„Pokémon Go“: Monsterjäger in Monschau auf Beutezug

Von: ag
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Auf Pokémonjagd in der Monschauer Altstadt: Für Renate Reinartz ist das Spiel beim Gassigehen mit Mischlingshündin Milou eine willkommene Abwechslung. Foto: Gabbert

Monschau. Als Renate Reinartz aus Monschau die Tür ihres Hauses an der Kirchstraße in Monschau hinter sich zuzieht und ihr Smartphone einschaltet, wird ihr angezeigt, dass sich irgendwo im Umkreis von 200 Metern ein Monster befindet. „Das Schwarze hab ich noch nicht“, sagt sie und macht sich auf die Jagd.

Die Monschauer Altstadt ist in den vergangenen Wochen zu einem beliebten Jagdrevier geworden. Meist junge Leute und Familien kommen extra dafür in die Stadt. Aber auch in anderen Orten tummeln sich die Monsterjäger vor Kirchen, Friedhöfen und Baudenkmälern. Meist haben sie dabei den Blick auf ihr Smartphone gerichtet, um kleine bunten Monster zu fangen, die sich Pokémons nennen.

„Pokémon Go“ heißt das Spiel, das inzwischen für einige Schlagzeilen gesorgt hat. In diesem Spiel, das für Smartphones oder Tabletcomputer gedacht ist, können die Spieler virtuelle Fantasiewesen fangen, trainieren, entwickeln und in virtuelle Kämpfe gegen andere Pokémon schicken. Das Spiel ermittelt durch das Global Positioning System (GPS) und Mobilfunkortung den Standort des Spielers und positioniert ihn virtuell auf einer Landkarte, die auf dem Kartenmaterial von Google Maps basiert. Das Spiel wird in der Regel im Freien gespielt und nutzt Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen und auffällige Objekte der materiellen Welt zur Gestaltung einer virtuellen Spielwelt.

Sehenswürdigkeiten hat Monschau einige zu bieten und ist deshalb für die Pokémonjagd besonders gut geeignet. Renate Reinartz aus Monschau gehört zwar nicht mehr zur Generation der Jugendlichen, aber sie spielt das Spiel mit nicht weniger Begeisterung. Beim Gassigehen mit der Mischlingshündin Milou ist es für sie eine willkommene Abwechslung.

69 verschiedene der virtuellen Kreaturen hat sie bereits mit ihrem Handy eingefangen. Dazu müssen die Spieler das Pokémon auf ihrem Handy mit einem virtuellen Ball treffen. Nachschub an Bällen und anderes Material, das man für das Spiel braucht, gibt es unter anderem an sogenannten Pokéstops, wovon es in Monschau einige gibt. „Das ist hier wie ein Konzentrat“, sagt Renate Reinartz auf dem Weg zum Gerberplatz, wo sich eine Pokémon-Arena befindet. Dort können die Spieler ihre eingesammelten Pokémons gegeneinander antreten lassen. An Richterseck befindet sich gleich die nächste Arena. Weitere finden sich an der Felsenkeller Brauerei, an der Rückseite des Auklosters und auf der Monschauer Burg.

Auf dem Weg zum Marktplatz meldet sich Renates Reinartz‘ Handy wieder. Ein Pokémon ist aus seinem Ei geschlüpft. Dafür muss der Spieler eine gewisse Anzahl an Kilometern zu Fuß zurücklegen. Renate Reinartz muss noch 2,2 Kilometer absolvieren, bevor das nächste Pokémon schlüpft. Vorbei geht es an Maaßens Päulche und dem nächsten Pokéstop.

„Auf dem Marktplatz sitzen die Pokémonspieler gerne“, sagt Renate Reinartz. In der Nähe befänden sich viele Arenen und Pokestops und wo viele Spieler zusammenkämen, gebe es oft auch viele Pokémons zu fangen. Mit speziellen Modulen können die virtuellen Monster nämlich auch angelockt werden. Dadurch ergeben sich viele Kontakte. „Ich treffe hier auch abends oder nachts noch Spieler. Die kennen mich schon alle. Man lernt neue Leute kennen und hat auch gleich ein Thema“, sagt Reinartz.

An diesem Tag trifft Renate auch auf ein 15-jähriges Mädchen aus Monschau, das ebenfalls mit dem Hund unterwegs ist. Von den Pokémons will sie aber nichts mehr wissen, nachdem eine Freundin bei der virtuellen Monsterjagd im Rursee gelandet ist. „Das Handy war nicht mehr zu gebrauchen, da geh ich lieber mit dem Hund Gassi“, sagt die 15-Jährige, bevor sie weiterzieht.

Auch Renate Reinartz macht sich auf den Heimweg, der auch an diesem Tag wieder etwas länger dauern wird, schließlich will sie noch ein paar Monster fangen, vielleicht ein Ei ausbrüten oder in einer der Monschauer Arenen noch einen Kampf austragen.

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