Pfarrkirche Einruhr: Zwei Heiligenfiguren wird eine Holzwurmkur verordnet

Von: P. St.
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Großbaustellen: Die Kirche in Einruhr wird renoviert. Das Gotteshaus am Obersee bleibt für rund drei Monate geschlossen. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. „Wenn wir noch länger gewartet hätten, hätte die Gefahr bestanden, dass die Fenster einstürzen“, sagt Pastor Michael Stoffels, der damit deutlich macht, dass die Renovierung der Pfarrkirche St. Nikolaus in Einruhr keinen längeren Aufschub mehr duldete.

Seit dem Ende der Sommerferien laufen die dringend notwendig gewordenen Arbeiten, und eigentlich sollte Ende Oktober das Gotteshaus am Obersee wieder bezugsfertig sein, aber im Zuge der Renovierung eröffneten sich, wie das bei Altbauten häufig der Fall ist, neue Baustellen und Probleme, so dass das Zeitfenster nun bis Anfang Dezember ausgedehnt wurde.

„Wir hoffen, dass wir es bis zum Advent schaffen, mit den Bauarbeiten fertig zu werden“, sagt Michael Stoffels, Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Simmerath. Bis dahin müssen die Gläubigen auf Alternativen innerhalb der GdG ausweichen. Die Kapelle in Erkensruhr leistete bereits mehrmals gute Dienste.

Gefahr in Verzug bei Fenstern

Weil den Fenstereinfassungen der Rost stark zugesetzt hatte, war Gefahr im Verzug. Eine Reihe von Scheiben musste ausgewechselt werden, und unter Mithilfe des Unternehmens, das bereits vor über 60 Jahren die Glaserarbeiten beim Neubau der Kirche ausführte, konnte ein gleichwertiger und farbgetreuer Ersatz beschafft werden.

Sorgen bereitet auch die Orgel in St. Nikolaus. Das Instrument zeigte bedenkliche Spuren von Schimmelbefall und wurde deshalb komplett abgebaut. Auch die Pfeifen verließen Einruhr und werden bis zu Abschluss der Renovierung in der Orgelwerkstatt Weimbs in Hellenthal aufbewahrt.

Derzeit ist das Kirchenschiff eingerüstet, denn die Renovierungsarbeiten bieten auch eine gute Gelegenheit, einen neuen Innenanstrich vorzunehmen.

Der Tabernakel ist leergeräumt, das große Kreuz an der Stirnseite ist vorübergehend verschwunden und die Heiligenfiguren sind in die Sakristei evakuiert worden. Für zwei Figuren bietet sich damit auch die Gelegenheit, sie einer Holzwurmkur zu unterziehen. Zu diesem Zweck verbringen sie einige Tage in einem chemischen Spezialbad.

Kosten noch nicht benennbar

Der Gesamtumfang der Arbeiten, die sich über rund drei Monate hinziehen, ist erheblich. Die Maßnahme wird vom Bistum finanziell unterstützt. Den Kostenrahmen kann Pastor Stoffels wegen des Umfangs der unvorhergesehenen Arbeiten noch nicht benennen.

Mit Bauarbeiten an ihrer Kirche haben die Einruhrer bereits Erfahrung: Der Kirchenneubau von St. Nikolaus aus den Jahren 1909/ 1910 (Weihe 1911) wurde nach Kriegszerstörung in den alten Formen wiedererrichtet und 1950 geweiht.

„Eine Kirche sollte eine Kirche bleiben“

Dass eine Kirche wegen Renovierungsarbeiten komplett über einen längeren Zeitraum geschlossen werden musste, hat Pfarrer Stoffels noch nicht erlebt. Meistens konnte der Betrieb zumindest eingeschränkt aufrecht erhalten bleiben. Die jetzige Situation in Einruhr veranlasst den Seelsorger aber auch zu einigen Gedanken, die er im jüngsten Pfarrbrief der GdG Simmerath zu Papier brachte.

Der Anblick der ausgeräumten Kirche habe ihm bewusst gemacht, „dass die äußere Fassade keine Kirche ausmacht“. Bei Schließungen und Umwidmungen von Kirchen und Kapellen müsse man bedenken, dass jede Schließung eines Gotteshauses „diese Welt ärmer und kälter macht“. Eine Kirche, die nicht mehr zur Anbetung und Verehrung der Größe Gottes benötigt werde und in der nicht gebetet werde, „hat ihren Zweck verloren“.

Kirchen, die zu Hotels, Bürohäusern oder zum Klettern umgebaut würden, „sollte man besser abreißen, als nur die äußere Fassade zu erhalten“. Stoffels ist sich im Klaren darüber, dass er mit dieser Ansicht weder im Trend der Zeit noch auf der Linie des Bistums liegt, aber das bringt den Seelsorger nicht von seiner Überzeugung ab: „Eine Kirche sollte eine Kirche bleiben. Das hat nichts mit Statistiken und schon gar nichts mit Finanzen zu tun. Eine Kirche ist immer unbezahlbar, weil sie uns die Gegenwart Gottes schenkt.“

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