Simmerath - Polizei setzt Prioritäten für den Eifelwagen

Polizei setzt Prioritäten für den Eifelwagen

Von: P. St.
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Simmerath. Es war schon eine ungewöhnliche Dramaturgie, die sich in der Nacht zum 22. Juni in diesem Sommer im Gewerbegebiet Rollesbroich auf dem Gelände eines Autoverwerters kurz nach Mitternacht abspielte.

Zwei potenzielle Metalldiebe hatten die Rechnung ohne den Inhaber und seine äußerste wachsamen Hunde gemacht. Die beiden Dobermänner schlugen die Diebe in die Flucht. Fahrzeug, Einbruchswerkzeug und sogar die Personalien hatten sie in ihrer Angst am Tatort Völlesbruchstraße zurückgelassen.

Diese Geschichte, die durchaus über eine amüsante Note verfügt, war für den Geschädigten aber weniger lustig. Er hatte, während die Täter ans Werk gingen, bei der Polizei Alarm geschlagen, war aber von der Wache mit der Begründung vertröstet worden, dass der einzig für die Eifel verfügbare Streifenwagen gerade einen Schwertransport in Lammersdorf begleite, der Teile für Windräder geladen hatte.

Entsprechend länger dauerte dauerte die Anfahrt des Streifenwagens aus Eschweiler. Dieser Einsatzverlauf hatte in der Bevölkerung für Gesprächsstoff gesorgt, und auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns waren zahlreiche Unmutsäußerungen über die „mangelnde polizeiliche Einsatzbereitschaft” im Eifelraum zu Ohren gekommen.

Also trug der Bürgermeister die Klagen der Bürger dem Aachener Polizeipräsidenten Klaus Oelze vor. Neben dem Vorfall aus Rollesbroich nahm Hermanns auch Bezug auf eine weitere Einsatz-Schieflage mit „unzumutbar langen Einsatzzeiten” am Bushof Simmerath. Hier war am 8. Juli gegen 15.20 Uhr einem Busfahrer Geld aus der Kasse gestohlen worden. Obwohl der mutmaßliche Täter sich noch eine geraume Zeit am Bushof aufhielt, traf erst nach über zwei Stunden ein Streifenwagen ein, weil alle verfügbaren Polizeikräfte an einen anderen Einsatz gebunden waren.

„Befremden und Unverständnis” lösten diese beiden Fälle beim Simmerather Bürgermeister aus.Das Antwortschreiben des Polizeipräsidenten gab Karl-Heinz Hermanns jetzt dem Simmerather Gemeinderat bekannt. Klaus Oelze bestätigte die Abläufe der beiden geschilderten Fälle im Wesentlichen. Der verspätete Einsatz im Gewerbegebiet Rollesbroich hat bereits zu einem Umdenken geführt. In der Einsatznachbereitung sei man zu der Entscheidung gelangt, dass zukünftig Schwertransporte nicht mehr durch den Eifelwagen begleitet würden sondern durch Kollegen aus Stolberg oder Eschweiler.

Zum Diebstahlsdelikt am Bushof stellt Klaus Oelze klar, dass es nach dem Anruf des Busfahrers zunächst keine Hinweise auf den Täter gegeben habe. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt „hohen Einsatzdichte” in der Region (zwischen 14 und 18 Uhr waren elf Einsätze mit zum Teil hoher Priorität abzuarbeiten), habe man mit dem Busfahrer vereinbart, dass dieser am nächsten Tage auf der Wache Anzeige erstatten möge.

Als dieser dann eine Stunde später erneut bei der Polizei anrief und konkrete Hinweise auf den Täter geben konnte, wurde der nächste verfügbare Streifenwagen in Bewegung gesetzt. Dieser traf zwar erst nach einer weiteren Stunde am Bushof ein, doch konnte die verdächtige Person noch angetroffen werden.

Der Polizeipräsident räumt die „deutliche Verzögerung” ein, weist aber darauf hin, das der Eifelwagen im genannten Zeitraum bei einer Vermisstensache im Einsatz gewesen sei. Wichtig ist für Oelze die Feststellung, dass in keinem der genannten Fälle fehlerhaftes Handeln der Dienststelle festgestellt worden sei. Es sei sichergestellt, dass rund um die Uhr über 24 Stunden immer eine Einsatzeinheit für den Eifelbereich zur Verfügung stehe, obwohl das Einsatzaufkommen in den Eifelkommunen vergleichsweise gering sei.

Abschließend hält Polizeipräsident Oelze fest, dass die polizeiliche Grundversorgung in der Eifel gesichert sei, die Tatsache einer ständigen Präsenz bedeute jedoch nicht, „dass es in einsatzstarken Zeiten zu keinerlei Wartezeiten kommen kann.”
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