Simmerath - Polizei-Posse in Simmerath

Polizei-Posse in Simmerath

Von: P. St.
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Kajo Nießen aus Huppenbroich
Kajo Nießen aus Huppenbroich hat sich ebenso wie Ehefrau Ruth bei einer abendlichen Fahrradtour mächtig über die Polizei geärgert. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Zuerst dachten wir, dass hier die Fernsehsendung Versteckte Kamera läuft”, wunderten sich Ruth und Kajo Nießen, als sie vor einigen Tagen bei einer Fahrradtour in Simmerath eine ungewöhnliche Begegnung mit der Polizei erlebten.

„Am letzten Freitagabend nutzen mein Mann und ich das trockene und wieder warme Wetter für eine gemütliche Radtour. Unser Weg führte uns zur Eisdiele nach Simmerath”, berichtet das Ehepaar aus Huppenbroich.

Seit einigen Jahren führt an der oberen Hauptstraße an beiden Fahrbahnseiten ein kombinierter Rad/Gehweg vorbei. Auch die beiden Radfahrer nutzten diesen Weg, um in den Ort zu gelangen. Den Weg nach Hause trat man dann auf dem gleichen Weg an.

20 Meter hinter der Ampel an Schröders Eck sahen Ruth und Kajo Nießen einen Streifenwagen der Polizei, der parkend in der Einfahrt zwischen Blumengeschäft und Café stand. „Als wir bereits am Streifenwagen vorbei gefahren waren, wurden wir von den Polizisten zurück gerufen”, berichten die Radler weiter. „Schnell wurde uns erklärt, dass wir uns auf der falschen Fahrbahnseite des Fahrradweges befinden würden. Wir entschuldigten und bedankten uns für den Hinweis und wollten zügig die Fahrbahnseite wechseln”.

Doch da hatten die Polizistin und der Polizist von der Polizeistation Stolberg einen anderen Gedanken. Sie fragten die verdutzten Radfahrer, ob diese denn aufgrund der hohen Unfallhäufigkeit mit Fahrrädern hier im Gebiet der Städteregion Aachen mit einer Ordnungsstrafe in Höhe von 15 Euro einverstanden seien.

„Wir gaben ein klares Nein zur Antwort. Wir konnten und wollten nicht einsehen, dass unser Fehler mit einer Ordnungsstrafe geahndet werden sollte. Nach einigen Diskussionen wurde uns von Seiten der Polizistin erklärt, dass man Verständnis für diese Verwarnung haben müsse”. Dann traute das Ehepaar seinen Ohren nicht als die Polizistin fortfuhr: „Wenn wir gleich Feierabend machen, und unser Chef 15 Protokolle hat und wir haben kein Protokoll, dann sieht das sicher nicht gut aus”.

Fassungslos über diese Äußerung sah sich das Ehepaar an, und dachte wie gesagt bereits an die Fernsehsendung „Versteckte Kamera”.

Weiterhin berichtet Ruth Nießen: „Nachdem ich mich nicht ausweisen konnte, wollten die Beamten uns nach Hause begleiten, worauf wir gerne eingingen und bereitwillig unsere Adresse mitteilten”.

Zu dieser Maßnahme von Seiten der Polizei kam es dann doch nicht. „Vielmehr erklärte man, dass man uns mit zur Wache nehmen wolle. „Auf unsere Frage was dort passieren würde, drohte man, unsere Fahrräder stillzulegen, da diese nicht verkehrstauglich seien. Unsere Fahrräder sind Mountainbikes, eben ohne Lampe und Schutzbleche. Mit einem Lächeln auf den Lippen (aber Ärger im Bauch), erklärten wir, dass wir gesunde Füße haben, um den Weg nach Hause zu Fuß anzutreten”.

Damit war die Diskussion aber noch nicht beendet. Als Kajo Nießen des langen Dialogs müde geworden war, zog er seine Geldbörse und reichte dem Polizisten 15 Euro. „Dann wurde uns erklärt, das er ausschließlich EC-Zahlungen akzeptiert. Anschließend wurden unsere Personalien festgehalten, auch meine ohne Personalausweis. Wir ließen uns die Namen der Polizisten und die Polizeidienststelle, die an diesem Tag nur ein einziges Protokoll ergattert hatten geben, und traten verärgert mit unseren nicht verkehrstüchtigen Fahrrädern den Heimweg an”, schließen die beiden Radfahrer aus Huppenbroich ihren Bericht über eine unerfreuliche Begegnung mit der Polizei. Ihre Beschwerde wollen sie auch dem Polizeipräsidium zukommen lassen.

Die nächste Runde in der Sache zeichnet sich aber bereits ab. Wie Sandra Schmitz von der Pressestelle der Polizei Aachen auf Anfrage der Lokalredaktion berichtet, nehme man jede Beschwerde von Bürgern ernst. Man werde sich mit dem Ehepaar in Verbindung setzen. Auch werde man mit den beiden Polizeibeamten sprechen, um die Darstellung aller Beteiligten zu hören.
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