Premiumradweg nicht frei von Problemen

Von: P. St.
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Besonders naturbelassen ist der Ruruferradweg zwischen Monschau und Grünental. Hier gibt es aber auch die meisten Probleme mit der Wegequalität. Foto: P. Stollenwerk
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Der Ruruferradweg ist perfekt ausgeschildert. Besonders an den Knotenpunkten, wie hier in der Monschauer Altstadt, kann sich der Zweiradfahrer orientieren. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Der Ruruferradweg ist neben der Vennbahn aus der Sicht des Fahrradfahrers ein Angebot von hohem Erlebniswert in der Region. Während der Vennbahnweg praktisch durchgehend über eine asphaltierte Trasse führt, bietet der Ruruferradweg eine vollkommen andere Struktur, und er verlangt auch mehr Pflege.

Dies wurde jetzt einmal mehr deutlich in der Sitzung des Monschauer Wirtschaftsausschusses, wo es um den Abschluss einer Unterhaltungsvereinbarung für den Ruruferradweg auf dem Gebiet der Stadt Monschau ging.

Derzeit bietet sich eine gute Chance, weil das sogenannte Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm (RWP) bei einer Förderquote von bis zu 90 Prozent touristische Infrastrukturmaßnahmen auch im Bereich des Fahrradtourismus unterstützt. Die Städteregion Aachen hat diese einmalige Chance ergriffen. Neben dem Ruruferradweg hat sie auch die Vennbahn sowie „Erlebnisschleifen“ entlang der beiden Fahrradwege im Blick. Ziel der Maßnahme ist es, die Gesamtregion „fahrradfit“ zu machen. Der RWP fördert aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Nicht immer ein Quell der Freude

Der vor rund zwölf Jahren fertiggestellte Ruruferradweg war in der Vergangenheit nicht immer ein Quell der Freude. Besonders in jenem Teil, der entlang der oberen Rur durch die waldreiche Nordeifel führt, gab es immer wieder Probleme mit der Wegequalität. Auf dem Gebiet der Stadt Monschau, berichtete Björn Schmitz vom Wirtschaftsförderungsamt der Stadt, sei der Weg zwischen Norbertuskapelle und Dreistegen „nach einigen baulichen Schwierigkeiten“ vernünftig zum Abschluss gebracht worden, aber nach wie vor gebe es eine Reihe „kritischer Punkte, die einem Premiumradweg nicht gerecht werden“. Schäden durch Holzrückearbeiten gehörten zu den Dauerbelastungen.

Da die Möglichkeiten des städtischen Bauhofs nur begrenzt seien, funktioniere eine dauerhafte Unterhaltung nur mit Hilfe einer Gegenfinanzierung.

Bürgermeisterin Margareta Ritter ergänzte, dass bereits eine mündliche Zusage der Städteregion vorliege, sich mit einer jährlichen Aufwandsentschädigung in Höhe von 250 Euro an die Stadt Monschau je Kilometer Radweg auf deren Gebiet zu beteiligen.

Entlang der Rosengasse in Kalterherberg hatte es immer wieder Ärger gegeben, weil die Interessen der Radfahrer mit forstwirtschaftlichen Maßnahmen kollidierten. Eigentümer ist hier die Stadt, und nach Auskunft der städtischen Forstverwaltung sind in den nächsten 20 Jahren keine Rückearbeiten mehr vorgesehen. Damit kann der Wegeabschnitt bis oberhalb von Küchelscheid ausgebaut werden. In diesem Abschnitt ist weitgehend eine Asphaltierung vorgesehen.

Mit „großer Sorge“ sieht die Stadt aber den Abschnitt zwischen der Kläranlage Monschau-Rosental und Grünental. Besonders seitens der Nutzer gibt es etliche Beschwerden über Schäden an Wegen durch forstwirtschaftliche Maßnahmen. Diese Situation ist auch der Stadt bekannt. Sie weiß aber aus Erfahrung, dass der Landesbetrieb Wald und Holz „deutlich forstlich orientiert“ ist und trotz einer zuvor getroffenen entsprechenden Vereinbarung erst nach intensiven Nachverhandlungen Nachbesserungen bei der Instandsetzung des Weges erreicht werden konnten. Zusammenfassend hält die Verwaltung fest, dass das Land NRW an diesem Wegeabschnitt „bisher ausschließlich forstliches und kein touristisches Interesse“ gezeigt habe.

Daher, so die Auffassung der Verwaltung, sollte die Städteregion als Träger der Maßnahme zunächst mit dem Landesbetrieb Wald und Holz eine vertragliche Regelung über das Ausmaß und die Dauer der forstlichen Nutzung des Weges, die Wegequalität, Wiederherstellungsmaßnahmen und die laufende Gefahrenabwehr durch umstürzende Bäume treffen. Dies gelte auch für den Grundstücksbesitzer des Anwesens Grünental (dieses Privatgelände steht den Radfahrern bekanntlich nicht zur Verfügung; sie müssen stattdessen eine problematische und nicht ungefährliche Umleitung nehmen). Eine solche Vereinbarungen mit dem Landesbetrieb, die klar die Zuständigkeiten definiere, müsse einer Vereinbarung mit der Städteregion über die Pflege- und Unterhaltungsarbeiten durch die Stadt vorausgeschickt werden.

Diesem Vorgehen schloss sich auch der Wirtschaftsausschuss einstimmig an. Gregor Mathar (SPD) meinte, dass die Erfahrung zeigen werde, ob 250 Euro je Kilometer ausreichen würden, während Werner Krickel (Grüne) auch an die Verantwortlichkeit des Landesbetriebs erinnerte. Es sei kaum vorstellbar, dass das Land einerseits Geld in die Hand nehme, um touristische Maßnahmen zu finanzieren, während diese dann andererseits wieder durch forstliche Arbeiten „kaputt gemacht“ würden.

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