Polizei sucht einen Pferdequäler

Von: Ernst Schneiders
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Stute  Dina wurde Opfer einer
Stute Dina wurde Opfer einer Tierquälerei. Foto: Ernst Schneiders

Hammer. Claudia Baur war bedient, als sie bei strömendem Regen vom Einkauf zurückkehrte. Der Griff des Stromkabels zu ihrer Pferdekoppel lag unbrauchbar auf dem Misthaufen. Da dachte sie noch an einen Dumme-Jungen-Streich, maß dem keine sonderliche Bedeutung bei.

Als sie dann aber auf die Koppel ging, um nach ihren drei Tieren zu schauen, fuhr ihr gehörig der Schreck in die Glieder, denn ihre 31 Jahre alte Vollblut-Mix-Stute Dina hatte nicht nur eine dicke „Beule” auf dem Rücken, sondern blutete zwischen den Hinterläufen.

Als Claudia Baur sich ihrem alten und ansonsten ausgesprochen freundlichen Ross näherte, um ein Halfter anzulegen und sich die Verletzungen anzuschauen, reagierte Dina panisch und aggressiv, nahm Drohhaltung ein und wollte die Pferdehalterin beißen und treten. Nur mit einem beherzten Sprung zur Seite konnte sie sich in Sicherheit bringen.

Die Pferdehalterin aus Hammer alarmierte Tierarzt und Polizei. Der Veterinär, der die Wunden versorgte, legte sich vor Ort auch gegenüber den Ordnungshütern fest: Die Wunde im Vaginalbereich, etwa fünf bis sieben Zentimeter groß, stammt von einer Gewalteinwirkung mit einem stumpfen Gegenstand. Das Tier könne sich nach Worten des Tierarztes diese Verletzungen nicht selber beigebracht haben, indem es beispielsweise irgendwo gegen gerannt sei. Claudia Baur ist entsetzt: „Was gibt es bloß für Menschen!”

Keine Bagatelle

Die Darstellung der Pferdehalterin wurde gestern Vormittag von Polizeisprecherin Sandra Schmitz im Aachener Präsidium gegenüber unserer Zeitung bestätigt: Die Verletzungen des Tieres stammten von einer „massiven äußeren Gewalteinwirkung mit einem Gegenstand”. Das Pferd habe sie sich nicht selber zufügen können.

Dieser Fall vom Tierquälerei hat sich nach Polizeiangaben bereits am vergangenen Freitag zwischen 15 und 17 Uhr auf der Pferdekoppel von Claudia Baur an der Dedenborner Straße in Hammer, gleich neben dem Campingplatz gelegen, ereignet.

Die Polizei hofft jetzt, dass auf dem belebten Campingplatz jemand Beobachtungen gemacht hat, die bei der Fahndung nach dem Pferdequäler behilflich sind. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Tierquälerei ist weder eine Bagatelle noch ein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Deshalb hofft Polizeisprecherin Sandra Schmitz auch, „dass wir den Täter kriegen”.
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