Pokalmärchen nimmt kein gutes Ende

Von: Kurt Kaiser
Letzte Aktualisierung:
11308238.jpg
In dieser Situation konnte der Eicherscheider Schlussmann Dominik Rollesbroich noch souverän klären, leider musste er im weiteren Spielverlauf aber dreimal hinter sich greifen. Foto: Kurt Kaiser
11308242.jpg
Erwartungsgemäß hatte Viertligist FC Wegberg Beeck am Freitagabend beim FC Roetgen die meisten Offensivaktionen, wobei die Roetgener Defensive meistens gut stand und kaum Chancen zuließ. Foto: Kurt Kaiser

Nordeifel. Leider verlief die zweite Pokalrunde auf Mittelrheinebene für die beiden Nordeifelteams von Germania Eicherscheid und dem FC Roetgen wie erwartet. Der Aachener Kreispokalsieger, der FC Roetgen, kassierte am Freitagabend eine 0:2-Niederlage gegen den Regionalligisten FC Wegberg Beeck.

Am Samstagnachmittag kam dann durch die 0:3-Niederlage gegen den Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven auch das Pokalaus für den Aachener Vizepokalsieger, die Germania aus Eicherscheid. (Die Highlights zum Eicherscheid-Spiel im Video bei FuPa.net)

In beiden Vereinen hatte man vorher insgeheim von einer Sensation geträumt, aber letztendlich setzten sich die höherklassigen Teams verdient durch. Dass der neue Roetgener Bürgermeister, Jorma Klaus, auch Ahnung von Fußball hat, bewies er mit seinem Tipp vor dem Pokalmatch.

„Die Roetgener verlieren knapp mit 1:3“, traute der erste Bürger des Ortes seinen Fußballspielern mehr zu, als die meisten anderen Besucher, die einen ganz klaren Sieg der Wegberger mit vier, fünf Toren Unterschied voraussagten. Von der Tendenz her lag der Bürgermeister richtig gut, denn er hatte eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied getippt.

Für die Roetgener, die als Topfavorit in der Kreisliga A meistens gegen defensiv eingestellte Gegner das Spiel machen müssen, war es diesmal ein ganz anderes Spiel, in dem sie aus der Abwehr reagieren konnten und der Viertligist das Spiel machen musste. Vor 250 Zuschauer übernahmen die Gäste sofort das Kommando, jedoch kamen sie kaum zu nennenswerten Gelegenheiten, während die Roetgener immer wieder kleine Nadelstiche setzen konnten. (Die Highlights zum Roetgen-Spiel im Video bei FuPa.net)

Am Ende hatten die Wegberger zwar gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, aber die nennenswerten Möglichkeiten des Regionalligisten während der 90 Minuten konnte man an einer Hand abzählen. Er benötigte schon eine Standardsituation um zumindest eine 1:0-Führung mit in die Halbzeit zu nehmen. Eine Minute vor dem Seitenwechsel hatten aber auch die FC Fans den Torjubel auf den Lippen. Nach einem von Jerry Beyer ausgehenden Konter kam der Ball zu Alex Keller, der schon den Gästekeeper ausgespielt hatte, aber leider aus äußerst spitzen Winkel den Ball am Tor vorbei zirkelte.

Halbzeit zwei verlief ähnlich wie Halbzeit eins. Die Gäste waren öfter in Ballbesitz und belagerten die Roetgener Hälfte, während die Schwarz-Roten kaum noch zu nennenswerten Kontern kamen. Erst in allerletzter Minute machten die Wegberger mit einem überlegten Spielzug den Sieg klar. Thomas Lambertz hatte sich gekonnt durchgesetzt und passte von der Torauslinie zurück zur Strafraumgrenze, von der knallte Melik Krakas den Ball zum 2:0 ins Tor.

Für den sympathischen Wegberger Trainer Friedel Henßen zählte am Ende nur das Erreichen der nächsten Pokalrunde. „Wir haben zu viel falsch gemacht und nicht gut gespielt, unser Anspruch Fußball zu spielen muss ein anderer sein, als das was wir hier gezeigt haben“, war er mit dem Auftritt seines Teams nicht zufrieden, lobte aber die tapferen Gastgeber aus der A-Liga. „Die Roetgener haben das sehr gut gemacht, sie haben gut in der Abwehr gestanden und kaum Chancen zugelassen.“ Zufrieden mit der Darbietung seines Teams war auch FC-Trainer Frank Küntzeler. „Wir wussten vorher, dass wir gegen so einen Gegner kaum Torchancen bekommen, aber wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden und es dem Regionalligisten sehr schwer gemacht.“

Germania lag schnell zurück

„Wir haben eine kleine Chance, die wollen wir nutzen“, hatte Germania-Trainer Bernhard Schmitz seinem Team eingebläut, das eine Überraschung gegen den zwei Ligen höher spielenden Gegner möglich wäre. Auf dem Rasenplatz an der Bachstraße versteckten die Blau-Weißen sich nicht vor dem Mittelrheinligisten und versuchten vom Beginn an mitzuspielen, so dass die 250 Zuschauer eine ausgeglichene Anfangsviertelstunde erlebten.

Binnen zwei Minuten bahnte sich dann aber nach zwei Stellungsfehlern in der Germania-Abwehr eine Vorentscheidung zugunsten der Gäste an. Nach einer Flanke von Pascal Schneider erzielte Mark Szymczewski per Kopf die Führung. Zwei Minuten später spielte Jumpei Ibisu einen langen Ball aus der eigenen Hälfte auf Ryo Suzuku, der mit einem Kunstschuss von der Strafraumgrenze den Eicherscheider Torwart Dominik Rollesbroich überlistete.

„Diese beiden schnellen Tore passten natürlich überhaupt nicht in unser Konzept“, hatte der Eicherscheider Trainer, Bernhard Schmitz, den frühen Rückstand nicht eingeplant. Bis zum Seitenwechsel spielten die Blau-Weißen zwar gut mit, sie konnten aber die gegnerische Defensive viel zu selten in Gefahr bringen. Mit Distanzschüssen von Nico Wilden und Sandro Kaulard hatte Gästekeeper Sascha Rodemers keine Probleme. Auf der anderen Seite traf Mark Szymczewski Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem Heber nur die Latte.

„Bei dem schlechten Geläuf muss ich mit der Führung zufrieden sein“, machte Freialdenhovens Trainer Wilfrid Hannes keinen Hehl draus, dass er lieber auf dem Kunstrasenplatz an der Bachstrasse gespielt hätte, als auf dem schwer bespielbaren Rasenplatz. Nach einer Stunde sorgte Wolfgang Nock, der nach einem Eckball zum 3:0 abstaubte, für die endgültige Entscheidung zugunsten des Mittelrheinligisten.

Meisterschaft wieder im Fokus

„Freialdenhoven hat den Klassenunterschied schon deutlich gemacht. Wir haben zwar auch einige gute Situationen in der Offensive gehabt, aber gegen so einen starken Gegner hat uns nach vorne die Durchschlagskraft gefehlt“, gab der Eicherscheider Teammanager, Ingo Steffen, zu. „Die beiden schnellen Gegentore haben uns zurückgeworfen, aber wir haben gegen den erwartet starken Gegner verdient verloren“, so das Schlusswort von Bernhard Schmitz, für den jetzt wieder die Meisterschaft in den Fokus rückt, denn schon am Wochenende stellt sich Topfavorit Germania Kückhoven an der Bachstraße vor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert