr 2005, als dieser zum Papst gewählt wurde, hielt Sonnemans gerade in Bonn den Eröffnungsgottesdienst für das neue Semester. Das war ein großer Moment für ihn.

Als Aktivposten in der GdG Monschau weiß der Seelsorger aus eigener Anschauung, wie schwierig es geworden ist, die Traditionen der Kirche noch vor Ort in den kleinen Gemeinde aufrecht zuhalten. „Diese Tradition lässt sich nur noch mit engagierten Laien fortsetzen“, sagt Heino Sonnemans. Es gelte, Wege zu finden, „wie die Kirche vor Ort weiterhin lebendig bleibt“. Undenkbar sei es aber, „das volle Programm“ in allen sieben Dörfern aufrecht zu erhalten.

Die Kirche als Zufluchtsort für alle Menschen dürfe jedoch nicht verloren gehen. „Soweit wie es möglich ist“, will er an den Wochenenden in der GdG Monschau auch fortan zur Verfügung stehen, aber auch darüber hinaus hat er sich vor Ort engagiert – beispielsweise beim Deutschunterricht für die Flüchtlinge in der Höfener Funk.

Anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums kann Heino Sonnemans auf eine bewegte Zeit als Seelsorger zurückschauen. „Froh und dankbar“ zeigt er sich anlässlich des Festtages, und den Priesterberuf würde er „sofort wieder ergreifen“.

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