Pfarrer Schornstein: Wehmut über Abschied und Dank für gute Zeit

Von: Helga Giesen
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Die Kirche ist buchstäblich „in Bewegung“ zum Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Unter großer Anteilnahme der Gläubigen aus allen Gemeinden der GdG Kornelimünster/Roetgen feierte Hans-Georg Schornstein seinen Abschied als Pfarrer und Leiter der GdG mit einem Dankgottesdienst der Roetgener Pfarrkirche. Mit einem im Pfarrbrief veröffentlichten Schreiben hatte er sich schon im Juni von seinen Gemeinden St. Hubertus Roetgen und St. Antonius Rott verabschiedet und sich bedankt für 25 „bewegte und bewegende“ Jahre.

Bei aller Wehmut über den Abschied von den Gemeinden und den ihm lieb gewordenen Menschen überwiege der Dank für eine reiche und gute Zeit.

Auch Regionaldekan für Aachen

Am 7. Februar 1988 hatte Hans Georg Schornstein seinen Dienst als Pfarrer in Roetgen und Rott angetreten und den Weg bereitet für eine Weggemeinschaft, die sich in den nächsten Jahren auf weitere Pfarren ausdehnte.

Zunächst als Pfarradministrator und später als Pfarrer übernahm er 1998 die Gemeinde Lichtenbusch und ab 2003 die Gemeinden Hahn/Friesenrath, Schmithof/Sief und Walheim. Zeitweilig war er auch noch als Regionaldekan für den Bereich Aachen-Stadt zuständig.

Die Anhäufung von Pfarren habe nicht nur ihm, sondern auch den Gemeinden einiges abverlangt, blickt er zurück. In dieser Zeit habe sich vieles verändert in Kirche und Gesellschaft. „Der Stellenwert kirchlichen Lebens in den Familien geht immer mehr zurück.“ Damit werde es immer schwieriger, Kinder und Jugendliche mit der Botschaft des Glaubens zu erreichen.

Dennoch sehe er viele positive Ansätze, die Hoffnung auf Zukunft machen. Er erlebe eine Vielzahl an Frauen und Männern, die sich mit ihrem Glauben einbringen und in den Gemeinden engagieren.

Aufgrund des Priestermangels (künftig wird für die gesamte GdG nur ein amtierender Pfarrer zur Verfügung stehen) werden künftig verstärkt Laien Mitverantwortung auch in der Gemeindeleitung übernehmen.

„Unterstützen Sie diese Menschen voll und ganz und lassen Sie ihnen die für ihre nicht leichte Aufgabe notwendige Rückendeckung zukommen“, bittet er. Dann könne das in den Gemeinden vorhandene gute Potenzial fruchtbringend eingesetzt werden und zu einer weiterhin lebendigen Glaubensgemeinschaft beitragen.

Auf dieses Thema ging im Gottesdienst auch Gemeindereferent Michel Reimann mit Bezug auf die Lesung des Tages in seiner Predigt ein. „Ihr seid berufen“, appellierte der Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser und erklärte ihnen, dass jedem die Gnade verliehen sei, sich nach seinem Vermögen in den Dienst Gottes zu stellen.

„Der Brief könnte heute noch ähnlich ausfallen und der Absender könnte Hans-Georg Schornstein heißen“, stellte Reimann das Anliegen des scheidenden Pfarrers heraus. „Glaube ist Gemeinschaft“, betonte er und rief dazu auf, sich zu vernetzen, um die Kirche der Zukunft zu gestalten.

Den Gedanken von einem Netz, in dem alle Fäden verknüpft werden und das schützend alle umfängt, hatten auch die Kinder und jungen Familien in der Kinderkirche aufgegriffen, die zunächst parallel zum Gottesdienst im Pfarrheim stattfand.

Sie hatten dazu eine Collage erstellt, die sie dann in einer langen Prozession in die Kirche trugen und vorstellten. Auch mit der Kinderkirche sei Roetgen auf einem guten Weg in die Zukunft, freute sich Pfarrer Schornstein über die große Gruppe, die den Altarraum füllte, und er dankte allen, die sich schon seit vielen Jahren dafür engagieren.

Gemeinsam feierten Groß und Klein den weiteren Gottesdienst und symbolisch knüpften alle ein Netz, indem sie Hand in Hand das „Vater unser“ sprachen.

Auch beim anschließenden Empfang im Pfarrheim gehörte der erste Auftritt den Jüngsten. Die Mädchen und Jungen aus den Kindergärten St. Hubertus Roetgen und St. Anna Walheim schenkten „ihrem“ Pfarrer zum Abschied ein Apfelbäumchen und führten dazu ein hübsches Singspiel auf.

Nachdem der Roetgener Kinderchor schon den Gottesdienst mitgestaltet hatte, trug nun auch der Jugendchor, ebenfalls unter der Leitung von Friedhelm Schütz, mit dem Lied „Ihr sollt ein Segen sein“ zum Abschiedsfest bei, bevor die vielen Besucher Gelegenheit hatten, sich persönlich von Hans-Georg Schornstein zu verabschieden.

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