Pflaumenfest: Extrapunkte für „Mauseöhrchen”

Von: M. S.
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Frische „Pruumetaat”, wertvo
Frische „Pruumetaat”, wertvolle Pflanzen und zahlreiche Gratulanten füllten das Einruhrer „Heilsteinhaus”, als die Sieger des traditionellen Pflaumenfestes gekürt wurden. Foto: Manfred Schmitz

Einruhr. Man nehme? Einen knackig-frischen Boden aus Hefeteig und - je nach saftiger Süße oder fruchtiger Säuernis der zu drapierenden Früchte - Zimt und Zucker. Kombiniere dies mit einer individuell und nach geheimem Familienrezept dosierten Prise würziger Zutaten und Kräutlein aus „Großmütterchens Kuchenbäckerei”. Und füge schließlich die üppig sortierten, reifen, blauen Nordeifeler Spätsommerpflaumen hinzu.

Schon gehört man mit der eigenen Kreation zu den aussichtsreichen Bewerbern um den Titel „Einruhrer Pflaumenkönig/in”.

Die Nachkriegstradition des überregional beliebten Pflaumenfestes im Dorf am See geht, weiß Bäcker- und Konditormeister Karl-Heinz Breuer, „schon mindestens 30 Jahre zurück”. Er bildete, zusammen mit seinem Namensvetter und Berufskollegen Franz-Josef Breuer, das sach- und fachkundige Jurorenduo im, am vergangenen Sonntag ausgetragenen, Wettbewerb.

Dazu, wissen die gebürtigen Einruhrer Preisrichter, werden im Schnitt jährlich 30 bis 40 „Pruumetaate” nominiert, so auch diesmal. Ihre verlockende Parade war lange vor dem Urteilsspruch der Experten im Heilsteinhaus zu bewundern und von etlichen Interessenten schier als zum Anbeißen befunden worden.

Vor einer stattlichen Zuschauer- und Hörerkulisse wurde die Prämierung der Fläden von flotten Melodien der Steckenborner Show- und Swingband „Melano” umrahmt.

Der Innenhof des Heilsteinhauses präsentierte sich zu allerlei Leckereien derweil im herrlichen Spätsommerlicht. Kurz: Es herrschte rund um den Einruhrer Veranstaltungstempel familiäre Volksfeststimmung, zumal ein Trödelmarkt vor dem ehemaligen Bürgerhaus an der Kirche ebenfalls zahlreiche Schau- und Kauflustige in den Bann zog.

Mitglieder des ausrichtenden Orts- und Verkehrsvereins fanden in alten Chroniken, dass die Rurtaldörfer Einruhr, Erkensruhr, Rurberg und Woffelsbach schon vor Generationen in Nah und Fern für ihre vielfältig und sortenreich mit Kirschen, Äpfeln, Pflaumen und Birnen bepflanzten Streuobstwiesen bekannt waren.

Dazu das schon um 1850 in Büchern gelobte „Einruhrer Wasser, eine wahre Quelle des Wohlbefindens, vor allem ein natürliches Mittel gegen Alltagswehwehchen und Verdauungsförderer”.

Die Juroren Breuer skizzierten ihre Bewertungskriterien des runden Genusses derart, „dass die Pflaume allein von Hand geschnitten und entkernt sein muss und frisch, saftig und süß, kranzförmig angeordnet sowie steil aus dem Kuchenboden empor ragen soll. Gekonnte und klassische „Mauseöhrchen” aus Pflaumenhaut zieren und vollenden am oberen Ende der Zwetschge nach sauberem Schnitt das danach auch optisch perfekte Erscheinungsbild der gesamten Torte”.

Das erprobte Prüfergespann benotete das getestete Gebäck des Teilnehmerfeldes ausschließlich nach Nummern (die Namen der Anwärter blieben anonym), dasselbe auch in einer Sonderkategorie. Hier stellten Kandidaten ihre Backkunst mit Naschwerk auch aus Buttercreme oder Holländer Kirsch unter Beweis. Siegerin wurde in dieser Gruppe Gittli Michels mit ihrer bekannt sinnesschmeichelnden Birnentorte. Der erste Preis im Hauptwettbewerb ging an Lydia Karbig. Sie gewann - wie könnte es anders sein? - einen jungen Pflaumenbaum für ihren Obstgarten.

Die Zweitplatzierte, Jenny Logen, ist glückliche Besitzerin eines Johannisbeerstrauches, die Dritte im Bunde, Sieglinde Harth, pflanzt nun eine Heidelbeere.
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