Simmerath - Pläne sollen die Perspektive nicht mehr einschränken

Pläne sollen die Perspektive nicht mehr einschränken

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Simmerath. Der Planungsausschuss gibt dem überarbeiteten Entwurf für die Woffelsbacher Bucht grünes Licht. Natürlich soll die Planung für den Ort neue Perspektiven bringen.

Zunächst allerdings gab es Kritik an den Ideen für das künftige Erscheinungsbild der Woffelsbacher Bucht. Und zwar, weil es die Perspektive erheblich einschränke. Zumindest die der Anwohner, die ihren gewohnten Blick auf den Rursee in Gefahr sahen. Die Bedenken wurden von der Politik ernstgenommen und so stellte Bernd Becker vom verantwortlichen Architekten- und Ingenieurbüro in der jüngsten Sitzung des Simmerather Planungsausschusses einen überarbeiteten Entwurf für die Woffelsbacher Bucht vor.

Auf dem Gelände des vorhandenen Campingplatzes soll ein Jugendferiendorf entstehen. Die Errichtung eines Gemeinschaftshauses und mindestens vier weiterer Gebäude ist anvisiert. Sollten diese laut ursprünglichem Entwurf zweigeschossig gebaut werden, um dem noch zu findenden Betreiber Platz zur Entfaltung zu geben, wurde die Höhe der Bauten mittlerweile reduziert. Höchstens eingeschossig sollen sie sein und das vorhandene Rezeptionsgebäude dürfen sie keinesfalls überragen. Damit wird die Höhe der geplanten Bebauung auf 297,5 Meter gedeckelt.

„Sichtverhältnisse durch neue Bebauung nicht betroffen”

Für die Woffelsbacher Bucht gibt es aktuell noch drei verschiedene Varianten. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in Anzahl und Anordnung der kleineren Gebäude. Unabhängig davon, welche der Varianten letztlich realisiert wird, versprach Planer Bernd Becker: „Die Sichtverhältnisse der Anwohner zum See sind durch die neue Bebauung nicht betroffen.” Was übrigens ebenfalls für die umgekehrte Perspektive gelte, da auch der Blick vom See Richtung Ufer „nicht verstellt” werde.

Daneben sehen die überarbeiteten Pläne vor, dass der Grundriss des geplanten Gemeinschaftshauses statt 16 mal 10 Meter 24 mal 12 Meter betragen soll. Außerdem soll im Norden des Plangebietes die überbaubare Fläche um 10 mal 15 Meter erweitert werden.

Da der überarbeitete Entwurf von den Mitgliedern des Planungsausschusses als gelungener Kompromiss gewertet wurde, sollte er schließlich auch mit breiter Mehrheit beschlossen werden. Auch die Vertreter der UWG hoben die Hand dafür, nicht ohne zu betonen, dass man die Pläne zwar gut finde, aber mit Blick auf den klammen Haushalt „gegen eine Realisierung der Woffelsbacher Mitte zum jetzigen Zeitpunkt” sei, wie Helmut Keischgens es formulierte.

Erweiterung um Wohnmobil-Stellplätze

Zuvor allerdings wurde von Seiten der Verwaltung der Vorschlag vorgebracht, den Entwurf um die Planung von zehn bis zwanzig Wohnmobil-Stellplätzen zu erweitern. Begründet wurde dies mit dem Wunsch, auf der Fläche zusätzliche Einnahmen generieren zu können.

Damit mochte sich Klaus Stockschlaeder (Grüne) nicht arrangieren. Er argumentierte folgendermaßen: „Der durchschnittliche Wohnmobilfahrer ist älter als 65 Jahre. Ich finde es fraglich, ob er in ein Jugendferiendorf passt.” Als Stockschlaeder dann eine Passkontrolle vorschlug, um nur jungen Wohnmobil-Fahrern Zugang zum Gelände zu gewähren, machte im Ausschuss das Wort „Diskriminierung” die Runde.

Ulrich Offermann (CDU) vertrat dagegen die Auffassung, eine Altersmischung sei sogar wünschenswert. Manfred Sawallich (SPD) sagte: „Der Markt wird das schon regeln” und sprach sich ebenfalls für die Wohnmobil-Stellplätze aus. So wurde dann auch beschlossen. Daneben beschloss der Ausschuss zwecks Bürgerinformation einstimmig eine erneute Offenlage des Bebauungsplans. Auf das der Blick Richtung Woffelsbacher Bucht ungetrübt bleibt.
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