Pilot Robert G. Fenstermacher erfährt die letzte Ehrung

Von: Ernst Schneiders
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Raeren/Roetgen. Von „friendly fire”, von „befreundetem Feuer”, sprechen die Militärs, wenn auf die eigenen Leute geschossen worden ist. Eines der Opfer dieses „friendly fire” gab es am 2. Weihnachtstag des Jahres 1944 zu beklagen.

First Lieutenant Robert G. Fenstermacher aus Brooklyn, erst zwei Wochen zuvor 23 Jahre alt geworden, wurde bei einem Angriff auf ein Benzinlager in Roetgen von der eigenen Luftabwehr angeschossen. Es saß in einem von sechs Jagdbombern des Typs Thunderbolt P-47, das von den US-Streitkräften am meisten eingesetzte Kampfflugzeug. Die brennende Maschine stürzte in den Vorgarten eines Hauses am Petergensfeld in Raeren in Belgien ab, explodierte dort und setzte das Wohnhaus einer Familien in Brand, die sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Innerhalb kürzester Zeit hatte die US-Armee in den Tagen danach die Absturzstelle planiert.

Mehr als 60 Jahre ist Gras über die Sache gewachsen, auch wenn der Name des Piloten und die Umstände seines Todes in der Staaten längst bekannt waren. Vor zwei Jahren etwa klingelten einige Männer an der Tür des Hauses im Petergensfeld. Es waren Mitglieder der „History Flight Inc.”, einer gemeinnützigen Stiftung in den USA, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Soldatenschicksale aufzuklären und in den Fällen, in denen es noch möglich ist, die Gebeine der Gefallenen in die Staaten zu holern, wo sie auf einem Heldenfriedhof mit militärischen Ehren zur letzten Ruhe gebettet werden können.

Der Hauseigentümer war nicht sonderlich überrascht über den Besuch. Er war seit dem Kauf des Hauses im Jahr 1983 über die Ereignisse in den letzten Kriegsmonaten informiert und hatte bei Gartenarbeiten im Boden bereits jede Menge alte Munition gefunden.

Im Jahr darauf, am 17. Juni 2011, kamen die Besucher aus den Staaten zurück, in größerer Zahl, mit elektronischen Geräten und in Begleitung von Leichenspürhund „Buster”, für den nach einiger Schnüffelei rasch feststand, wo die Gebeine von Robert G. Fenstermacher liegen. Denn dort setze er sich einfach hin.

Unterdessen hatten die Grabsucher der Stiftung den Vorgarten des Hauses vermessen, kartografiert und mit dem Sonar Lage und Größe der Trümmerteile in verschiedenen Tiefen sondiert. Einige kleinere Probegrabungen förderten bereits Wrackteile zu Tage. Auf einem dieser Teile war nach dessen Säuberung eine Fabrikationsnummer zu lesen, die bestätigte, dass im Vorgarten des Hauses im Petergensfeld die Thunderbolt P-47 von First Lieutenant Robert G. Fenstermacher, Erkennungs-Nummer O-818 531, liegt. In diesem Sommer nun werden die Amerikaner wiederkommen, um die Wrackteile und die Gebeine des Piloten auszugraben und in die USA zu bringen. Der Hauseigentümer ist einverstanden.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs tobten in der Eifel verheerende Kämpfe zwischen den vorrückenden Alliierten, die dem braunen Terror in Europa ein Ende setzen wollten, und der Widerstand leistenden Deutschen Wehrmacht.
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