Pfarrer Michael Stoffels: „Priesterberuf ist intensiver als je zuvor“

Von: Peter Stollenwerk
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In der Kirche zu Hause: Trotz einer Fülle von Aufgaben ist der Leiter der GdG Simmerath, Pfarrer Michael Stoffels, auch nach 25-jähriger Tätigkeit als Seelsorger noch voller Motivation. Foto: Peter Stollenwerk

Simmerath. Das Telefon steht nicht still im Pfarrhaus Strauch. Hier befindet sich sowohl die organisatorische wie auch seelsorgerische Schaltstelle in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Selige Helena Stollenwerk Simmerath.

Pfarrer Michael Stoffels, der als Leiter der GdG die Geschicke der elf Pfarren und vier Kapellengemeinden koordiniert, ist nicht nur wegen der Vielzahl der damit verbundenen Aufgaben ein gefragter Mann. In dieser Woche kommt auch noch ein persönlicher Festtag hinzu, und die Freude darüber möchten viele Gläubige mit ihrem Seelsorger teilen. Der 52-Jährige feiert silbernes Priesterjubiläum. Seit 25 Jahren steht er nun im Dienste Gottes und der Menschen.

Schon am vergangenen Samstag feierte er im Dom zu Aachen mit den anderen Jubilaren im Bistum Aachen diesen besonderen Tag, ehe er am Mittwoch, 28. September, dem eigentlichen Weihetag, in seiner Heimatgemeinde St. Georg Kallmuth einen Dankgottesdienst feierte. Das Gotteshaus in seinem Heimat- und Geburtsort nimmt eine herausragende Position im Leben von Michael Stoffels ein: Hier wurde er getauft, hier empfing er die Erstkommunion und hier wurde er 1991 zum Priester geweiht. Dass dem Dankgottesdienst zahlreiche Gläubige aus der GdG Simmerath beiwohnten, die mit drei Bussen angereist waren, freut den Seelsorger ganz besonders, zeigt es ihm doch trotz aller Probleme, die auf die katholische Kirche einstürzen, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl in der von ihm geleiteten GdG noch weitgehend intakt ist.

Was Stoffels mit seinem silbernen Priesterjubiläum vor allem verbindet, ist Dank. Dieser richtet sich „an alle Fürsprecher und Helfer im Himmel“, aber auch an die vielen Menschen, die ihn in seinem priesterlichen Leben begleitet haben. Und er schließt auch jene Gemeindemitglieder ein, „denen mein priesterliches Wirken nicht gefällt“. Sollte er jemanden geärgert oder beleidigt haben, „bitte ich um Vergebung“.

Als Michael Stoffels vor 25 Jahren zum Priester geweiht wurde, sah die Kirchenlandschaft noch völlig anders aus. Nach vierjähriger Tätigkeit in der Pfarre Kleingladbach-Schaufenberg in Hückelhoven („Hier wohnte ich direkt neben der Zeche“) kam er 1995 in die Nordeifel, wo er Seelsorger für die Pfarren Strauch, Steckenborn und Dedenborn wurde. Schon damals habe sich abgezeichnet, dass er weitere Pfarren hinzubekommen würde, „aber das es am Ende so viele würden, hatte ich nicht gedacht“.

Der Motivation, als Seelsorger tätig zu sein, hat diese Entwicklung nicht geschadet, wie er sagt. Im Gegenteil: Durch die Vielzahl der Aufgaben sei er nun gezwungen, sich auf „das Wesentliche“ zu konzentrieren. Wesentlich ist aus seiner Sicht, dass er sich nun verstärkt „den eigentlichen Aufgaben als Priester“ zuwenden könne. „Das ist intensiver als je zuvor“, sagt Stoffels. Die täglichen Messfeiern (manchmal sind es bis zu fünf am Tag), aber auch die Spendung der Sakramente, stehen im Mittelpunkt seines Wirkens.

Auch wenn das Bistum einen rigorosen Sparkurs fährt und es noch keine abschließende Antwort auf den anhaltenden Priestermangel gibt, sieht Michael Stoffels das Zusammengehörigkeitsgefühl in der GdG Simmerath noch als sehr ausgeprägt an: „Hier wird der Glaube noch aktiv gelebt.“ So sei es durch die Schaffung eines Solidaritätsfonds gelungen, eventuell anstehende Kirchen-Schließungen zu verhindern. Doch der Gebäudeerhalt ist für den Pfarrer nur eine Seite der Medaille: „Eine Kirche muss auch mit Leben gefüllt werden“, denn neben dem Priestermangel müsse man der Tatsache ins Auge sehen, dass es auch einen „Gläubigenmangel“ gebe.

Die Stärke der Kirche, sagt Stoffels, sei es immer gewesen, „vor Ort und immer ganz in der Nähe zu sein“. Die Präsenz könne man heute nicht mehr zeigen, und ihm sei bewusst, dass diese Situation bei manchen Gläubigen auch Zweifel aufkommen lasse.

Als alleiniger verantwortlicher Seelsorger für elf Pfarren und vier Kapellengemeinden zuständig zu sein bedeute auch, sich auf oft sehr unterschiedliche Mentalitäten einzustellen und manchmal auch diplomatisches Geschick walten zu lassen. „Dass die mentalen Unterschiede zwischen den einzelnen Dörfern so massiv sind, hätte ich nie gedacht“, lacht Stoffels und erinnert sich dabei an einen Satz von Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer, der ihm über so manche Klippe hinweghilft: „Man muss die Menschen nehmen wie sie sind - andere gibt es nicht.“

Das priesterliche Wirken soll für Michael Stoffels noch viele Jahre seine Fortsetzung finden. Bis 75 Jahre sollte man als Seelsorger Vollbeschäftigung einplanen und dann noch weitere fünf Jahre als Subsidiar. So ist es im Bistum Aachen die Regel, „aber in erster Linie ist es auch eine Erwartung, die wir an uns selbst als Priester stellen“.

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