Premiere: Wotans neues Leben in der Senioren-WG

Von: peo
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Gelungene Premiere vom Theaterverein Wortspiel: Bei diesen Mitbewohnerinnen ist schon Überzeugungsarbeit durch Vermieter Schaller (links) gefragt. Foto: Peter Offermann

Nordeifel. Ella will. Emily will. Elke will. Sohn Maurice will es erst recht. Nur Wotan, der ist geschockt. Denn seine Frau Sylvia hat ihn verlassen und er soll nun in eine freie Wohnung einer von drei ihm völlig unbekannten Damen dominierten Senioren-WG abgeschoben werden.

Und diese lassen sich nicht lange bitten: Schnell nehmen Emily, Ella und Elke ihn mitsamt ihrer Hippie-Vergangenheit, lasziver Unbekümmertheit und Vorliebe für kuriose Ideen zur Rentenaufbesserung in ihre Mitte. So beginnt ab jetzt für Wotan ein abwechslungsreicher, lustiger und nicht immer stressfreier Rausch auf der Überholspur des Lebens.

Diese Wandlung lässt bei Sylvia jedoch plötzlich den eigentlich totgeglaubten weiblichen Jagdinstinkt wieder lebendig werden. Sie beschließt, sich ihren Mann zurückzuholen. Doch wie soll das gelingen, ohne am Ende als Bittstellerin oder gar Verliererin dazustehen? Die Darsteller des Theatervereins Wortspiel aus Mützenich überzeugten bei der Premiere von „Resturlaub im Ladyhort“ in der Aula des Monschauer Gymnasiums.

Seien es der cholerisch-spießige Wotan, dargestellt von Michael Sommer, Hermine Schmitz als sich für unwiderstehlich haltende Emily, Annemie Stollenwerk als Ella, ein immer noch in den 70ern lebender Hippie, welche nicht nur Demos für eine bessere Welt, sondern auch allem was das Bewusstsein erweitert nicht abgeneigt ist, Brigitte Palm als Elke, die sich nicht ganz ohne Nebenwirkungen die Rente als Medikamententesterin aufbessert, Petra Jollet als Ehefrau Sylvia, die mal als Schornsteinfegerin oder Labor-Maus in die WG eindringt, um sich einen Vorteil bei der Rückeroberung ihres Wotans zu verschaffen, Michael Funken als Sohn Maurice, der zwischen den Stühlen steht und Ralf Steffens als geschickter Vermieter Herr Schaller, der die Vorzüge eines selbstbestimmten Lebens im Alter auf seine Art und Weise gut zu verkaufen weiß.

Nach 100 unterhaltsamen Minuten wussten die Zuschauer dann auch, ob Sylvia ihren Wotan wieder erfolgreich aus den „Fängen“ der drei Damen befreien konnte. Das kam bei den etwa 200 Zuschauern mehr als gut an und wurde durch minutenlange Ovationen honoriert. Klar, dass es sich Ralf Steffens dann auch nicht nehmen ließ, dem bunt gemischten Publikum aus Jung und Alt persönlich zu danken, denn schließlich weiß er, wie viel Arbeit dahinter steckt. Im Sommer beginnt die Stückauswahl und ab September wird zweimal wöchentlich geprobt, um dann traditionell mit der Premiere am zweiten Weihnachtstag eine solche Leistung abliefern zu können.

Dazu gehört dann auch ein gutes Ensemble, welchem er neben Regisseurin Brigitte Palm ein extra Lob aussprach. Ganz besonders dankte er aber vor allen Dingen den Menschen, die im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf sorgen, seien es die Souffleusen Eliza Küpper, Nora Schnuch und Christiane Faust, Hagen Kaspar und seinem Technik-Team, Uschi Kaspar und ihrem Theken-Personal, Wolfgang Schmitz, der sich mit seinen Leuten um den Bühnenaufbau kümmert sowie Ronja Läufer und ihrem Kassen-Team.

Wer an der Premiere von „Resturlaub im Ladyhort“ des Theatervereins Wortspiel aus Mützenich nicht als Zuschauer teilnehmen konnte, der darf sich auf drei weitere Vorführungen am 1. Januar um 15 Uhr, am 7. Januar um 19.30 Uhr und am 8. Januar um 15 Uhr in der Aula des Gymnasiums Monschau auf eine kurzweilige Interpretation von Bernd Spehlings Stück freuen.

Tickets im Vorverkauf sind im Rewe Mützenich und bei Edith Schmitz unter Telefon 02472/1792 oder aber an der Abendkasse erhältlich.

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